LVwG T LVwG-2023/37/1378-4

LVwG-2023/37/1378-4Tribunale amministrativo regionale5 set 2023

Regest

Anbringen<br/>Zurückziehung Anbringen<br/>Wasserbenutzungsrecht

Testo completo

Landesverwaltungsgericht Tirol LVwG-2023/37/1378-4

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 05.09.2023
  • ECLI: ECLI:AT:LVWGTI:2023:LVwG.2023.37.1378.4

Begründung

IM NAMEN DER REPUBLIK

Das Landesverwaltungsgericht Tirol erkennt durch seinen Richter Dr. Hirn über die Beschwerde des AA, Adresse 1, **** Z, vertreten durch BB, Rechtsanwalt in **** Y, gegen Spruchpunkt I. lit a) sowie die Spruchpunkte II. bis einschließlich VI. des Bescheides der Bezirkshauptmannschaft Y vom 18.04.2023, Zl ***, betreffend eine Angelegenheit nach dem Wasserrechtsgesetz 1959 (belangte Behörde: Bezirkshauptmannschaft Y; mitbeteiligte Parteien CC und DD),

zu Recht:

1. Die für den 24.10.2023 anberaumte mündliche Verhandlung wird abberaumt.

2. Spruchpunkt I. lit a) sowie die Spruchpunkte II. bis einschließlich VI. des Bescheides der Bezirkshauptmannschaft Y vom 18.04.2023, Zl ***, werden wegen Zurückziehung der verfahrenseinleitenden Anträge ersatzlos aufgehoben.

3. Die ordentliche Revision ist gemäß Art 133 Abs 4 B-VG nicht zulässig.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

I.Verfahrensgang:

Mit Schriftsatz vom 09.05.2022 beantragte AA (= Beschwerdeführer), vertreten durch BB, Rechtsanwalt in **** Y,

1. das Erlöschen des Wasserbenutzungsrechtes aus der FF (***) auf dem Gst Nr **1, GB ***** Z I, für das Gst Nr **2 (vormals **1) GB ***** Z I (Adresse 2, **** Z) festzustellen und hierbei auszusprechen, inwieweit der bisher Berechtigte aus öffentlichen Rücksichten binnen einer von der Behörde festzusetzenden angemessenen Frist seine Anlagen zu beseitigen, den früheren Wasserlauf wiederherzustellen oder in welcher anderen Art er durch die Auflassung notwendig werdenden Vorkehrungen zu treffen hat,

2. im Wasserbuch die zu Postzahl *** EE eingetragene private Versorgungsanlage zu löschen und

3. zu überprüfen, ob der Antragsgegner CC die wasserrechtlich bewilligte Wasserversorgungsanlage für das Haus Adresse 2, **** Z, ohne Bewilligung derart geändert hat, dass Wasser aus der FF (***) zur Liegenschaft EZ ***1 GB ***** Z I (Adresse 3 und Adresse 4, **** Z) abgeleitet wird, und gegebenenfalls unabhängig von Bestrafung und Schadenersatzpflicht CC gemäß § 138 Abs 1 lit a Wasserrechtsgesetz 1959 (WRG 1959) zu verhalten, auf seine Kosten eigenmächtig vorgenommene Neuerungen zu beseitigen.

Aufgrund dieser Anträge führte die belangte Behörde ein Ermittlungsverfahren durch.

Mit Schriftsatz vom 04.04.2023 begehrte der Beschwerdeführer gemäß § 38 Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 (AVG) die Aussetzung des bei der belangten Behörde anhängigen wasserrechtlichen Verfahrens bis zur Entscheidung des Bezirksgerichts X zur Frage, ob den mitbeteiligten Parteien ein Wasserbezugsrecht aus der FF zustehe. Auf die Einbringung einer entsprechenden Klage wies der Beschwerdeführer ausdrücklich hin.

