Federal President election not challengeable by election complaint

BVerfG 2 BvR 498/17Bverfg / 2. Senat 2. Kammer14 mars 2017Dismissed

Ouvrir la source

Résumé

The applicant challenged the election of the Federal President and sought interim relief. The Court construed the filing as a constitutional complaint, held that an election review complaint under Article 41 GG is available only against a Bundestag decision in election review proceedings, and found the constitutional complaint inadmissible. It also rejected the recusal motion against three judges as manifestly inadmissible because it lacked any suitable basis for bias. The request for interim relief was thereby rendered moot.

Regest

Art. 41 GG, § 48 Abs. 1 BVerfGG; challenge to the election of the Federal President is not an election review complaint, but a constitutional complaint if directed outside the Bundestag election-review decision. A pleading's designation is not decisive for its procedural classification. A recusal motion is manifestly inadmissible where it merely asserts unsuitable grounds; in such a case, no further reasoning or statement by the challenged judges is required, and they are not excluded from deciding it. Where the constitutional complaint is manifestly inadmissible, an accompanying request for interim relief becomes moot; pursuant to § 93d Abs. 1 S. 3 BVerfGG, a brief or absent reasoning is sufficient in obvious inadmissibility cases.

Texte intégral

BVerfG — 2 BvR 498/17, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2017-03-14

Aktenzeichen: 2 BvR 498/17

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2017:rk20170314.2bvr049817

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 41 Abs 2 GG, § 19 Abs 1 BVerfGG, § 32 Abs 1 BVerfGG, § 48 Abs 1 BVerfGG, § 90 Abs 1 BVerfGG, § 93d Abs 1 S 3 BVerfGG

Spruchkörper: 2. Senat 2. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Wahl des Bundespräsidenten nicht mit Wahlprüfungsbeschwerde (Art 41 Abs 2 GG, § 48 Abs 1 BVerfGG) angreifbar - Entscheidung über Ablehnungsgesuch auch im Eilverfahren bei offensichtlicher Unzulässigkeit weder eil- noch begründungsbedürftig (§ 93d Abs 1 S 3 BVerfGG) - Verfassungsbeschwerde unzulässig

Tenor

Das Ablehnungsgesuch gegen die Richterinnen Kessal-Wulf und König und den Richter Huber wird als unzulässig verworfen.

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.

Gründe

1 1. Das Ablehnungsgesuch ist offensichtlich unzulässig. Es enthält lediglich Ausführungen, die zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit gänzlich ungeeignet sind. Angesichts der - dem Antragsteller offenbar bekannten - verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung zur Ausgestaltung der Bundespräsidentenwahl war die völlige Aussichtslosigkeit des vorangegangenen Antrages auf Erlass einer einstweiligen Anordnung offensichtlich. Ein offensichtlich aussichtsloser Antrag ist jedoch auch im Verfahren über den Erlass einer einstweiligen Anordnung objektiv nicht eilbedürftig. Seine Ablehnung durch die Kammer im Verfassungsbeschwerdeverfahren ist entsprechend § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG auch nicht weiter begründungsbedürftig. Bei offensichtlicher Unzulässigkeit bedarf es keiner dienstlichen Stellungnahme der abgelehnten Richter. Diese sind auch von der Entscheidung über das offensichtlich unzulässige Ablehnungsgesuch nicht ausgeschlossen (vgl. BVerfGE 131, 239 <252 f.>; BVerfGK 8, 59 <60>).

2 2. Trotz der Bezeichnung als Wahlprüfungsbeschwerde ist die Eingabe als Verfassungsbeschwerde auszulegen, da eine Wahlprüfungsbeschwerde nach Art. 41 GG sich nur gegen einen im Wahlprüfungsverfahren ergangenen Beschluss des Bundestages richten kann (vgl. BVerfGE 2, 300 <305 f.>).

3 3. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil sie unzulässig ist. Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.

4 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

5 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Mots-clés

constitutional complaintrecusal motionelection reviewfederal presidentinadmissibilityinterim relief