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BVerfG 2 BvQ 28/17 ΓÇó E-mail filing does not satisfy formal requirements for interim relief
BVerfG 2 BvQ 28/17Bverfg / 2. Senat 2. Kammer12 juin 2017Dismissed
The applicant sought an interim constitutional order. The Federal Constitutional Court rejected the application because the petition had been filed by e-mail and therefore did not comply with the formal requirements of § 23(1) sentence 1 BVerfGG. In addition, the applicant had not sufficiently shown that available specialist-court remedies had been exhausted, so the subsidiarity requirement for constitutional interim relief was not met. The Court therefore denied the request without deciding the application for reinstatement.
§ 23 Abs. 1 S. 1, § 32 Abs. 1 BVerfGG; einstweilige Anordnung; formwirksame Antragstellung und Subsidiarität des verfassungsgerichtlichen Eilrechtsschutzes. Eine per E-Mail übermittelte Antragsschrift genügt den Anforderungen des § 23 Abs. 1 S. 1 BVerfGG nicht. Für den Erlass einer einstweiligen Anordnung ist ferner darzulegen, dass der Antragsteller die zur Verfügung stehenden fachgerichtlichen Rechtsschutzmöglichkeiten ausgeschöpft hat; der verfassungsgerichtliche Eilrechtsschutz tritt nur subsidiär hinzu. Fehlt es hieran, ist der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung abzulehnen, ohne dass über einen Wiedereinsetzungsantrag entschieden werden muss.
Entscheidungsdatum: 2017-06-12
Aktenzeichen: 2 BvQ 28/17
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:qk20170612.2bvq002817
Dokumenttyp: Ablehnung einstweilige Anordnung
Normen: § 23 Abs 1 S 1 BVerfGG, § 32 Abs 1 BVerfGG, § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG
Spruchkörper: 2. Senat 2. Kammer
Ablehnung des Erlasses einer eA mit Tenorbegründung: Formmangel des eA-Antrags (§ 23 Abs 1 S 1 BVerfGG) bei Übermittlung per E-Mail - zudem vorrangige Inanspruchnahme fachgerichtlichen Eilrechtsschutzes nicht dargelegt
Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung wird abgelehnt, ohne dass über den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand entschieden werden müsste. Denn die Übermittlung von Dokumenten per E-Mail genügt nicht den Anforderungen des § 23 Abs. 1 BVerfGG (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 19. Mai 2010 - 1 BvR 1070/10 -, juris, Rn. 4; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 27. November 2015 - 2 BvQ 43/15 -, juris, Rn. 5). Zudem hat der Antragsteller die Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung, insbesondere die Einhaltung des auch im vorgelagerten verfassungsgerichtlichen Eilrechtsschutzverfahren geltenden Grundsatzes der Subsidiarität, nicht substantiiert dargelegt. Nach diesem Grundsatz kommt eine einstweilige Anordnung nach § 32 Abs. 1 BVerfGG nur in Betracht, wenn der Antragsteller bestehende Möglichkeiten, fachgerichtlichen Rechtsschutz zu erlangen, ausgeschöpft hat (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 13. Februar 2013 - 1 BvQ 2/13 -, juris; Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 23. Oktober 2013 - 2 BvQ 42/13 -, juris; Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 24. März 2014 - 1 BvQ 9/14 -, juris; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 10. August 2016 - 2 BvQ 36/16 -, juris).
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.