Mit Spruchpunkt I. des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, hat die belangte Behörde Feststellungen zum Bestand (und zum Erlöschen) des mit Bescheid des Landrates für den Kreis Y vom 01.03.1940, Zl ***, erteilten und unter der Wasserbuchpostzahl (WBP) *** eingetragenen Wasserbenutzungsrechtes zur Fassung einer Quelle (FF, Quellkatasternummer ***) für Trink- und Nutzwasser auf dem Gst Nr **3, KG Z, und Zuleitung dieses Wassers mittels einer Rohrleitung auf Gst Nr **1, KG Z, im Ausmaß von ca 20 l/min (ca 0,33 l/s) getroffen. Mit den Spruchpunkten II., III., V. und VI. des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, hat die belangte Behörde verschiedene Anträge des AA als unzulässig zurückgewiesen (Spruchpunkte II., III. und VI.) sowie abgewiesen (Spruchpunkt V.). Mit Spruchpunkt IV. des Bescheides vom 18.04.2023, Zl **, hat die belangte Behörde festgestellt, dass hinsichtlich des auf Gst Nr 4, GB ***** Z I, stattfindenden Nutzwasserbezuges aus der FF () zur Verwendung im Freibereich im haushaltsüblichen Umfang keine eigenmächtige Neuerung im Sinne des § 138 WRG 1959 vorliegt.

Gegen diesen Bescheid – ausgenommen dessen Spruchpunkt I. lit b) und c) – erhob AA, vertreten durch BB, Rechtsanwalt in **** Y, Beschwerde und beantragte, den Bescheid vom 18.04.2023, Zl ***, im Umfang der Anfechtung aufzuheben und den Anträgen vom 09.05.2022 stattzugeben; insbesondere sollte als Folge der Aufhebung des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, im angefochtenen Umfang das Landesverwaltungsgericht Tirol feststellen, „dass das mit Bescheid des Landrates für den Kreis Y vom 01.03.1940, Zl. ***, erteilte und unter der Wasserbuchpostzahl *** eingetragene Wasserbenutzungsrecht zur Fassung einer Quelle (FF, Quellkatasternummer ***) für Trink- und Nutzwasser auf Gst **3 KG Z und die Zuleitung dieses Wassers mittels einer Rohrleitung zum Gebäude Adresse 2, **** Z, auf Gst **5 GB ***** Z I erloschen ist“ und eine Nutzwasserversorgung im Außenbereich der Gebäude Adresse 3 und Adresse 4, **** Z, auf Gst Nr **6, GB ***** Z I, nicht bestehe; hilfsweise wurde beantragt, den Bescheid vom 18.04.2023, Zl ***, im angefochtenen Umfang aufzuheben und die Rechtssache zur Verfahrensergänzung und Erlassung eines neuen Bescheides an die belangte Behörde zurückverweisen.

Unabhängig davon beantragte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das beim Bezirksgericht X zur Zl *** anhängige zivilrechtliche Verfahren zur Frage, „ob den mitbeteiligten Parteien ein Wasserbezugsrecht aus der Quelle auf Gst **3 GB ***** Z I (FF, Quellkatasternummer ***) zusteht“, auszusetzen.

Mit Schriftsatz vom 22.05.2023, Zl IL-WR/B-2606/13-2023, legte die belangte Behörde dem Landesverwaltungsgericht Tirol den Gegenstandsakt mit dem Ersuchen um Entscheidung über die Beschwerde gegen genau bezeichnete Spruchpunkte des Bescheides vom 18.04.2023 vor.

Zum Beschwerdevorbringen äußerten sich die mitbeteiligten Parteien im Schriftsatz vom 12.07.2023. Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat in weiterer Folge mit den Ladungsbeschlüssen vom 24.08.2023, Zl LVwG-2023/37/1378-2, für den 24.10.2023 eine öffentliche mündliche Verhandlung anberaumt. In weitere Folge hat der Beschwerdeführer beim Landesverwaltungsgericht Tirol den Schriftsatz vom 29.08.2023 eingebracht, in dem es wörtlich heißt:

„In umseits bezeichneter Angelegenheit teilt der Beschwerdeführer mit, dass die Anträge des Beschwerdeführers vom 09.05.2022 an die Bezirkshauptmannschaft Y als Wasserrechtsbehörde, soweit darüber nicht bereits rechtskräftig entschieden wurde, hiermit z u r ü c k g e z o g e n werden.

