Legal aid counsel must not raise inadmissible revision grounds

4 CG.2006.346Li Supreme Court7 août 2008

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Résumé

The OGH criticized the manner in which the plaintiff’s legal-aid counsel drafted the revision. Although counsel knew that revision is confined to the statutory grounds and that a limited engagement with the evidence complaint may suffice, he nevertheless attacked the appellate court’s assessment of evidence and findings, presenting the arguments in the plaintiff’s voice. The court held that it is not the function of a legal-aid representative to identify objections as inadmissible, distance himself from them, and then nonetheless include them in the revision. Such conduct lies outside proper legal representation under § 41(1) ZPO.

Regest

§ 41 Abs 1 ZPO; legal-aid representation in revision proceedings; counsel must not reproduce inadmissible grounds of complaint in the party’s voice. A representative’s task is limited to purpose-oriented legal prosecution; he may not, while expressly acknowledging inadmissibility, nevertheless advance objections that are unavailable in revision. Such pleading falls outside effective legal pursuit within the meaning of § 41(1) ZPO. Where revision review is confined to the enumerated statutory grounds, attacks on evidence appraisal and factual findings are impermissible unless they fall within those grounds (consid. 14.1–14.2).

Texte intégral

4 CG.2006.346

Leitsatz 1

§ 41 Abs 1 und § 63 ff ZPO

Es ist nicht Aufgabe eines Verfahrenshelfers, bestimmte Rügen als unzulässig zu erkennen, sich persönlich davon zu distanzieren, um sie dann doch, gleichsam mit der Stimme der vertretenen Partei, in die Revision aufzunehmen. Solches liegt ausserhalb einer zweckentsprechenden Rechtsverfolgung (§ 41 Abs 1 ZPO).

Aus den Entscheidungsgründen

[...]

14.1. Ihr Vorbringen unter dem Revisionsgrund der Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens leitete die Klägerin (als Revisionswerberin) mit den Worten ein:

Obwohl ich von meinem Verfahrenshelfer darüber aufgeklärt worden bin, dass Z 2 in § 472 ZPO nur von wesentlichen Mängeln des Berufungsverfahrens spricht und es gemäss oberstgerichtlicher Auffassung genügt, wenn sich das Berufungsgericht zumindest in groben Zügen mit der Beweisrüge befasst, kann ich mich mit dem U des OG vom 29.08.2007 nicht abfinden.

Ich bin nämlich der Auffassung, dass das U vom 29.08.2007 nicht objektiv ist. Deshalb möchte ich den OGH um eine Überprüfung meiner Angelegenheit bitten.

14.2. Ungeachtet dieser zutreffenden Einsicht und im Wissen, dass sich die Überprüfung durch den OGH auf die abschliessend aufgezählten gesetzlichen Revisionsgründe beschränkt, stellte der Verfahrenshelfer (wenn auch in der Ich-Form, als schriebe die Klägerin persönlich) zur Hauptsache (ausdrücklich) die untergerichtliche Beweiswürdigung und, als Folge davon, untergerichtliche Feststellungen in Frage, um sie in der Folge mit einer Darstellung der eigenen Sichtweise der Klägerin zu ergänzen. Entsprechendes, offensichtlich unzulässiges Vorbringen wirkte auf den OGH insofern befremdend, als es nicht seinem Verständnis von Verfahrenshilfe entspricht. Denn es ist kaum Aufgabe eines Verfahrenshelfers, bestimmte Rügen als unzulässig zu erkennen, sich persönlich davon zu distanzieren, um sie dann doch, gleichsam mit der Stimme der vertretenen Partei, in die Revision aufzunehmen. Solches liegt ausserhalb einer zweckentsprechenden Rechtsverfolgung (§41 Abs 1 ZPO).

Mots-clés

legal aidrevisioninadmissible argumentsevidence assessmentrepresentationcivil procedure