Restitution property must be clearly identified after joinder

BVerwG 8 B 20/10Bverwg / Division 810 déc. 2010Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court dealt with a restitution dispute over parcels that had been split into several parallel proceedings. It held that a restitution application and the resulting judgment must identify the affected property with sufficient precision. Because the split order and the lower court judgment no longer clearly identified the concrete parcels, the court joined the proceedings again so that a legally effective and enforceable decision could be rendered for all remaining assets.

Regeste Omnilex

§ 93 Satz 1, § 125 Abs. 1 Satz 1, § 141 Satz 1 VwGO; restitution proceedings require sufficiently individualized identification of the disputed property. A restitution application must be specific both as to the person and the asset concerned; the judicial decision must likewise designate the concrete object of the claim with such precision that the subject matter of the judgment is unmistakable and, if necessary, enforceable. If a severance order causes the property reference to become unclear, a renewed joinder may be necessary to secure a valid and enforceable decision for all assets still affected (consid. 3).

Texte intégral

BVerwG — 8 B 20/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-12-10

Aktenzeichen: 8 B 20/10

Dokumenttyp: Beschluss

Vorinstanz: vorgehend VG Potsdam, 4. Dezember 2008, Az: 1 K 2257/08, Urteil

Spruchkörper: 8. Senat

Gründe

I.

1 Das Verfahren betrifft vom Verwaltungsgericht im angefochtenen Urteil nicht näher bezeichnete Grundstücke, deren Rückübertragung nach § 1 Abs. 6 VermG der am 28. Januar 2006 verstorbene Friedrich ... S.-B., der Vater des Klägers, mit Schreiben vom 2. Oktober 1990 beantragt hatte. Mit Teil-Bescheid vom 30. März 1999 lehnte das Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen des Landes B. diesen Antrag "auf Rückübereignung der ehemaligen Herrschaft B. mit den Gütern B. und P.-K., ..., mit einer Größe von 11 179,82 ha" ab. Mit der gegen diesen Bescheid erhobenen Klage hat zunächst der Vater des Klägers, dann der Kläger, sein Begehren weiterverfolgt. Mit Beschluss vom 3. Dezember 2008 hat das Verwaltungsgericht

  • das Verfahren hinsichtlich der Vermögenswerte, für die die beigeladene Stadt B. Verfügungsberechtigte ist, abgetrennt und unter dem neuen Aktenzeichen 1 K 2255/08 fortgeführt,

  • das Verfahren hinsichtlich der Vermögenswerte, für die das beigeladene Land B. Verfügungsberechtigter ist, abgetrennt und unter dem neuen Aktenzeichen 1 K 2256/08 fortgeführt,

  • das Verfahren hinsichtlich der Vermögenswerte, für die die beigeladene Stadt Z. Verfügungsberechtigte ist, abgetrennt und unter dem neuen Aktenzeichen 1 K 2257/08 fortgeführt,

  • das Verfahren hinsichtlich der Vermögenswerte, für die die beigeladene T. ... GmbH Verfügungsberechtigte ist, abgetrennt und unter dem neuen Aktenzeichen 1 K 2258/08 fortgeführt,

  • das Verfahren hinsichtlich der Vermögenswerte, für die die beigeladene T. AG Verfügungsberechtigte ist, abgetrennt und unter dem neuen Aktenzeichen 1 K 2259/08 fortgeführt,

  • das Verfahren hinsichtlich der von den vorstehend bezeichneten Abtrennungen nicht betroffenen Vermögenswerte abgetrennt und unter Aufhebung der Beiladungen unter dem bisherigen Aktenzeichen 1 K 1922/08 fortgeführt.

Mit Urteilen vom 4. Dezember 2008 hat das Verwaltungsgericht die Klagen in den vorbezeichneten Verfahren abgewiesen und die Revision jeweils nicht zugelassen. Mit seiner am 25. Mai 2009 beim Verwaltungsgericht eingegangenen Beschwerde, die dem Bundesverwaltungsgericht am 1. März 2010 vorgelegt worden ist, begehrt der Kläger im vorliegenden Verfahren - ebenso wie in den vorbezeichneten Parallelverfahren - sinngemäß die Zulassung der Revision.

