Non-admission: no substantiated violation of equality of legal protection

BVerfG 1 BvR 496/16Bverfg / 1. Senat 3. Kammer29 mars 2017Dismissed

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Résumé

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint. It held that the complaint did not satisfy the substantiation requirements because the complainant had not shown that counsel, upon accepting the mandate, had given the notice required by Section 8a(4) sentence 1 BerHG. As a result, it was not apparent that the complainant faced a fee risk and thus no personal impairment of equality in legal protection was sufficiently demonstrated. The Court therefore refrained from further reasoning under Section 93d(1) sentence 3 BVerfGG.

Regest

Art. 3 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsschutzgleichheitsgebot; Substantiierung der Verfassungsbeschwerde nach § 23 Abs. 1 S. 2, § 92 BVerfGG; ein die eigene Beschwer begründendes Vergütungsrisiko ist bei Rüge einer Verletzung der Rechtsschutzgleichheit darzulegen. Fehlt es an Vortrag dazu, dass der Verfahrensbevollmächtigte bei Mandatsübernahme den Hinweis nach § 8a Abs. 4 S. 1 BerHG erteilt hat, ist nicht substantiiert aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer selbst einem Kostenrisiko ausgesetzt und dadurch in seiner Rechtsschutzgleichheit betroffen ist (vgl. BVerfGE 112, 304; 129, 269; BVerfGK 5, 170).

Texte intégral

BVerfG — 1 BvR 496/16, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2017-03-29

Aktenzeichen: 1 BvR 496/16

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170329.1bvr049616

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 3 Abs 1 GG, Art 20 Abs 3 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 8a Abs 4 S 1 BeratHiG

Vorinstanz: vorgehend AG München, 11. Februar 2016, Az: 336 UR II 1479/15, Beschlussvorgehend AG München, 12. Januar 2016, Az: 336 UR II 1479/15, Beschluss

Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Verletzung der Rechtsschutzgleichheit nicht hinreichend substantiiert gerügt, wenn Vergütungsrisiko des Mandanten (hier: gem § 8a Abs 4 S 1 BeratHiG) nicht dargelegt wurde

Tenor

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde genügt nicht den Substantiierungsanforderungen der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG. Da nicht ersichtlich ist, dass der Verfahrensbevollmächtigte dem Beschwerdeführer bei der Mandatsübernahme einen Hinweis gemäß § 8a Abs. 4 Satz 1 BerHG erteilt hat, ist nicht dargelegt, dass der Beschwerdeführer ein Vergütungsrisiko trägt. Von daher ist eine Betroffenheit des Beschwerdeführers selbst in seiner Rechtsschutzgleichheit nicht erkennbar (vgl. BVerfGE 112, 304 <314 f.>; 129, 269 <278>; BVerfGK 5, 170 <171>).

2 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

3 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Mots-clés

constitutional complaintsubstantiation requirementsequality of legal protectionlegal aidfee risk