Removal enforcement despite mental health problems

1-BE.2007.11Tribunale amministrativo / 2a camera27 giu 2007Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

B.A. appealed in an immigration matter after the authorities refused a residence permit and intended to enforce removal. He argued that his psychiatric condition and suicidal reactions made return to his home country impossible or at least unreasonable. The court held that removal enforcement remained lawful if appropriate psychiatric care was ensured before, during, and after the transfer, including possible escort by a doctor and direct hospitalization abroad. It further held that a later health-related impossibility of removal would not justify a residence permit, but only an application for temporary admission to the federal authority.

Massima Omnilex

Removal enforcement may proceed despite serious mental health problems if, on the concrete circumstances, the necessary psychiatric care can be secured before, during and after the transfer; a concrete endangerment is absent where no reason appears why such care cannot be organized, including abroad. The possibility of suicide upon announcement of enforcement does not in itself render removal inadmissible or unreasonable (consid. II/8.2). If enforcement should later prove impossible for health reasons, the consequence is not entitlement to a residence permit, but recourse to temporary admission before the federal authority (consid. II/8.3).

Testo completo

348 Rekursgericht im Ausländerrecht 2007 99 Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung; Vollzug der Wegweisung Vollzug der Wegweisung trotz psychischer Probleme des Beschwerdeführers bei entsprechenden Vorkehrungen zulässig (Erw. II./8.2.). Sollte der Vollzug aufgrund der psychischen Probleme unzulässig werden, wäre beim BFM eine vorläufige Aufnahme zu beantragen (Erw. II./8.3.). Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 27. Juni 2007 in Sachen B.A. betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (1-BE.2007.11). Aus den Erwägungen II. 8.2. Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner psychischen Situation allenfalls nicht zumutbar ist, in sein Heimatland zurückzukehren. Andere Vollzugshindernisse sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Gemäss Beurteilung des Kantonsarztes vom 5. April 2006 reagiert der Beschwerdeführer regelmässig mit einer Verschlechterung seiner psychischen Situation und wird suizidal, wenn das Migrationsamt konkrete Massnahmen für den Vollzug der Wegweisung ankündigt. Aus diesem Grund sei der Beschwerdeführer jeweils behandlungsbedürftig und nicht reisefähig. Eine Prognose über die psychische Situation des Beschwerdeführers bei künftigen Vollzugsmassnahmen sei nicht möglich. Aufgrund der Beurteilung des Kantonsarztes steht fest, dass der Beschwerdeführer im Falle des Vollzugs der Wegweisung fachärztlicher, insbesondere psychiatrischer, Betreuung bedarf. Andernfalls muss mit Suizidhandlungen gerechnet werden. Dies bedeutet indessen nicht, dass der Vollzug der Wegweisung für den Beschwerdeführer in jedem Fall eine konkrete Gefährdung darstellt. Eine konkrete Gefährdung wäre erst dann zu bejahen, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht so ausgestaltet werden kann, dass die notwendige Betreuung des Beschwerdeführers sichergestellt ist. Es ist hingegen nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer vor, während und

2007 Beschwerden gegen Einspracheentscheide des M... 349 nach dem Vollzug der Wegweisung nicht entsprechend betreut werden kann, zumal eine psychiatrische Behandlung auch im Heimatland möglich ist. Derartige Massnahmen wären insbesondere dann in Betracht zu ziehen bzw. in die Wege zu leiten, wenn der Beschwerdeführer nicht dazu bewegt werden kann, freiwillig in sein Heimatland zurückzukehren. Diesfalls wäre allenfalls zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in Begleitung eines Arztes auszuschaffen und gegebenenfalls direkt in eine psychiatrische Klinik einzuweisen wäre, wie dies der Kantonsarzt bereits in seiner Stellungnahme vom 27. April 2006 anregte. Im Weiteren gibt es keine Hinweise darauf, dass die notwendige Behandlung nur in der Schweiz sichergestellt werden könnte. Nach dem Gesagten ist nicht ersichtlich, weshalb im vorliegenden Fall der Vollzug der Wegweisung unzulässig oder unzumutbar sein sollte. 8.3. Anzumerken bleibt, dass selbst wenn sich die Situation wider Erwarten ändern und der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers aus gesundheitlichen Gründen unmöglich würde, lediglich eine vorläufige Aufnahme zu beantragen wäre. Dies hätte jedoch nicht zur Folge, dass dem Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen wäre. 100 Unentgeltliches Honorar; Kürzung von unentgeltlichem Honorar; Begründungspflicht Die Behörden sind beim Erlassen eines Entscheides verpflichtet, sich mit den Argumenten des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen, um ihrer Begründungspflicht nachzukommen (Erw. II./4.3.). Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 22. November 2007 in Sachen F.H. betreffend unentgeltliches Honorar (1-BE.2006.27).

Parole chiave

removal enforcementmental healthsuicide risktemporary admissionpsychiatric care

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether enforcement of the removal order was unlawful or unreasonable because of the appellant's mental health problems.

Decisione estratta

Enforcement remained permissible if the necessary psychiatric care could be secured before, during, and after removal.

Motivazione estratta

The court accepted that the appellant needed specialist psychiatric care and could become suicidal, but this did not show a concrete danger making removal unenforceable. No indication existed that treatment could not be arranged, including in the home country; if necessary, removal could be carried out with medical accompaniment and direct admission to a psychiatric clinic.

Questione giuridica chiave

Whether a residence permit had to be granted if removal later became impossible for health reasons.

Decisione estratta

No. If removal should later become impossible for health reasons, only a temporary admission would have to be requested from the BFM.

Motivazione estratta

The court stated that a later change in circumstances would not entitle the appellant to a residence permit; the proper consequence would be an application for temporary admission.

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