Kurberatung is not similar to legal practice

BFH VIII B 23/10Bfh / Division 87 sept. 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Fiscal Court rejected the complaint against denial of leave to appeal. It held that the claimant’s criticism of the merits did not establish a ground for admission under § 115 Abs. 2 FGO. The curative consultancy for mother-child spa treatments was not comparable to the profession of a lawyer because the claimant lacked equivalent legal training and state examinations. The tax treatment of welfare associations was irrelevant, and any alleged unequal treatment could not justify unlawful tax relief.

Regeste Omnilex

§ 115 Abs. 2 FGO; fundamental importance and similar professional activity: A complaint against denial of leave to appeal fails where the submissions merely challenge the substantive correctness of the lower judgment. A curative advisory activity for mother-child spa treatments is not a freelance activity similar to legal practice if the person concerned lacks comparable comprehensive legal training and the state examinations required for the legal profession. For the classification of a natural person’s activity, the income tax treatment of welfare associations is irrelevant; an alleged unlawful advantage to competitors does not create a claim to corresponding unlawful tax exemption.

Texte intégral

BFH — VIII B 23/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-09-07

Aktenzeichen: VIII B 23/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 18 EStG 2002, GewStG

Vorinstanz: vorgehend Niedersächsisches Finanzgericht, 28. Dezember 2009, Az: 7 K 245/08, Urteil

Spruchkörper: 8. Senat

Titelzeile

Eine Kurberaterin übt keine einem Rechtsanwalt ähnliche Berufstätigkeit aus

Leitsatz

  1. NV: Einkünfte aus Kurberatung (für Mutter-Kind-Kuren) sind gewerblich; die Beratungstätigkeit erfordert keine dem Rechtsanwalt ähnliche Qualifikation .

  2. NV: Für die Zuordnung der Beratungstätigkeit einer natürlichen Person zu einer Einkunftsart ist es ohne Bedeutung, ob und wie ggf. die Beratung durch freie Wohlfahrtsverbände besteuert wird .

Gründe

1 Die Beschwerde ist nicht begründet.

2 Die Voraussetzungen für eine Zulassung der Revision nach § 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen nicht vor.

3 a) Soweit die Klägerin und Beschwerdeführerin (Klägerin) Einwendungen gegen die materielle Richtigkeit des angefochtenen Urteils geltend macht, wird damit kein Zulassungsgrund dargetan. Von vornherein unbeachtlich sind Einwände gegen die Richtigkeit des angefochtenen Urteils, die nur im Rahmen einer Revisionsbegründung erheblich sein können. Dies gilt im Streitfall auch hinsichtlich des von der Klägerin gerügten Verstoßes gegen Treu und Glauben, den sie darin sieht, dass der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) ihre zuvor einkommensteuerlich als freiberuflich eingestufte Tätigkeit der Gewerbesteuer unterworfen hat (vgl. im Übrigen dazu Urteil des Bundesfinanzhofs vom 24. August 1995 IV R 112/94, BFH/NV 1996, 449).

4 b) Die Rechtssache ist nicht von grundsätzlicher Bedeutung. Eine Rechtssache hat grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht, weil sie rechtssystematisch bedeutsam ist und ihre Klärung das Interesse der Allgemeinheit an der Entwicklung und Handhabung des Rechts betrifft (ständige Rechtsprechung, s. Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., § 115 Rz 23 ff., m.w.N.; BFH-Beschluss vom 27. April 2007 VIII B 250/05, BFH/NV 2007, 1675). Die Frage muss zudem klärungsbedürftig sein.

