No partial release for periodic personnel council duties

BVerwG 6 PB 16/13Bverwg / 6e division25 juil. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court rejected the applicant’s complaint against non-admission of a legal complaint concerning partial release of personnel council members in small units. It held that periodic meetings, discussions with management, and office hours do not, even when scheduled regularly, require partial release. The lower court had not diverged from earlier case law but had correctly applied it. The court also denied fundamental importance because the issue was already clearly settled by precedent.

Regeste Omnilex

§ 44 PersVG ST 2004; partial release of personnel council members in small units; regular personnel council duties do not necessarily justify release. In small units below the staffing thresholds, the decisive factor is whether recurring personal-representation tasks arise that require a measurable and foreseeable amount of time. Mere occasional or fluctuating workload is to be compensated by duty release rather than partial release. Even regularly scheduled meetings, consultations with management, and office hours do not create a need for partial release where their duration and workload remain variable; in such constellations, duty release is the more flexible and appropriate instrument (consid. 3-5).

Texte intégral

BVerwG — 6 PB 16/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-07-25

Aktenzeichen: 6 PB 16/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 44 PersVG ST 2004

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt, 20. März 2013, Az: 5 L 5/12, Beschlussvorgehend VG Halle (Saale), 26. April 2012, Az: 11 A 29/10

Spruchkörper: 6. Senat

Titelzeile

Teilweise Freistellung von Personalratsmitgliedern in "Kleindienststellen"

Leitsatz

Auch bei turnusmäßiger Veranstaltung von Personalratssitzungen, Gesprächen mit der Dienststellenleitung und Sprechstunden gebietet der in ihnen für die betroffenen Mitglieder des Personalrats anfallende Arbeitsaufwand jedenfalls bei "Kleindienststellen" keine teilweise Freistellung.

Gründe

1 Die Beschwerde des Antragstellers hat keinen Erfolg, da keiner der geltend gemachten Zulassungsgründe vorliegt.

2 1. Die Divergenzrügen gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG greifen nicht durch.

3 Der Senat hat in seinem Beschluss vom 16. Mai 1980 - BVerwG 6 P 82.78 - zur inhaltlich vergleichbaren Vorschrift des § 42 PersVG NRW in Bezug auf sog. "Kleindienststellen", die nach ihrer Beschäftigtenzahl unterhalb der sog. Staffelschwellen (vgl. hier § 44 Abs. 5 Satz 1 PersVG LSA) liegen, ausgesprochen, dass bei ihnen zu prüfen ist, in welchem Umfang regelmäßig personalvertretungsrechtliche Aufgaben anfallen, die eine teilweise Freistellung erfordern. Nur gelegentlicher Arbeitsanfall kann eine Freistellung nicht rechtfertigen. Ihm ist durch eine Dienstbefreiung Rechnung zu tragen (Buchholz 238.37 § 42 PersVG NW Nr. 3). Die Dienstbefreiung kommt vor allem für Sitzungen und für die Erledigung unregelmäßig anfallender, dem Umfang und der erforderlichen Erledigungszeit nach nicht im Voraus bestimmbarer Aufgaben in Betracht. Fallen hingegen regelmäßig Aufgaben an, die eine bemessbare Zeit für ihre Erledigung erfordern, so ist nicht eine Dienstbefreiung, sondern eine dem Zeitaufwand angepasste Freistellung zu gewähren (a.a.O. S. 2).

4 Mit seiner Annahme im angefochtenen Beschluss, der zeitliche Aufwand für Sitzungen des Personalrats, regelmäßige Gespräche des Personalrats mit der Dienststellenleitung sowie die Veranstaltung von Sprechstunden rechtfertige keine teilweise Freistellung, weil deren Häufigkeit und Dauer nicht im Voraus festgelegt werden könne, weicht das Oberverwaltungsgericht nicht vom Senatsbeschluss vom 16. Mai 1980 ab, sondern wendet die dort ausgesprochene abstrakte Maßgabe auf den zu entscheidenden Einzelfall an.

5 2. Auch die Grundsatzrüge gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG greift nicht durch. Der Antragsteller will sinngemäß geklärt wissen, ob bei turnusmäßiger - statt anlassbezogener - Veranstaltung von Personalratssitzungen, Gesprächen mit der Dienststellenleitung und Sprechstunden eine teilweise Freistellung von Personalratsmitgliedern in "Kleindienststellen" geboten ist. Diese Frage ist unter Berücksichtigung des genannten Senatsbeschlusses vom 16. Mai 1980 mit dem Oberverwaltungsgericht eindeutig zu verneinen, so dass es zu ihrer Klärung der Durchführung eines Rechtsbeschwerdeverfahrens nicht bedarf. Der oben wiedergegebenen Maßgabe des Senatsbeschlusses vom 16. Mai 1980 liegt die Überlegung zugrunde, dass im Falle schwankenden und daher nicht präzise kalkulierbaren Arbeitsumfangs die Dienstbefreiung passgenauer als die Freistellung dem Erfordernis gerecht wird, Mitgliedern des Personalrats die zur Erledigung ihrer mandatsbedingten Aufgaben nötige Zeit zu verschaffen. Diese Überlegung wird nicht dann hinfällig, wenn Personalratssitzungen, Gespräche mit der Dienststellenleitung und Sprechstunden turnusmäßig stattfinden. Auch bei turnusmäßiger Veranstaltung wird ihre Dauer - jedenfalls in "Kleindienststellen" - stark variieren und dementsprechend der mit ihnen anfallende Arbeitsaufwand erheblich schwanken. Ein auf sie bezogenes starres Freistellungsquantum würde unter Umständen zu bestimmten Zeiten nicht ausgeschöpft werden, hingegen zu anderen Zeiten nicht hinreichen, um den durch sie anfallenden Arbeitsumfang abzudecken. Insofern erweist sich die Dienstbefreiung hier als das flexiblere Instrument. Normativ erhebliche Nachteile für die Personalratstätigkeit sind mit diesem Instrument aus Sicht des Senats nicht verbunden.

Mots-clés

personnel representationpartial releasesmall unitsduty releasenon-admission complaintdivergencefundamental importanceworkload variability

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether periodic personnel council meetings, discussions with management, and office hours in small units justify partial release of council members.

Solution extraite

No. Even if these activities recur on a regular schedule, their workload in small units does not require partial release; duty release remains the appropriate instrument.

Motifs extraits

The court applied its 1980 case law on small units and held that regular tasks requiring measurable time may justify release adjusted to the workload. Here, the lower court merely applied that standard. Regular scheduling does not eliminate the variability in duration and workload, and a fixed release quota would be either excessive or insufficient.

Question juridique clé

Whether the complaint raised a divergence warranting admission of the legal complaint.

Solution extraite

No divergence was shown. The lower court did not depart from the prior precedent but applied it to the facts.

Motifs extraits

The challenged decision followed the abstract standard previously set out by the Senate and did not formulate a conflicting legal rule.

Question juridique clé

Whether the matter had fundamental importance requiring a legal complaint.

Solution extraite

No. The legal question was answered clearly by existing precedent, so clarification in further proceedings was unnecessary.

Motifs extraits

Existing case law already resolved the issue; the recurring nature of the activities did not make the legal standard uncertain.

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