Unspecific objections do not justify admission of revision

BFH IX B 29/10Bfh / Division 95 août 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Fiscal Court rejected the complainants’ non-admission complaint against a Hessian Fiscal Court judgment on the distinction between production costs and maintenance expenses. It held that the complaint did not meet the substantiation requirements for fundamental importance under section 116(3) sentence 3 FGO and that the issue was already clarified by existing case law. The court also found that the generalized allegations of interpretive error, arbitrary unequal treatment, and violation of ability-to-pay were not sufficiently supported to establish a qualified legal error under section 115(2) no. 2 alternative 2 FGO.

Regeste Omnilex

§ 115 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 2 Alt. 1 und 2 FGO; § 116 Abs. 3 S. 3 FGO; Anforderungen an die Darlegung der Zulassungsgründe im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren. Eine Beschwerde ist unzulässig bzw. unbegründet, wenn die behauptete Rechtsfrage nicht als klärungsbedürftig und klärungsfähig dargetan wird, insbesondere wenn die Beschwerde sich nicht mit bestehender höchstrichterlicher Rechtsprechung auseinandersetzt. Pauschale Rügen von Auslegungsfehlern, willkürlicher Ungleichbehandlung oder Verstößen gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip genügen nicht; erforderlich ist eine substantiierte, an Verfassung und BVerfG-Rechtsprechung orientierte rechtliche Auseinandersetzung mit einem qualifizierten Rechtsanwendungsfehler (vgl. consid. 1-4).

Texte intégral

BFH — IX B 29/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-08-05

Aktenzeichen: IX B 29/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 2 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO

Vorinstanz: vorgehend Hessisches Finanzgericht, 26. November 2009, Az: 3 K 3807/04, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

NZB: Pauschale Einwendungen keine qualifizierten Rechtsanwendungsfehler

Leitsatz

NV: Soweit pauschal auch Auslegungsfehler von erheblichem Gewicht, willkürliche Ungleichbehandlung und eine Verletzung des Grundsatzes der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit gerügt werden, ist einerseits nicht substantiiert dargelegt, dass ein qualifizierter, zur Zulassung der Revision nach führender Rechtsanwendungsfehler i.S.v. § 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alt. FGO vorliegt, andererseits fehlt es an einer an den Vorgaben des GG und der dazu ergangenen Rechtsprechung des BVerfG orientierten rechtlichen Auseinandersetzung.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Abgesehen davon, dass ihre Begründung nicht den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) im Einzelnen entspricht, sind die geltend gemachten Zulassungsgründe auch nicht gegeben.

2 1. Die Kläger und Beschwerdeführer (Kläger) haben die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache nicht hinreichend gemäß § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt. Denn es fehlt an Ausführungen, inwieweit eine aufgeworfene Rechtsfrage (zur Abgrenzung der Herstellungskosten von Erhaltungsaufwendungen) in Rechtsprechung und/oder Literatur umstritten ist und deshalb eine höchstrichterliche Klärung dieser Rechtsfrage über die Beurteilung des Streitfalls hinaus für die Allgemeinheit Bedeutung hat (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 24. Oktober 2003 IX B 83/03, BFH/NV 2004, 353, m.w.N.); auch ist nicht dargetan, weshalb trotz der vorhandenen Rechtsprechung des BFH (z.B. BFH-Urteile vom 9. Mai 1995 IX R 88/90, BFHE 178, 32, BStBl II 1996, 628; vom 16. Juli 1996 IX R 34/94, BFHE 181, 50, BStBl II 1996, 649; vom 17. Juni 1997 IX R 30/95, BFHE 183, 470, BStBl II 1997, 802; vom 13. Oktober 1998 IX R 80/95, BFH/NV 1999, 605) gleichwohl eine erneute Entscheidung erforderlich sein soll.

3 Die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) ist auch nicht gegeben. Sie ist vielmehr anhand der o.a. BFH-Rechtsprechung geklärt. Im Übrigen orientiert sich die Abgrenzungsfrage (Herstellungskosten/Erhaltungsaufwendungen) jeweils an den Umständen des Einzelfalls, die generell nicht grundsätzlich bedeutsam sind. Die Rechtssache konnte daher so entschieden werden, wie das Finanzgericht es getan hat, auch wenn der neue Gebäudeteil lediglich eine schon bisher vorhandene Funktion ersetzt (Satteldach mit Drempel statt bisherigem Walmdach; vgl. BFH-Beschluss vom 8. Mai 2001 IX B 153/00, BFH/NV 2001, 1290). Entsprechend ist auch eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alternative FGO nicht erforderlich.

4 2. Soweit die Kläger pauschal auch Auslegungsfehler von erheblichem Gewicht, willkürliche Ungleichbehandlung und eine Verletzung des Grundsatzes der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit rügen, ist einerseits nicht substantiiert dargelegt, dass ein qualifizierter, zur Zulassung der Revision nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative FGO führender Rechtsanwendungsfehler vorliegt (vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 7. Juli 2005 IX B 13/05, BFH/NV 2005, 2031; vom 28. August 2007 VII B 357/06, BFH/NV 2008, 113, m.w.N.), andererseits fehlt es an einer an den Vorgaben des Grundgesetzes und der dazu ergangenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts orientierten rechtlichen Auseinandersetzung.

5 3. Im Übrigen ergeht der Beschluss nach § 116 Abs. 5 Satz 2 FGO ohne weitere Begründung.

Mots-clés

non-admission complaintfundamental importancesubstantiation requirementsqualified legal errortax litigationmaintenance expensesproduction costsconstitutional objections

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint sufficiently substantiated the ground of fundamental importance for admission of revision.

Solution extraite

No. The complaint did not explain that the legal question was disputed in case law or literature, and it did not show why further clarification was needed despite existing Federal Fiscal Court case law.

Motifs extraits

The court found the requirements of section 116(3) sentence 3 FGO unmet because the submission lacked concrete arguments on controversy and general importance.

Question juridique clé

Whether the complaint showed a need for development of the law or a qualified legal error justifying admission of revision.

Solution extraite

No. The distinction between production costs and maintenance expenses was already clarified by established case law and depended on the circumstances of the individual case; the generalized constitutional objections were not sufficiently substantiated.

Motifs extraits

The court held that the claimed legal errors and constitutional complaints were only stated in general terms and were not supported by a focused legal analysis under the Basic Law and Constitutional Court jurisprudence.

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