Court cost reminder dismissed; 60 euro fee upheld

BVerwG 3 KSt 2/17, 3 KSt 2/17 (3 B 55/16)Bverwg / 3e division30 janv. 2017Dismissed

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Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court treated the applicant’s letter as a reminder against a 60 euro court-cost invoice. It held that the reminder failed because the applicant had to bear the costs of her unsuccessful and inadmissible complaint under Section 154(2) VwGO. The GNotKG provisions relied on by the applicant were inapplicable, and the GKG tariff correctly fixed a 60 euro fee for the dismissed complaint. The reminder proceedings themselves were fee-free and entailed no cost reimbursement.

Regeste Omnilex

§ 154 Abs. 2 VwGO, § 1 Abs. 2 Nr. 1 GKG, § 3 Abs. 2 GKG, Nr. 5502 KV GKG; court costs for an unsuccessful inadmissible complaint and scope of the cost assessment reminder. The costs of an unsuccessful legal remedy are borne by the party lodging it. For complaints not specially listed and not exempt from fees, rejection or dismissal triggers the fixed fee provided by the tariff. Provisions of the GNotKG concerning voluntary jurisdiction do not apply outside their material scope; the provisions on reminders against the cost assessment and on value complaints do not affect the fee basis of the underlying complaint proceedings. Reminder proceedings against the cost assessment are fee-free; no reimbursement is ordered (consid. 4-8).

Texte intégral

BVerwG — 3 KSt 2/17, 3 KSt 2/17 (3 B 55/16), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-01-30

Aktenzeichen: 3 KSt 2/17, 3 KSt 2/17 (3 B 55/16)

ECLI: ECLI:DE:BVerwG:2017:300117B3KSt2.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt, 18. Oktober 2016, Az: 3 P 188/16vorgehend VG Halle (Saale), 25. August 2016, Az: 7 A 267/16 HAL

Spruchkörper: 3. Senat

Gründe

1 Das Schreiben der Antragstellerin vom 16. Januar 2017, mit dem sie sich gegen die Kostenrechnung vom 11. Januar 2017 wendet, ist als Erinnerung gegen diese Kostenrechnung zu werten, mit der von der Antragstellerin Gerichtskosten in Höhe von 60 € erhoben werden.

2 Diese Erinnerung, über die der Senat nach der senatsinternen Geschäftsverteilung durch den Berichterstatter als Einzelrichter entscheidet (vgl. BVerwG, Beschluss vom 25. Januar 2006 - 10 KSt 5.05 - juris), bleibt ohne Erfolg.

3 Zur Begründung ihrer Erinnerung macht die Antragstellerin geltend, die Kostenerhebung sei ungerechtfertigt, da sie laut § 81 GNotKG sowie § 66 Abs. 8 und § 68 Abs. 3 GKG ohne Rechtsgrundlage erfolge.

4 Die Einwendungen der Antragstellerin sind unbegründet. Ihre Kostentragungspflicht ergibt sich aus § 154 Abs. 2 VwGO; nach dieser Bestimmung fallen die Kosten eines ohne Erfolg eingelegten Rechtsmittels demjenigen zur Last, der das Rechtsmittel eingelegt hat. Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt. Der Senat hat mit seinem der angegriffenen Kostenrechnung zugrunde liegenden Beschluss vom 22. November 2016 - 3 B 55.16 - die unzulässige Beschwerde der Antragstellerin gegen den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 18. Oktober 2016 verworfen.

5 Der von der Antragstellerin in Anspruch genommene § 81 Abs. 8 des Gesetzes über die Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare (Gerichts- und Notarkostengesetz - GNotKG) ist hier nicht anwendbar. Dieses Gesetz gilt nach seinem § 1 Abs. 1 für die Erhebung von Kosten durch die Gerichte in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit und durch die Notare für ihre Amtstätigkeit; darum geht es hier nicht. Ebenso wenig stehen die von der Antragstellerin angeführten §§ 66 Abs. 8 und 68 Abs. 3 GKG der Kostenerhebung entgegen; diese Bestimmungen betreffen die Erinnerung gegen den Kostenansatz bzw. die Beschwerde gegen die Festsetzung des Streitwerts, nicht aber das der Kostenrechnung hier zugrunde liegende Beschwerdeverfahren.

6 Die angegriffene Kostenrechnung ist auch der Höhe nach nicht zu beanstanden. Gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. Abs. 1 Satz 1 GKG sind Kosten nach Maßgabe des Gerichtskostengesetzes zu erheben. Gemäß § 3 Abs. 2 GKG i.V.m. Nr. 5502 des Kostenverzeichnisses fällt in Verfahren über nicht besonders aufgeführte Beschwerden, die nicht nach anderen Vorschriften gebührenfrei sind, eine Festgebühr in Höhe von 60 € an, wenn die Beschwerde verworfen oder zurückgewiesen wird. Die unzulässige Beschwerde der Antragstellerin erfüllt diesen Gebührentatbestand.

7 Die Gebühr wurde gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 1 GKG mit der Kostenentscheidung des Senats fällig. Die Antragstellerin ist im betreffenden Rechtszug (§ 22 GKG) und als diejenige, der die Kosten durch die gerichtliche Entscheidung auferlegt wurden (§ 29 Nr. 1 GKG), zahlungspflichtig.

8 Das Verfahren über die Erinnerung gegen den Kostenansatz ist gebührenfrei; Kosten werden nicht erstattet (§ 66 Abs. 8 GKG).

Mots-clés

court costsreminderinadmissible complaintfee schedulecost allocationvoluntary jurisdictionfee-free proceedings

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the applicant's challenge to the 60 euro court-cost invoice is well founded as a reminder against the costs assessment.

Solution extraite

The reminder is unfounded because the applicant must bear the costs of her unsuccessful complaint, and the fee of 60 euros is correctly calculated under the court-cost rules.

Motifs extraits

Costs followed from the loss of the prior complaint under Section 154(2) VwGO. The cited GNotKG provisions did not apply because this was not a matter of voluntary jurisdiction, and the cited GKG provisions on reminders and value complaints did not bar the cost invoice. Under the GKG tariff, an inadmissible complaint that is rejected or dismissed attracts the fixed fee of 60 euros.

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