Insufficient substantiation of legal-development ground

BFH III B 113/16Bfh / 3e division22 févr. 2017Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The plaintiffs challenged the refusal to admit revision in a tax dispute concerning interest on a voluntary advance payment. The Federal Fiscal Court held that the complaint did not properly set out the ground of legal development, because it failed to engage with the relevant provisions, case law, and literature and did not show why the legal question was still doubtful. The complaint was therefore dismissed as inadmissible, and the plaintiffs were ordered to bear the costs.

Regeste Omnilex

§ 115 Abs. 2 no. 2 alt. 1, § 116 Abs. 3 sentence 3 FGO; substantiation of the ground of legal development in a complaint against denial of revision. The ground of legal development requires a specific, generally relevant and clarifiable legal question. The appellant must state, with substantiated argument, in what respect and for what reasons the question remains contested or doubtful; where relevant case law and scholarly writings exist, these must be engaged with critically and it must be shown why the issue is not already settled. If the answer follows plainly from the statutory wording and purpose, the complaint must also address this point. Mere assertion of an implied or tacit legal consequence is insufficient (consid. 1-3).

Texte intégral

BFH — III B 113/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-02-22

Aktenzeichen: III B 113/16

ECLI: ECLI:DE:BFH:2017:B.220217.IIIB113.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 37 EStG 2009, § 233a AO, § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 1 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO, EStG VZ 2012

Vorinstanz: vorgehend FG Nürnberg, 6. Juni 2016, Az: 4 K 1510/15, Urteil

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Verzinsung einer freiwilligen Zahlung - Darlegung des Zulassungsgrundes der Rechtsfortbildung

Leitsatz

NV: Die Rechtsfrage, ob die Nichtrückzahlung einer freiwilligen Vorauszahlung zur Einkommensteuer einer wirksamen Steuerfestsetzung gleichsteht, ist nicht hinreichend dargelegt, wenn eine Auseinandersetzung mit den einschlägigen gesetzlichen Regelungen, der Rechtsprechung und dem Fachschrifttum fehlt.

Tenor

Die Beschwerde der Kläger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Nürnberg vom 6. Juni 2016 4 K 1510/15 wird als unzulässig verworfen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger zu tragen.

Gründe

1 Die Beschwerde ist unzulässig und daher durch Beschluss zu verwerfen (§ 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Die Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) haben den geltend gemachten Revisionszulassungsgrund der Fortbildung des Rechts (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) nicht in einer den Anforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO genügenden Weise dargelegt.

2 1. Der Zulassungsgrund der Rechtsfortbildung nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO setzt als Spezialfall des § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO die Darlegung und das Vorliegen einer hinreichend bestimmten und im Allgemeininteresse liegenden klärungsbedürftigen und klärbaren Rechtsfrage voraus (z.B. Senatsbeschluss vom 21. September 2015 III B 125/14, BFH/NV 2016, 61, Rz 7, m.w.N.). Zur Klärungsbedürftigkeit muss der Beschwerdeführer substantiiert ausführen, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gründen die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist. Vor allem sind, sofern zu dem Problemkreis Rechtsprechung und Äußerungen im Fachschrifttum vorhanden sind, eine grundlegende Auseinandersetzung damit sowie eine Erörterung geboten, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als geklärt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Klärung bedarf (z.B. Senatsbeschluss vom 2. Dezember 2013 III B 32/12, BFH/NV 2014, 542, Rz 3, m.w.N.). Da eine Zulassung der Revision gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO dann ausscheidet, wenn sich die Beantwortung der aufgeworfenen Rechtsfrage ohne weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt, muss sich die Beschwerdebegründung auch hiermit jedenfalls dann befassen, wenn nahe liegt, dass die Rechtslage eindeutig ist (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 22. Oktober 2008 X B 162/08, BFH/NV 2009, 156, unter 1., m.w.N.).

3 2. Diesen Anforderungen wird die Beschwerdebegründung nicht gerecht.

4 Die Kläger haben den Klärungsbedarf der von ihnen aufgeworfenen Rechtsfrage, ob "die Nichtrückzahlung der freiwilligen Vorauszahlung zur Einkommensteuer einer entsprechenden wirksamen Steuerfestsetzung gleich(steht)", nicht schlüssig dargelegt. Das kurz gefasste Vorbringen erschöpft sich vielmehr im Wesentlichen darin, der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) habe --nach Auffassung der Kläger-- durch ihre freiwillige Zahlung die Vorauszahlung zur Einkommensteuer konkludent und stillschweigend festgesetzt. Die Beschwerdebegründung befasst sich jedoch weder mit § 233a der Abgabenordnung noch mit § 37 des Einkommensteuergesetzes. Die Kläger legen auch nicht dar, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gründen die Beantwortung der von ihnen formulierten Rechtsfrage umstritten oder doch zumindest zweifelhaft ist; sie setzen sich zudem nicht mit der einschlägigen Rechtsprechung und dem Fachschrifttum auseinander.

5 3. Der Senat sieht von einer Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begründung ab (§ 116 Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 2 FGO).

6 4. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.

Mots-clés

tax procedureinadmissibilitylegal developmentsubstantiationadvance paymentinterestcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint sufficiently substantiated the ground of legal development for admitting revision.

Solution extraite

No. The appellants did not adequately explain the need for clarification of the legal question, nor did they engage with the relevant statutory provisions, case law, or scholarly literature.

Motifs extraits

For the ground of legal development under § 115(2) no. 2 alternative 1 FGO, a concrete, contested, and clarifiable legal question must be shown. The complaint must address why the issue remains doubtful despite existing law and literature; it must also confront the text of the statutes when the legal position appears clear. The appellants merely asserted that their voluntary payment should count as an implied assessment and failed to address §§ 233a AO and 37 EStG.

Question juridique clé

Allocation of costs of the complaint proceedings.

Solution extraite

The appellants must bear the costs of the complaint proceedings.

Motifs extraits

Costs follow from the unsuccessful, inadmissible complaint under § 135(2) FGO.

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