Ex officio reinstatement for misaddressed trademark appeal

BPatG 30 W (pat) 533/10Tribunal fédéral des brevets / Division 305 août 2010Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Patent Court dealt with a trademark appeal filed at the wrong court. The Markensstelle had refused the application on absolute grounds. The appeal was sent by fax to the Federal Patent Court within the appeal period, but it reached the Patent Office only after expiry of the one-month period. The court held that ex officio reinstatement was justified because forwarding within the ordinary course of business would have been possible in time, and it therefore treated the appeal as timely filed.

Regeste Omnilex

§ 91 Abs. 3 S. 2 MarkenG, § 66 Abs. 2 MarkenG; ex officio reinstatement for a misaddressed trademark appeal. An appeal filed at the Bundespatentgericht instead of the Patent Office is inadmissible, but the filing error is harmless if the pleading reaches the Patent Office within the appeal period. If the pleading reaches the wrong court in time and, in the ordinary course of business, could have been forwarded to the competent office within the running deadline, ex officio reinstatement must be granted. The decisive factor is the objective possibility of timely forwarding, not the actual later arrival at the Patent Office (consid. 4-5).

Texte intégral

BPatG — 30 W (pat) 533/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-08-05

Aktenzeichen: 30 W (pat) 533/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 91 Abs 3 S 2 MarkenG, § 66 Abs 2 MarkenG

Vorinstanz: nachgehend BPatG München, 14. April 2011, Az: 30 W (pat) 533/10, Beschluss

Spruchkörper: 30. Senat

Titelzeile

Markenbeschwerdeverfahren - "Activo" - Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Einlegung der Beschwerde von Amts wegen

Tenor

In der Beschwerdesache

betreffend die Markenanmeldung 30 2009 006 746.5

hier: Wiedereinsetzung

hat der 30. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der Sitzung vom 5. August 2010 unter Mitwirkung der Richterin Winter als Vorsitzende, des Richters Paetzold und der Richterin Hartlieb

beschlossen:

Der Anmelderin wird von Amts wegen Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Einlegung der Beschwerde gewährt.

Gründe

I.

1 Die Markenstelle für Klasse 44 des Deutschen Patent- und Markenamts hat mit Beschluss vom 21. April 2010 die Anmeldung der Marke 30 2009 006 746.5 wegen absoluter Schutzhindernisse zurückgewiesen. In der beigefügten Rechtsbehelfsbelehrung ist u. a. darauf hingewiesen, dass die Beschwerde innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses schriftlich beim Deutschen Patent- und Markenamt einzulegen ist. Der Beschluss ist laut Empfangsbekenntnis am 26. April 2010 zugestellt worden.

2 Mit Telefax vom 18. Mai 2010 hat die Anmelderin gegen diesen Beschluss Beschwerde beim Bundespatentgericht eingelegt. Auf der Kopie des Telefaxes wurde nach Eingang beim Bundespatentgericht die Empfängeradresse ausgestrichen und der handschriftliche Vermerk: "An DPMA Marken-Abt." angefügt. Das Original der Beschwerdeschrift ist am 19. Mai 2010 beim Bundespatentgericht eingegangen. Die Beschwerdegebühr wurde am 19. Mai 2010 bezahlt. Laut Formblatt "X4201" des Deutschen Patentamts - Markenstelle 44 – ist die Beschwerde dort am 1. Juni 2010 eingegangen.

II.

3 Der Anmelderin wird von Amts wegen Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Einlegung der Beschwerde gewährt (§ 91 Abs. IV S. 2 MarkenG). Die Beschwerde der Anmelderin gilt damit als rechtzeitig eingelegt.

4 Gemäß § 66 Abs. 2 MarkenG ist die Beschwerde innerhalb eines Monats nach Zustellung des Beschlusses beim Patentamt schriftlich einzulegen. Eine an das Bundespatentgericht gerichtete Beschwerde ist unzulässig. Die falsche Adressierung ist jedoch unschädlich, wenn die Beschwerdeschrift innerhalb der Beschwerdefrist dem Deutschen Patent- und Markenamt zugeht. Gemäß Empfangsbekenntnis wurde der Beschluss am 26. April 2010 zugestellt. Die Beschwerdeschrift ist erst am 1. Juni 2010 und damit nicht innerhalb der Beschwerdefrist eingegangen.

5 Der Anmelderin ist jedoch Wiedereinsetzung von Amts wegen zu gewähren, da die Weiterleitung der beim Bundespatentgericht am 18. Mai 2010 eingegangenen Beschwerde an das im selben Gebäude ansässige Deutsche Patent- und Markenamt innerhalb der offenen Beschwerdefrist im ordentlichen Geschäftsgang unter Wahrung der Beschwerdefrist möglich gewesen wäre (vgl. BVerfG NJW 1995, 3173, 3175; NJW 2005, 2137, 2138; BGH NJW 2005, 3776, 3777; OLG Frankfurt NJW-RR 2005, 1156).

Mots-clés

trademark appealreinstatementmisaddressed filingappeal deadlineprocedural faultforwardingtimeliness

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether ex officio reinstatement should be granted for the missed deadline to file the trademark appeal.

Solution extraite

Yes. The applicant was granted ex officio reinstatement, so the appeal is deemed timely filed.

Motifs extraits

Although the appeal reached the Patent Office only after the one-month deadline, the misaddressed appeal arrived at the Federal Patent Court within time and could have been forwarded in ordinary course to the Patent Office within the open appeal period.

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