Witness’s appeal against order penalty requires representation

BFH IV B 73/10Bfh / 4e division12 janv. 2011Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The BFH held that an appeal against an order penalty imposed on a non-appearing witness is also subject to the representation requirement under § 62 Abs. 4 FGO. Because the complainant filed the appeal personally and did not cure the defect despite repeated warnings, the appeal was inadmissible and had to be dismissed.

Regeste Omnilex

§ 62 Abs. 4 FGO; representation requirement before the BFH also applies to appeals under § 128 Abs. 1 FGO against an order penalty imposed on a witness under § 82 FGO in conjunction with § 380 Abs. 3 ZPO; the requirement covers all procedural acts initiating proceedings before the BFH. If the appeal is not filed by one of the authorized representatives named in § 62 Abs. 2 FGO, even after repeated judicial warnings, it must be dismissed as inadmissible (consid. 2–3).

Texte intégral

BFH — IV B 73/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-01-12

Aktenzeichen: IV B 73/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 55 Abs 2 FGO, § 62 Abs 2 FGO, § 62 Abs 4 FGO vom 12.12.2007, § 82 FGO, § 128 Abs 1 FGO, § 129 Abs 1 FGO, § 380 Abs 3 ZPO

Vorinstanz: vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 4. Mai 2010, Az: 5 K 7107/06 B, Beschluss

Spruchkörper: 4. Senat

Titelzeile

Vertretungszwang für Beschwerde eines Zeugen gegen die Festsetzung eines Ordnungsgelds

Leitsatz

  1. NV: Auch die nach § 128 Abs. 1 FGO statthafte Beschwerde gegen die Festsetzung eines Ordnungsgelds gegen einen nicht erschienenen Zeugen gem. § 82 FGO i.V.m. § 380 Abs. 3 ZPO unterliegt dem Vertretungszwang vor dem BFH (§ 62 Abs. 4 Satz 1 FGO) .

  2. NV: Wird die Beschwerde auch nach wiederholter Belehrung des Beschwerdeführers (Zeugen) nicht von einer der in § 62 Abs. 2 Satz 1 FGO bezeichneten Personen oder Gesellschaften eingelegt, ist die Beschwerde als unzulässig zu verwerfen .

Tatbestand

1 I. Das Finanzgericht (FG) hat gegen die als Zeugin geladene, in der mündlichen Verhandlung vom 4. Mai 2010 nicht erschienene Beschwerdeführerin mit Beschluss vom 4. Mai 2010 5 K 7107/06 B ein Ordnungsgeld in Höhe von 500 € festgesetzt. Zugleich wurde die Beschwerdeführerin belehrt, der Beschluss sei unanfechtbar. Der am 22. Juni 2010 von der Beschwerdeführerin persönlich eingelegten Beschwerde hat das FG nicht abgeholfen und die Beschwerde dem Bundesfinanzhof (BFH) vorgelegt. Mit Schreiben der Geschäftsstelle des IV. Senats des BFH vom 14. Juli 2010 wurde die Beschwerdeführerin auf den beim BFH bestehenden Vertretungszwang (§ 62 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung --FGO--) hingewiesen. Mit Schreiben des Vorsitzenden vom 11. November 2010, ausweislich Postzustellungsurkunde zugestellt am 13. November 2010, wurde die Beschwerdeführerin erneut auf den vor dem BFH bestehenden Vertretungszwang hingewiesen und gebeten, nunmehr ihre Beschwerde bis spätestens 22. Dezember 2010 unter Beachtung der im Schreiben vom 14. Juli 2010 dargestellten Formerfordernisse wirksam einzulegen. Die Beschwerdeführerin hat sich nicht geäußert.

Entscheidungsgründe

2 II. Die Beschwerde ist unzulässig und deshalb durch Beschluss zu verwerfen (§ 132 FGO).

3 Vor dem BFH muss sich --wie die Beschwerdeführerin vom BFH belehrt worden ist-- jeder Beteiligte, sofern es sich nicht um eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder um eine Behörde handelt, durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer als Bevollmächtigten vertreten lassen; zur Vertretung berechtigt sind auch Gesellschaften i.S. des § 3 Nrn. 2 und 3 des Steuerberatungsgesetzes, die durch solche Personen handeln (§ 62 Abs. 2 und Abs. 4 Satz 1 FGO). Der Vertretungszwang gilt gemäß § 62 Abs. 4 Satz 2 FGO auch für Prozesshandlungen, durch die ein Verfahren vor dem BFH eingeleitet wird, also auch für die Einlegung von Rechtsmitteln beim FG (vgl. auch BTDrucks 16/3655, S. 98 f.). Damit unterliegt auch die gegen die Festsetzung eines Ordnungsgelds gegen einen nicht erschienenen Zeugen gemäß § 82 FGO i.V.m. § 380 Abs. 3 der Zivilprozessordnung statthafte Beschwerde nach § 128 Abs. 1 FGO (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 19. August 2008 II B 67/08, BFH/NV 2008, 1870) dem Vertretungszwang. Nachdem die Beschwerde auch nach wiederholter Belehrung der Beschwerdeführerin nicht von einer der genannten Personen oder Gesellschaften eingelegt worden ist, ist die Beschwerde als unzulässig zu verwerfen. Dies ungeachtet dessen, dass sich die Frist zur Einlegung der Beschwerde mangels ordnungsgemäßer Belehrung durch das FG im Streitfall nicht nach § 129 Abs. 1 FGO, sondern nach § 55 Abs. 2 FGO bestimmt.

Mots-clés

representation requirementinadmissibilitywitnessorder penaltyappealtax procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the witness’s appeal against the order penalty was admissible without representation before the BFH

Solution extraite

No. The appeal was subject to mandatory representation before the BFH and was not filed by an authorized representative.

Motifs extraits

Under § 62 Abs. 4 FGO, representation is required for all procedural acts initiating BFH proceedings, including appeals. The appeal against an order penalty under § 82 FGO in conjunction with § 380 Abs. 3 ZPO therefore also falls under that requirement. Despite repeated warnings, no authorized person or entity filed the appeal.

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