Scope of review when only sentence is appealed

ARGVP-1988-3115Tribunale superiore29 nov 1985Other

Sintesi

The Obergericht addresses two points in a criminal appeal: first, the appellant must secure the anticipated costs of the appellate proceedings and the accused's party costs within a reasonable period. Second, where only the sentence is appealed, the conviction is not open to free appellate review. The unchallenged finding of guilt may only be examined summarily in relation to the sentence and must not be manifestly incorrect, incomplete, or defective.

Regest

Art. 221 StPO; Art. 199 StPO: where only the sentence is appealed, the appellate court is bound by the unchallenged conviction to a limited cognition. The conviction may be reviewed only summarily insofar as it is relevant to the sentencing issue; a free reassessment of guilt is excluded. The second instance may not, under cover of a sentence appeal, replace the unchallenged conviction by a more serious factual or legal qualification. The prohibition of reformatio in peius and the parties' acceptance of the conviction constrain appellate review; only manifestly incorrect, incomplete, or defective findings may be disregarded in this context (consid. 3115). The appellant may be required to provide security for the expected appellate costs and the opponent's party costs (consid. 3114).

Testo completo

C. Gerichtsentscheide 3114,3115 Der Appellant ist daher zu verpflichten, die voraussichtlichen Kosten des Appellationsverfahrens und die Parteikosten des Angeklagten innert angemessener Frist sicherzustellen. OGP 29.11.1979 (RBer 1979/80, S.44) 3115 Bindung an Parteianträge. Überprüfung des Schuldspruchs bei blosser Anfechtung des Strafmasses (Art. 221 StPO). Es fragt sich, ob das Obergericht bei blosser Anfechtung des Strafmasses den Schuldspruch der Vorinstanz frei überprüfen und z.B. den Angeklag­ten im Rahmen der Anträge zum Strafmass einer schwereren Tat schuldig sprechen kann. Nach Kommentar Bänziger/Stolz, Anmerkungen zu Art. 221 StPO, wäre dies innerhalb der Grenzen von Art. 199 StPO möglich. Nach dieser Bestimmung darf ein Angeklagter, der als einziger appelliert hat, gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil nicht schlechter gestellt werden. Der enge Zusammenhang zwischen Schuldspruch und Strafmass ist nicht zu übersehen. Die mit einer Appellation verlangte Korrektur des Strafmasses kann nur richtig geschehen, wenn von der wirklich begange­nen und nicht von einer «rechtskräftig festgestellten» fiktiven Tat ausge­gangen wird (Waiblinger, Bedeutung der Schuldigerklärung im Strafpro­zess, in «Strafprozess und Rechtsstaat», Festschrift Prof. Pfenninger, 1956,S. 158,175 und 178). Die Stellung der Verfahrensbeteiligten, die den Schuldspruch erster In­stanz anerkannt haben, lässt sich jedoch nicht übergehen. Sie führt zu einer Beschränkung der Entscheidungsfreiheit (Kognition) der zweiten In­stanz bei blosser Anfechtung des Strafmasses: Der nicht angefochtene Schuldspruch ist im Zusammenhang mit dem Strafmass nur summarisch zu überprüfen; er darf sich nicht als offensichtlich unrichtig, unvollständig oder mangelhaft erweisen (vgl. Gerichts- und Verwaltungspraxis des Kan­tons St.Gallen, 1956, Nr.49). Die Zulassung einer freien Überprüfung würde der zweiten Instanz in einer vom Gesetzgeber nicht gewollten Weise die Möglichkeit einräumen, ihr missfallende Urteile ohne Appella­tion abzuändern. OGer 29.11.1985 (RBer 1985/86, S.42) 465

Parole chiave

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