Der Beschwerdeführer ersucht sohin das Verfahren e i n z u s t e l l e n und den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Y vom 18.04.2023, ***, soweit dieser Bescheid nicht bereits in Rechtskraft erwachsen ist, a u f z u h e b e n und die für den 24.10.2023 um 09.00 Uhr beim Gemeindeamt Z anberaumte öffentliche mündliche Verhandlung a b z u b e r a u m e n.

II.Rechtslage:

1. Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991:

Die entscheidungswesentliche Bestimmung des § 13 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrens-gesetzes 1991 – AVG, BGBl Nr 51/1991 in der Fassung (idF) BGBl I Nr 57/2018, lautet samt Überschrift auszugsweise wie folgt:

„Anbringen

§ 13. (…)

(7) Anbringen können in jeder Lage des Verfahrens zurückgezogen werden.

[…]“

2. Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz:

Die entscheidungswesentlichen Bestimmungen des Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetzes (VwGVG), BGBl I Nr 33/2013 idF BGBl I Nr 138/2017, lauten samt Überschriften auszugsweise wie folgt:

„Verhandlung

§ 24. […]

(2) Die Verhandlung kann entfallen, wenn

1. der das vorangegangene Verwaltungsverfahren einleitende Antrag der Partei oder die Beschwerde zurückzuweisen ist oder bereits aufgrund der Aktenlage feststeht, dass der mit Beschwerde angefochtene Bescheid aufzuheben oder die angefochtene Ausübung unmittelbarer verwaltungsbehördlicher Befehls- und Zwangsgewalt für rechtswidrig zu erklären ist oder

[…]“

„Erkenntnisse

§ 28. (1) Sofern die Beschwerde nicht zurückzuweisen oder das Verfahren einzustellen ist, hat das Verwaltungsgericht die Rechtssache durch Erkenntnis zu erledigen.

[…]

(5) Hebt das Verwaltungsgericht den angefochtenen Bescheid auf, sind die Behörden verpflichtet, in der betreffenden Rechtssache mit denen ihnen zu Gebote stehenden rechtlichen Mitteln unverzüglich den der Rechtsanschauung des Verwaltungsgerichtes entsprechenden Rechtszustand herzustellen.

[…]“

III.Erwägungen:

1. Zur Rechtzeitigkeit:

Gemäß § 7 Abs 4 VwGVG beträgt die Frist zur Erhebung einer Beschwerde gegen den Bescheid einer Behörde vier Wochen.

Der Bescheid der belangten Behörde vom 18.04.2023, Zl ***, wurde dem Beschwerdeführer zuhanden seines Rechtsvertreters am 24.04.2023 nachweislich zugestellt. Dieser hat seine Beschwerde vom 17.05.2023 an diesem Tag und somit innerhalb der vierwöchigen Beschwerdefrist auf digitalem Weg bei der belangten Behörde eingebracht. Die Erhebung der Beschwerde erfolgte somit fristgerecht.

2. Zum Prüfungsumfang:

Gemäß § 27 VwGVG hat das Verwaltungsgericht den Bescheid aufgrund der Beschwerde

(§ 9 Abs 1 Z 3 und 4 VwGVG) zu überprüfen.

Die Beschwerde des rechtsfreundlich vertretenen AA richtet sich gegen den Bescheid der belangten Behörde vom 18.04.2023, Zl ***, ausgenommen dessen Spruchpunkt I. lit b) und lit c). Folglich sind Spruchpunkt I. lit a) sowie die Spruchpunkte II. bis einschließlich VI. des Bescheides der belangten Behörde vom 18.04.2023, Zl ***, Gegenstand des Beschwerdeverfahrens.

