Withdrawal of claim by unauthorized representative is effective

BFH IX B 153/13Bfh / Division 921 mai 2014Dismissed

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Résumé Omnilex

The BFH rejected the complaint against the FG Münster judgment. It held that a person acting without written authority may, after being provisionally allowed by the court under § 62(6) sentence 2 FGO, validly withdraw the claim previously filed on behalf of the claimant. The claimant’s payment of court costs did not amount to a restriction on that provisional authorization; to prevent further action by the unauthorized representative, the claimant had to expressly object to continued appearances before the court. Costs were imposed on the complainant.

Regeste Omnilex

§ 62 Abs. 6 Satz 2 FGO; Wirksamkeit der Klagerücknahme durch vollmachtlosen Vertreter; Wird einem ohne schriftliche Vollmacht auftretenden Vertreter vom Gericht eine Frist zur Vollmachtvorlage gesetzt, so wird er konkludent vorläufig zur Prozessführung zugelassen. Diese vorläufige Zulassung umfasst auch die Befugnis zur Klagerücknahme. Will der Vertretene die weitere Prozessführung verhindern, hat er dem Gericht ausdrücklich mitzuteilen, dass er dem weiteren Auftreten widerspreche; aus der Bezahlung der Gerichtskosten folgt dies nicht. Eine solche Zahlung beschränkt die vorläufige Zulassung nicht und ersetzt keinen Widerruf oder Widerspruch gegenüber dem Gericht.

Texte intégral

BFH — IX B 153/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-05-21

Aktenzeichen: IX B 153/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 62 Abs 6 S 2 FGO

Vorinstanz: vorgehend FG Münster, 16. Oktober 2013, Az: 6 K 158/12 F, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Wirksame Klagerücknahme durch vollmachtlosen Vertreter

Leitsatz

  1. NV: Der vollmachtlose Vertreter kann die Klage zurücknehmen .

  2. NV: Will der angeblich Vertretene verhindern, dass der vollmachtlose Vertreter die Klage zurücknimmt, muss er der weiteren Prozessführung ausdrücklich widersprechen; aus der Bezahlung der Gerichtskosten ergibt sich dies nicht .

Gründe

1 Die Rechtssache hat weder grundsätzliche Bedeutung (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich.

2 Im Ergebnis zu Recht hat das Finanzgericht (FG) die Klagerücknahme durch den vollmachtlosen Vertreter als wirksam erachtet. Wer als Bevollmächtigter ohne schriftliche Vollmacht auftritt, handelt in fremdem Namen als Vertreter ohne Vertretungsmacht. Setzt das Gericht dem angeblichen Vertreter eine Frist zur Vorlage der Vollmacht (§ 62 Abs. 6 Satz 2 FGO), lässt es ihn konkludent als vollmachtlosen Vertreter vorläufig zur Prozessführung zu (vgl. BFH-Urteil vom 11. Januar 1980 VI R 11/79, BFHE 129, 305, BStBl II 1980, 229). Das ist vorliegend geschehen. Der vollmachtlose Vertreter ist damit befugt, die von ihm namens des Klägers und Beschwerdeführers (Kläger) erhobene Klage auch wieder zurückzunehmen (ständige Rechtsprechung, vgl. nur BFH-Beschluss vom 21. Dezember 1994 III R 228/94, BFH/NV 1995, 1008).

3 Etwas anderes ergibt sich nicht daraus, dass der Kläger nach eigenem Bekunden vor der Klagerücknahme durch den vollmachtlosen Vertreter die Gerichtskosten beglichen hat. Es kann dahinstehen, ob darin eine konkludente (beschränkte) Genehmigung der bisherigen Prozessführung durch den Bevollmächtigten erkannt werden kann oder ob eine solche Genehmigung dem Gericht gegenüber hätte erklärt werden müssen. Daraus ergibt sich jedenfalls keine Beschränkung der vorläufigen Zulassung des vollmachtlosen Vertreters durch das Gericht, auch wenn der Kläger dem vollmachtlosen Vertreter für die weitere Prozessführung eine Vollmacht nicht erteilen wollte. In diesem Fall hätte er, um das weitere Auftreten des vollmachtlosen, aber vom Gericht vorläufig zugelassenen Vertreters zu verhindern, sich an das Gericht wenden und mitteilen müssen, dass er dem Auftreten des vollmachtlosen Vertreters in Zukunft widerspreche. Das ist jedoch nicht geschehen.

4 Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.

Mots-clés

tax procedureunauthorized representationwithdrawal of claimprovisional admissioncourt costscomplaint dismissal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether a person acting without power of attorney could validly withdraw the claim after provisional admission by the court.

Solution extraite

Yes. A representative without authority who is provisionally admitted by the court may also withdraw the claim he filed on behalf of the claimant.

Motifs extraits

By setting a deadline under § 62(6) sentence 2 FGO, the court provisionally allows the unauthorized representative to conduct the case. That provisional admission includes the power to withdraw the claim again.

Question juridique clé

Whether payment of court costs by the claimant prevented the unauthorized representative from later withdrawing the claim.

Solution extraite

No. Payment of court costs did not limit the court's provisional admission or prevent the withdrawal; the claimant would have had to expressly object to the continued conduct of the case.

Motifs extraits

Any prior payment of costs did not amount to a restriction on the provisional authorization. To stop the unauthorized representative from acting further, the claimant had to notify the court that he opposed further appearances by that person, which he did not do.

Question juridique clé

Whether the complaint had sufficient grounds for admission.

Solution extraite

No admissible ground for admission was shown; the matter had neither fundamental importance nor required development or uniformity of the law.

Motifs extraits

The BFH found no reason to admit the complaint under § 115(2) FGO grounds.

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