II.

2 Die Entscheidung über die Verbindung des vorliegenden Verfahrens mit dem Verfahren BVerwG 8 B 17.10 (VG 1 K 1922/08) zur gemeinsamen Entscheidung beruht auf § 141 Satz 1, § 125 Abs. 1 Satz 1, § 93 Satz 1 VwGO.

3 Nicht nur ein Restitutionsantrag muss sowohl hinsichtlich der Person (vgl. dazu u.a. Urteil vom 24. Juni 1999 - BVerwG 7 C 20.98 - BVerwGE 109, 169 <173> = Buchholz 428 § 30a VermG Nr. 10 m.w.N.) als auch in Bezug auf den oder die begehrten Vermögensgegenstände (vgl. dazu u.a. Beschlüsse vom 22. April 1999 - BVerwG 8 B 81.99 - Buchholz 428 § 30a VermG Nr. 8 und vom 21. Mai 1999 - BVerwG 7 B 16.99 - Buchholz 428 § 30 VermG Nr. 11; Urteil vom 5. Oktober 2000 - BVerwG 7 C 8.00 - Buchholz 428 § 30 VermG Nr. 21) individualisierbar sein. Dementsprechend hat der Rechtsvorgänger des Klägers die zurückbegehrten Grundstücke als "ehemalige Herrschaft B. mit den Gütern B. und P.-K." bezeichnet und Karten beigefügt, in denen die zurückbegehrten Flächen markiert waren. Auch gerichtliche Entscheidungen über einen Restitutionsantrag erfordern hinreichende Klarheit über den jeweils konkret betroffenen Vermögensgegenstand, auf den das beschiedene Restitutionsbegehren zielt. Dieser muss in der gerichtlichen Entscheidung - u.a. im Hinblick auf eine eventuelle spätere Vollstreckung - so genau bezeichnet werden, dass der Gegenstand der gerichtlichen Entscheidung eindeutig erkennbar ist. Daran fehlt es hier jedenfalls in Folge der Trennung der Verfahren. Die Vermögensgegenstände (Grundstücke), auf die sich der Restitutionsantrag des Klägers und das Urteil des Verwaltungsgerichts konkret beziehen, sind weder im Tatbestand des Urteils noch im Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 3. Dezember 2008 hinreichend bezeichnet. Es reicht nicht aus, wenn im Trennungsbeschluss für das vorliegende Verfahren lediglich von "Vermögenswerten, für die die Beigeladene - Stadt Z. - Verfügungsberechtigte ist", die Rede ist. Nur durch eine (erneute) Verbindung aller Verfahren ist gesichert, dass hinsichtlich aller vom Restitutionsantrag noch betroffenen Vermögenswerte eine rechtskraftfähige und ggf. vollstreckungsfähige Entscheidung ergehen kann.

Mots-clés

restitutionproperty identificationjoinderenforceabilityseverance of proceedingsadministrative litigation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the proceedings should be joined for a common decision

Solution extraite

The proceedings had to be joined so that a legally effective and enforceable decision could be issued for all assets still covered by the restitution request.

Motifs extraits

After the case split, the disputed parcels were no longer sufficiently identified in the judgment or split order. A restitution decision must precisely designate the specific property concerned; otherwise its subject matter is unclear, including for later enforcement.

Question juridique clé

Whether the property subject to restitution was sufficiently individualized despite the split proceedings

Solution extraite

No. The designation 'assets for which the added city of Z. is entitled to dispose' was not enough to identify the concrete parcels.

Motifs extraits

Both the restitution application and the judicial decision must make clear which specific assets are involved. The split proceedings destroyed the clarity needed for a valid and enforceable judgment.

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