3. In der Sache:

Mit Spruchpunkt I. des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, hat die belangte Behörde über Antrag des Beschwerdeführers Feststellungen zum Bestand (und zum Erlöschen) des mit Bescheid des Landrates für den Kreis Y vom 01.03.1940, Zl ***, erteilten und unter der WBP *** eingetragenen Wasserbenutzungsrechtes zur Fassung einer Quelle (FF, Quellkatasternummer ***) für Trink- und Nutzwasser auf dem Gst Nr **7, KG Z, und Zuleitung dieses Wassers mittels einer Rohrleitung auf Gst Nr **1, KG Z, im Ausmaß von ca 20 l/min (ca 0,33 l/s) getroffen. Mit den Spruchpunkten II., III., V. und VI. des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, hat die belangte Behörde verschiedene Anträge des AA als unzulässig zurückgewiesen (Spruchpunkte II., III. und VI.) sowie abgewiesen (Spruchpunkt V.). Mit Spruchpunkt IV. des Bescheides vom 18.04.2023, Zl **, hat die belangte Behörde über Antrag des Beschwerdeführers festgestellt, dass hinsichtlich des auf Gst Nr 4, GB ***** Z I, stattfindenden Nutzwasserbezuges aus der FF () zur Verwendung im Freibereich im haushaltsüblichen Umfang keine eigenmächtige Neuerung im Sinn des § 138 WRG 1959 vorliegt. Grundlage für diesen Bescheid waren die auf § 29 Abs 1 WRG 1959 (Spruchpunkte I. und II. des angefochtenen Bescheides), § 125 Abs 1 WRG 1959 (Spruchpunkt III.) und § 138 Abs 6 WRG 1959 (Spruchpunkte IV. und V. des angefochtenen Bescheides) sowie auf § 38 AVG (Spruchpunkt VI. des angefochtenen Bescheides) gestützten Anträge des Beschwerdeführers.

Nach § 13 Abs 7 AVG können Anbringen in jeder Lage des Verfahrens zurückgezogen werden. Die Zurückziehung des verfahrenseinleitenden Antrages ist auch noch während des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens betreffend einen nach den Bestimmungen des AVG erlassenen Bescheides zulässig. Eine derartige Zurückziehung muss zur ersatzlosen Behebung des in Beschwerde gezogenen Bescheides führen [Hengstschläger/Leeb, AVG § 13 Rz 42 (Stand: 1.1.2014 rdb.at)]. Der Beschwerdeführer hat im Einklang mit § 13 Abs 7 AVG die (verfahrensleitenden) Anträge vom 09.05.2022 – soweit darüber nicht bereits rechtskräftig entschieden wurde – und folglich auch das ergänzend eingebrachte Ansuchen vom 04.04.2023 auf Aussetzung des wasserrechtlichen Verfahrens zurückgezogen.

Den angefochtenen Bescheid erließ die belangte Behörde auf der Grundlage der auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren (vgl §§ 11 und 17 VwGVG) anzuwendenden Bestimmungen des AVG. Das Rechtsmittel des Beschwerdeführers vom 17.05.2023 richtete sich gegen den Bescheid der belangten Behörde vom 18.04.2023 in seinem gesamten Umfang mit Ausnahme des Spruchpunktes I. lit b) und lit c). Die mit Spruchpunkt I. lit b) und lit c) des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, getroffenen Feststellungen sind bereits in Rechtskraft erwachsen. Die Zurückziehung des Beschwerdeführers umfasst auch nur dessen Anträge vom 09.05.2022, „soweit über diese nicht bereits rechtskräftig entschieden wurde“ sowie das ergänzend eingebrachte Ansuchen auf Aussetzung des wasserrechtlichen Verfahrens vom 04.04.2023. Die Zurückziehung des Beschwerdeführers umfasst somit lediglich die im Hinblick auf die fristgerecht erhobene Beschwerde als unerledigt zu qualifizierenden Anträge.

Aufgrund der Zurückziehung der Anträge im beschriebenen Umfang waren Spruch-punkt I. lit a) sowie die Spruchpunkte II. bis einschließlich VI. des Bescheides der belangten Behörde vom 18.04.2023, Zl ***, ersatzlos aufzuheben. Die ersatzlose Aufhebung stützt sich auf § 28 Abs 5 VwGVG und hat daher in Form eines Erkenntnisses zu ergehen.

