Costs after withdrawn hearing complaint not awarded

BPatG 26 W (pat) 58/11Tribunal fédéral des brevets / Division 2614 mars 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Bundespatentgericht dealt only with a cost request in connection with a withdrawn hearing complaint. The appellant asked that the trademark owner be ordered to pay the costs of that intermediate proceeding. The court held that no separate cost allocation was available under the cited provisions, because the hearing complaint is not an appeal, no procedural loser exists, and the withdrawal does not generate recoverable court fees or necessary out-of-court expenses. The request was therefore rejected without court fees and without reimbursement of costs.

Regeste Omnilex

§ 82 MarkenG; § 91 ZPO; § 97 ZPO; § 516 Abs. 3 ZPO; § 19 Abs. 1 S. 2 Nr. 5 RVG; Nr. 1700 RVG-VV: Kosten des Verfahrens über die Anhörungsrüge nach Rücknahme; keine gesonderte Kostenentscheidung zulasten einer Partei. Die Anhörungsrüge ist kein Rechtsmittel; eine Kostenverteilung nach Unterliegen setzt eine prozessuale Niederlage aufgrund gerichtlicher Sachentscheidung voraus. Auf die Rücknahme der Anhörungsrüge finden die kostenrechtlichen Folgen der §§ 97, 516 Abs. 3 ZPO nicht analog Anwendung. Mangels Entstehens von Gerichtsgebühren und notwendiger außergerichtlicher Auslagen fehlt es zudem an einer Grundlage für eine Kostenfestsetzung (vgl. Erwägungen zu den Kostenfolgen in den betreffenden Beschwerde- und Rügeverfahren).

Texte intégral

BPatG — 26 W (pat) 58/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-03-14

Aktenzeichen: 26 W (pat) 58/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 82 MarkenG, § 91 ZPO, § 97 ZPO, § 516 Abs 3 ZPO, § 19 Abs 1 S 2 Nr 5 RVG, § 321a ZPO, Nr 1700 RVG-VV

Spruchkörper: 26. Senat

Titelzeile

Markenbeschwerdeverfahren – "M BVG MetroTram (Wort-Bild-Marke)/METRO (Wort-Bild-Marke)" – Kostenentscheidung – zum Antrag auf Auferlegung der Kosten des Verfahrens über die Anhörungsrüge - Rücknahme der Anhörungsrüge – Gerichtsgebühren entstehen nicht - im Sinne der Kostenfestsetzung notwendige außergerichtliche Auslagen entstehen nicht

Tenor

In der Beschwerdesache

betreffend die Marke 305 37 549

hat der 26. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der Sitzung vom 14. März 2012 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters Dr. Fuchs Wissemann sowie des Richters Reker und des Richters am Landgericht Hermann

beschlossen:

Der Antrag der Beschwerdeführerin, der Markeninhaberin die Kosten des Verfahrens über die Anhörungsrüge aufzuerlegen, wird gerichtsgebührenfrei ohne Erstattung außergerichtlicher Auslagen zurückgewiesen.

Gründe

1 Die Gegenvorstellung der Markeninhaberin vom 22. Dezember 2011 gegen den Beschluss des Senates vom 23. November 2011 hat diese mit Schriftsatz vom 1. Februar 2012 zurückgenommen.

2 Die Beschwerdeführerin hält an ihrem dieses (Zwischen-) Verfahren betreffenden Kostenantrag vom 3. Januar 2012 mit der Ansicht fest, bei ihr sei insoweit zu erstattender Aufwand entstanden.

3 Die Markeninhaberin weist darauf hin, dass schon gesonderte Kosten nicht entstehen.

4 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist vorliegend kein Raum, gesondert über die Kosten zulasten einer Partei zu entscheiden, denn aus §§ 82 MarkenG, 91 ff., 97, 516 III ZPO folgt, dass eine solche Entscheidung nicht geboten und eine entsprechende Rechtsgrundlage nicht gegeben ist.

5 Denn eine Kostenverteilung nach Unterliegen, wie sie die vom BGH in ständiger Rechtsprechung herangezogene Vorschrift des § 91 ZPO erfordert (vgl. BGH X ZR 165/07 vom 18.1.2011 zitiert nach juris), kann mangels einer entsprechenden gerichtlichen Entscheidung nicht zugunsten der Beschwerdeführerin vorgenommen werden, da kein prozessuales Verlieren vorliegt.

6 Eine (analoge) Anwendung der §§ 97, 516 III ZPO kommt nicht in Betracht, da es sich bei der Anhörungsrüge nicht um ein Rechtsmittel handelt (vgl. Baumbach ZPO 70. Aufl. § 321 a Rn. 49, § 97 Rn. 20).

7 Im Übrigen entstehen auch keine besonderen Gebühren, deren Auferlegung auf eine Seite aus Billigkeits- oder anderen Erwägungen notwendig (vgl. zu diesem Gedanken BPatG 27 W (pat) 211/09) oder möglich wäre. Wie die Markeninhaberin zutreffend ausführt, entstehen Gerichtsgebühren nach Nr. 1700 Kostenverzeichnis zum GKG im Fall der Rücknahme einer Anhörungsrüge nicht. Auch im Sinne der Kostenfestsetzung notwendige außergerichtliche Auslagen entstehen nicht, wie sich aus § 19 I 2 Nr. 5 b) RVG ergibt (vgl. auch Zöller ZPO 29. Aufl. § 321 a Rn. 20, Stein/Jonas ZPO 22. Aufl. § 321 a Rn. 66 f., Münchner Kommentar ZPO 3. Aufl. § 321 a Rn. 18 f.).

8 | | | | | | | | | | | | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Dr. Fuchs-Wissemann | | | | Reker | | | | | | Hermann |

Mots-clés

cost allocationhearing complaintwithdrawaltrademark proceedingsout-of-court expensescourt fees

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether costs of the hearing-complaint proceeding should be imposed on the trademark owner after withdrawal of the complaint.

Solution extraite

No separate cost order was justified; neither statutory costs shifting nor a basis for reimbursing out-of-court expenses existed.

Motifs extraits

Sections 82 MarkenG, 91 ff., 97 and 516(3) ZPO did not provide a basis. There was no judicial losing party, the hearing complaint is not an appeal, and withdrawal does not trigger court fees or necessary out-of-court expenses.

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