Hearing complaint under § 152a VwGO dismissed

BVerwG 4 B 45/16, 4 B 45/16 (4 B 40/16)Bverwg / 4e division20 oct. 2016Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court dismissed the claimant’s hearing complaint under § 152a VwGO. It held that no decisive violation of the right to be heard had occurred. The complaint that the court had not taken account of submissions from the OVG proceedings did not succeed, because the underlying leave-to-appeal grounds were insufficiently substantiated and the court was not obliged to reconstruct the prior procedural history on its own. The court also found no coherent showing of a procedural defect in the OVG’s handling of the case. Costs were imposed on the claimant.

Regeste Omnilex

§ 152a VwGO; hearing complaint and alleged denial of the right to be heard; a hearing complaint is unfounded where the alleged omission merely attacks the court’s assessment of the substantiation requirements for a leave-to-appeal ground. The remedy is not a substitute for review of the court’s legal assessment of the completeness or sufficiency of the non-admission complaint, nor does it oblige the court to investigate the earlier proceedings ex officio. A procedural defect must be demonstrated in a coherent and legally substantiated manner; mere criticism of the appeal court’s case management or its view that the matter was ripe for decision does not suffice (consid. 2-4).

Texte intégral

BVerwG — 4 B 45/16, 4 B 45/16 (4 B 40/16), Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-10-20

Aktenzeichen: 4 B 45/16, 4 B 45/16 (4 B 40/16)

ECLI: ECLI:DE:BVerwG:2016:201016B4B45.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 152a VwGO

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 28. Juni 2016, Az: 7 A 1371/13, Beschlussvorgehend VG Köln, 22. April 2013, Az: 8 K 5769/11

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Gegenstand der Anhörungsrüge

Gründe

1 Die Anhörungsrüge nach § 152a VwGO hat keinen Erfolg. Der Senat hat den Anspruch des Klägers auf rechtliches Gehör nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt. Der Kläger hat daher keinen Anspruch auf Fortführung des Nichtzulassungsbeschwerdeverfahrens nach § 152a Abs. 1 Satz 1 VwGO.

2 Die Anhörungsrüge wirft dem Senat vor, Schriftsätze aus dem Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht nicht zur Kenntnis genommen zu haben. Dies führt nicht auf einen Gehörsverstoß. Ein Verfahrensmangel ist in der Nichtzulassungsbeschwerde nach § 133 Abs. 1 VwGO nur dann im Sinne von § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO ausreichend bezeichnet, wenn er sowohl in den ihn (vermeintlich) begründenden Tatsachen als auch in seiner rechtlichen Würdigung substantiiert und schlüssig dargetan wird (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 19. August 1997 - 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 26 S. 14 und vom 20. Februar 2014 - 8 B 64.13 - juris Rn. 19). Entgegen der Auffassung des Klägers ist es daher nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts, unzureichende Ausführungen der Nichtzulassungsbeschwerde zum Anlass zu nehmen, das Prozessgeschehen aus der Vorinstanz zu ermitteln (BVerwG, Beschluss vom 8. März 1962 - 5 B 92.61 - Buchholz 310 § 132 VwGO Nr. 39) und auf etwaige Verfahrensfehler hin zu prüfen.

3 Der Kläger hat in seiner Nichtzulassungsbeschwerde als Verstoß gegen die prozessuale Fürsorgepflicht beanstandet, die Annahme einer Erledigung habe dem erkennenden Senat des Oberverwaltungsgerichts "keinen zwingenden Anlass (gegeben), eine Beendigung des Verfahrens zu erwirken (...)". Dieser sei gehalten gewesen, "das Verfahren statt prozedural weiter zur Sache zu fördern". Hinsichtlich der "Anregung des Klägers, weiterhin um eine Problemlösung bemüht zu sein", habe sich die Vorinstanz pflichtwidrig darauf beschränkt, "dies abzuwehren". Auf die Möglichkeit des Abwartens einer neuen Baugenehmigung habe der Kläger "hingewiesen", dies sei "zwanglos" möglich gewesen. Diese, kaum geordneten Ausführungen hat der Senat zur Kenntnis genommen, aber als nicht ausreichend substantiiert gewürdigt. Die Kritik des Klägers an dieser Würdigung führt schon deshalb nicht zum Erfolg der Anhörungsrüge, weil das Verfahren nach § 152a VwGO nicht dazu dient, die Rechtsauffassung des Senats zu den Anforderungen an die Darlegung von Revisionszulassungsgründen zu überprüfen (BVerwG, Beschluss vom 16. Juni 2009 - 3 B 3.09 - juris Rn. 5).

4 Im Übrigen weist der Senat darauf hin, dass auch unter Würdigung der Anhörungsrüge und der von ihr wiedergegebenen Schriftsätze ein Verfahrensfehler der Vorinstanz nicht schlüssig dargelegt ist. Auch in diesen Schriftsätzen hat der anwaltlich vertretene Kläger nicht beantragt, den Ausgang des laufenden Genehmigungsverfahrens abzuwarten. Es fehlt eine nachvollziehbare rechtliche Darlegung, warum das Oberverwaltungsgericht in einer solchen Situation gehindert gewesen sein könnte, das als entscheidungsreif angesehene Verfahren abzuschließen. Der Verweis der Nichtzulassungsbeschwerde auf eine prozessuale Fürsorgepflicht "als Ausfluss (...) des Anspruchs (...) auf rechtliches Gehör" genügt insoweit nicht.

5 Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2, § 162 Abs. 3 VwGO.

Mots-clés

hearing complaintright to be heardsubstantiation requirementsleave to appealprocedural defectcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the hearing complaint under § 152a VwGO established a decisive violation of the right to be heard.

Solution extraite

No decisive violation of the right to be heard was shown; the complaint had no success.

Motifs extraits

The court had considered the submissions but found them insufficiently substantiated. § 152a VwGO cannot be used to challenge the court’s assessment of the requirements for stating a ground for leave to appeal or to compel the court to reconstruct the earlier proceedings on its own.

Question juridique clé

Whether the alleged failure to consider briefs and the criticism of the OVG’s handling of the case showed a procedural defect.

Solution extraite

The alleged procedural defect was not plausibly and coherently demonstrated.

Motifs extraits

Even on the basis of the complaint and the quoted submissions, the claimant had not shown that he had requested the court to await the pending permitting procedure, nor why the OVG was barred from concluding the case as ripe for decision.

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