5 Die im Streitfall von der Klägerin aufgeworfene Frage, ob die Einkünfte aus Kurberatung (für Mutter-Kind-Kuren) gewerblich oder solche aus selbständiger Arbeit sind, ist nicht klärungsbedürftig, da sie offensichtlich so wie im angefochtenen Urteil zu beantworten ist. Insbesondere ist die Berufstätigkeit der Klägerin nicht der eines Rechtsanwalts ähnlich, weil es ihr an einer vergleichbaren umfassenden juristischen Vorbildung und der Ablegung der zur Ausübung des Rechtsanwaltsberufs erforderlichen Staatsprüfungen fehlt. Setzt der Vergleichsberuf eine qualifizierte Ausbildung voraus, muss auch derjenige, der die Ausübung eines ähnlichen Berufs behauptet, über eine vergleichbare Ausbildung verfügen (BFH-Beschluss vom 16. September 1999 XI B 63/98, BFH/NV 2000, 242, m.w.N.). Die Fachkenntnisse der Klägerin und die von ihr geleistete Beratung nur in einem Teil des Sozialrechts schaffen hingegen keine vergleichbare, dem freien Beruf des Rechtsanwalts ähnliche Qualifikation.

6 c) Für die Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit einer natürlichen Person ist es ohne Bedeutung, wie die beratende Tätigkeit freier Wohlfahrtsverbände ertragsteuerlich einzuordnen ist, die als Körperschaften per se nicht dem Einkommensteuergesetz (EStG) unterliegen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 EStG) und keine freiberufliche Tätigkeit i.S. von § 18 EStG ausüben können.

7 d) Die in dem Vorbringen der Klägerin implizit enthaltene Frage, ob sie im Vergleich zu den Wohlfahrtsverbänden gleichheitswidrig benachteiligt wird, wenn deren sachlich vergleichbare Beratungstätigkeit --möglicherweise-- nicht der Gewerbesteuer unterworfen wird, hat ebenfalls keine grundsätzliche Bedeutung. Denn durch die Rechtsprechung ist bereits geklärt, dass die Frage, ob Einkünfte aus einer Tätigkeit der Gewerbesteuer unterliegen, nach Maßgabe des Gewerbesteuerrechts zu beantworten ist und eine ggf. mit dem Gesetz nicht vereinbare rechtswidrige Bevorzugung eines Konkurrenten keinen Anspruch auf gleichermaßen rechtswidrige Freistellung von der Besteuerung schafft (vgl. BFH-Beschluss vom 18. September 2007 I R 30/06, BFHE 219, 184, BStBl II 2009, 126; BFH-Urteil vom 5. Oktober 2006 VII R 24/03, BFHE 215, 32, BStBl II 2007, 243).

Mots-clés

trade taxfreelance activitysimilar professionlegal trainingfundamental importanceleave to appealsocial law counseling

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint justified admission of revision based on alleged errors in the classification of the claimant’s income as commercial rather than freelance.

Solution extraite

No. Mere objections to the correctness of the challenged judgment do not establish a ground for leave to appeal.

Motifs extraits

Such objections are only relevant in a substantive appeal. The claimant’s criticism, including the alleged breach of good faith, did not show a statutory ground for admission.

Question juridique clé

Whether the case had fundamental significance because curative consultancy for mother-child spa treatments might qualify as self-employed work similar to a lawyer’s profession.

Solution extraite

No. The activity is not similar to that of a lawyer and therefore does not qualify as freelance professional work.

Motifs extraits

A comparable profession requires comparable comprehensive legal training and the state examinations required for the legal profession. Expertise in only part of social law is insufficient.

Question juridique clé

Whether the tax treatment of welfare associations’ advisory services affected the classification of the claimant’s activity.

Solution extraite

No. The tax treatment of nonprofit welfare associations is irrelevant to the income classification of a natural person.

Motifs extraits

Because corporations are not subject to the income tax rules in the same way and cannot exercise freelance activity within the meaning of the statute, their treatment does not determine the claimant’s classification.

Question juridique clé

Whether unequal treatment compared with welfare associations created a further ground for leave to appeal.

Solution extraite

No. Even an allegedly unlawful advantage for a competitor does not entitle the claimant to an equally unlawful tax exemption.

Motifs extraits

The question whether income is subject to trade tax must be answered under trade tax law itself.

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