Revision non-admission overturned for hearing and procedure violations

BVerwG 8 B 101/13Bverwg / Division 822 oct. 2014Annulled

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Résumé

The Beigeladenen succeeded with their complaint against the denial of leave to appeal. The Federal Administrative Court held that the Administrative Court Potsdam had violated the right to be heard and other procedural duties, while the asserted fundamental-question and divergence grounds were unfounded. The judgment annulling the transfer decision of 22 March 2007 was set aside, and the case was remanded to another chamber of the Administrative Court Potsdam. Costs were reserved for the final decision.

Regest

Art. 103(1) GG; § 108(1) sent. 1 and 2, § 108(2), § 86(1), § 133(6) VwGO; § 173 VwGO i.V.m. § 563(1) sent. 2 ZPO analogously: A non-admission complaint succeeds where the contested judgment is affected by a violation of the right to be heard or of essential procedural duties. If the court of first instance has committed such defects, the judgment is to be set aside and the matter remitted to another chamber where this appears appropriate to safeguard confidence in justice and to avoid repeated procedural errors. Unfounded are merely asserted fundamental-question or divergence grounds that do not justify admission of the appeal.

Texte intégral

BVerwG — 8 B 101/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-10-22

Aktenzeichen: 8 B 101/13

ECLI: ECLI:DE:BVerwG:2014:221014B8B101.13.0

Dokumenttyp: Beschluss

Vorinstanz: vorgehend VG Potsdam, 18. April 2013, Az: 1 K 841/11, Urteil

Spruchkörper: 8. Senat

Gründe

I

1 Die Beigeladenen wenden sich mit ihrer Beschwerde - ebenso wie in den Parallelverfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 102.13, 8 B 3.14 und 8 B 4.14 - gegen die in dem aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 18. April 2013 ergangenen Urteil des Verwaltungsgerichts erfolgte Nichtzulassung der Revision.

2 Das Verfahren betrifft das 241 qm große Flurstück ... der Flur ... im Gemeindegebiet der Klägerin, die dessen Eigentümerin und Verfügungsberechtigte ist. Das Grundstück gehörte ebenfalls zum historischen Gutsgelände ... der Brüder Albert und Max S. Mit dem hier streitgegenständlichen Bescheid vom 22. März 2007 übertrug das Bundesamt das Grundstück auf die Beigeladenen in ungeteilter Erbengemeinschaft.

3 Nachdem das Verwaltungsgericht Potsdam mit Urteil vom 13. November 2008 - VG 1 K 799/07 - den streitgegenständlichen Bescheid aufgehoben hatte, hat das Bundesverwaltungsgericht auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Beigeladenen mit Beschluss vom 28. März 2011 (BVerwG 8 B 44.10) dieses aufgehoben und die Sache an das Verwaltungsgericht zurückverwiesen. Das Verwaltungsgericht hat mit dem angegriffenen, am 24. September 2013 zugestellten Urteil vom 18. April 2013 - VG 1 K 841/11 - den Bescheid der Beklagten vom 22. März 2007 erneut aufgehoben und die Revision nicht zugelassen.

II

4 Die Beschwerde der Beigeladenen, deren Begründung im Wesentlichen wortidentisch mit der Begründung der im Verfahren BVerwG 8 B 99.13, 8 B 100.13, 8 B 102.13, 8 B 3.14 und 8 B 4.14 eingelegten Nichtzulassungsbeschwerde ist, hat Erfolg. Das angegriffene Urteil verletzt die Beigeladenen in ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO) sowie in ihren Verfahrensrechten aus § 108 Abs. 1 Satz 1 und 2 VwGO sowie aus § 86 Abs. 1 VwGO. Dagegen sind die erhobenen Grundsatz- und Divergenzrügen nicht begründet. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen wird insoweit auf die Begründung in dem Beschluss des Senats vom heutigen Tage in dem dieselben Beteiligten betreffenden Verfahren BVerwG 8 B 99.13 verwiesen. Das angegriffene Urteil wird gemäß § 133 Abs. 6 VwGO aufgehoben und das Verfahren wird im Interesse des Vertrauens der Beigeladenen in die Rechtspflege und zur Vermeidung erneuter Verfahrensfehler gemäß § 173 VwGO i.V.m. § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO (analog) zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an eine andere Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam zurückverwiesen.

5 Die Kostenentscheidung muss der Schlussentscheidung vorbehalten bleiben.

6 Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 1 und 4 GKG. Unter Zugrundelegung des vom Verwaltungsgericht in Ansatz gebrachten Grundstückswerts von 50 €/qm errechnet sich daraus für die Fläche von 241 qm ein Wert von 12 050 €.

Mots-clés

right to be heardprocedural errornon-admission complaintremandadministrative procedure