4. Ergebnis:

Der Beschwerdeführer hat mit Schriftsatz vom 29.08.2023 während des anhängigen verwaltungsgerichtlichen Verfahrens die auf verschiedene Bestimmungen des WRG 1959 und § 38 AVG gestützten Anträge in einem genau definierten Umfang zurückgezogen. Aufgrund der Zurückziehung der Anträge waren Spruchpunkt I. lit a) und die Spruchpunkte II. bis einschließlich VI. des Bescheides der belangten Behörde vom 18.04.2023, Zl ***, ersatzlos aufzuheben. Dementsprechend lautet Spruchpunkt 2. des gegenständlichen Erkenntnisses.

Mit Spruchpunkt VII. des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, hat die belangte Behörde gestützt auf § 77 Abs 1 AVG Kommissionsgebühren für Amtshandlungen außerhalb des Amtes am 11.10.2022 und 15.03.2023 festgesetzt. Die vom Beschwerdeführer vorgenommene Zurückziehung seiner Anträge vom 09.05.2022 erfasst nicht Spruchpunkt VII. des angefochtenen Bescheides, der folglich auch nicht ersatzlos aufzuheben war.

Aufgrund der ersatzlosen Aufhebung des Bescheides der belangten Behörde vom 18.04.2023, Zl ***, im beschriebenen Umfang erübrigte sich eine gesonderte Entscheidung über den Antrag des Beschwerdeführers auf Aussetzung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens bis zum Abschluss des beim Bezirksgericht X zur Zl *** anhängigen zivilrechtlichen Verfahrens.

Als Folge der ersatzlosen Aufhebung des Bescheides vom 18.04.2023, Zl ***, im angefochtenen Umfang war die für 24.10.2023 anberaumte öffentliche Verhandlung im Einklang mit § 24 Abs 2 Z 1 VwGVG abzuberaumen. Dementsprechend lautet Spruch-punkt 1. des gegenständlichen Erkenntnisses.

IV.Unzulässigkeit der ordentlichen Revision:

Die belangte Behörde hat den angefochtenen Bescheid vom 18.04.2023, Zl ***, auf der Grundlage des AVG erlassen. Der Beschwerdeführer war daher gemäß § 13 Abs 7 AVG berechtigt, die von ihm mit Schriftsatz vom 09.05.2022 eingebrachten, auf nähere Bestimmungen des WRG 1959 gestützten Anträge und den ergänzenden Antrag vom 04.04.2023 auf Aussetzung des wasserrechtlichen Verfahrens gemäß § 38 AVG zurück-zuziehen. Die Zurückziehung umfasste die Anträge auch nur insoweit, als darüber noch nicht rechtskräftig entschieden wurde. Aufgrund des Wegfalls der verfahrensleitenden Anträge war der Bescheid vom 18.04.2023, Zl ***, soweit er noch nicht in Rechtskraft erwachsen war, nach der einheitlichen Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes ersatzlos aufzuheben.

Im gegenständlichen Beschwerdeverfahren waren folglich keine Rechtsfragen von erheblicher Bedeutung zu beurteilen. Das Landesverwaltungsgericht Tirol erklärt daher die ordentliche Revision für nicht zulässig (vgl Spruchpunkt 3. des gegenständlichen Erkenntnisses).

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g

Gegen diese Entscheidung kann binnen sechs Wochen ab der Zustellung Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof oder außerordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof erhoben werden. Die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof ist direkt bei diesem, die außerordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof ist beim Landesverwaltungsgericht Tirol einzubringen.

Die genannten Rechtsmittel sind von einem bevollmächtigten Rechtsanwalt bzw einer bevollmächtigten Rechtsanwältin abzufassen und einzubringen. Soweit gesetzlich nicht anderes bestimmt ist, ist eine Eingabegebühr von Euro 240,00 zu entrichten.

Es besteht die Möglichkeit, auf die Revision beim Verwaltungsgerichtshof und die Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof zu verzichten. Ein solcher Verzicht hat zur Folge, dass eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof und eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof nicht mehr erhoben werden können.

Landesverwaltungsgericht Tirol

Dr. Hirn

(Richter)

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