Non-admission complaint on loss carryforward rejected

BFH IX B 213/09Bfh / Division 96 avr. 2010Dismissed

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Résumé

The Federal Fiscal Court rejected the claimants’ non-admission complaint in a tax case concerning a loss carryforward and a zero-income-tax assessment. It held that the complaint did not meet the substantiation requirements of § 116(3) sentence 3 FGO and that no ground for admission existed. A zero-tax assessment is generally not appealable because the taxpayer is not aggrieved, and a higher loss deduction can only be pursued in proceedings on the determination of the remaining loss carryforward, not in the loss year. The claimants’ arguments were merely objections to the fiscal court’s legal assessment and did not justify admission of the revision.

Regest

§ 116 Abs. 3 Satz 3 FGO; § 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 Alt. 1 FGO; loss carryforward and zero-tax assessment: A complaint for leave to appeal is inadmissible or unfounded if it merely substitutes the complainant’s own view for that of the fiscal court and argues only errors of substantive law. A zero-income-tax assessment is generally not challengeable for lack of grievance. A higher loss deduction is to be examined only in proceedings for determination of the remaining loss carryforward under § 10d Abs. 3 EStG, and only in the year of utilization, not in the year in which the loss arose (consid. 2–4).

Texte intégral

BFH — IX B 213/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-04-06

Aktenzeichen: IX B 213/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 10 Abs 3 EStG 1997, § 40 Abs 2 FGO, § 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 115 Abs 2 Nr 2 Alt 1 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO

Vorinstanz: vorgehend Thüringer Finanzgericht, 27. Oktober 2009, Az: 1 K 446/09, Urteil

Spruchkörper: 9. Senat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde: Verlustabzugs-Feststellung; fehlerhafte Rechtsanwendung

Leitsatz

  1. NV: Über einen höheren Verlustabzug kann nur im Verfahren über die Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs entschieden werden, und zwar nicht im Jahr der Verlustentstehung, sondern im Jahr des Verlustabzugs.

  2. NV: Setzen die Kläger ihre eigene Ansicht anstelle der des FG und rügen mit ihren --nach einer Revisionsbegründung gehaltenen-- Einwänden eine fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG, also materiell-rechtliche Fehler, kann damit die Zulassung der Revision nicht erreicht werden.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Ihre Begründung entspricht schon nicht den Darlegungsanforderungen des § 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO); zudem liegt ein Zulassungsgrund i.S. von § 115 Abs. 2 FGO nicht vor.

2 1. Die von den Klägern und Beschwerdeführern (Kläger) aufgeworfene Rechtsfrage nach dem Vorrang einer rechtswidrigen Änderung eines Steuerbescheids vor der --wegen der Festsetzung der Einkommensteuer auf Null vom Finanzgericht (FG) judizierten-- Unzulässigkeit der Klage hat keine grundsätzliche Bedeutung i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO. Abgesehen von der fehlenden Auseinandersetzung mit den zu diesem Thema in Rechtsprechung und Literatur vertretenen Auffassungen ist die Frage von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) geklärt. Danach kann ein auf Null lautender Einkommensteuerbescheid grundsätzlich nicht angefochten werden, da der Steuerpflichtige insoweit nicht beschwert und damit die Klage unzulässig ist (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 14. Juni 2000 XI R 4/00, BFH/NV 2000, 1465; BFH-Beschlüsse vom 15. Dezember 2000 IX B 91/00, BFH/NV 2001, 795; vom 23. Februar 2007 VIII B 106/06, BFH/NV 2007, 1164). Über einen höheren Verlustabzug kann nur im Verfahren über die Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs (für das Streitjahr: § 10d Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes) entschieden werden (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil in BFH/NV 2000, 1465; BFH-Beschluss in BFH/NV 2001, 795), und zwar nicht im Jahr der Verlustentstehung, sondern im Jahr des Abzugs (BFH-Urteil vom 17. Februar 1998 VIII R 21/95, BFH/NV 1998, 1356; BFH-Beschlüsse vom 20. Dezember 2006 VIII B 111/05, BFH/NV 2007, 699; vom 17. März 2008 IX B 102/07, BFH/NV 2008, 1179).

3 Auf der Basis dieser Rechtsprechung hat das FG den Streitfall zutreffend entschieden. Entsprechend ist auch eine Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 1. Alt. FGO nicht erforderlich.

4 2. Im Kern setzen die Kläger ihre eigene Ansicht an die Stelle der des FG und rügen mit ihren --nach Art einer Revisionsbegründung gehaltenen-- Einwänden eine fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG, also materiell-rechtliche Fehler; damit kann die Zulassung der Revision indes nicht erreicht werden (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschlüsse vom 22. Januar 2007 VI B 98/06, BFH/NV 2007, 949; vom 15. April 2008 IX B 154/07, BFH/NV 2008, 1340, unter 1. c, m.w.N.).

Mots-clés

loss carryforwardzero assessmentnon-admission complaintsubstantiation requirementsfundamental significancedevelopment of the lawgrievance