Unfounded recusal motion and electoral complaint dismissed

BVerfG 2 BvC 52/14Bverfg / 2e division29 sept. 2016Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Constitutional Court rejected as manifestly inadmissible a motion to recuse Justice Müller, holding that the cited facts could not objectively justify concern about bias. It also denied legal aid because the complaint lacked sufficient prospects of success. Finally, the electoral review complaint itself was dismissed; the Court relied on the reasons stated in the rapporteur's letter and, pursuant to § 24 sentence 2 BVerfGG, gave no further reasoning.

Regeste Omnilex

§ 19 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 BVerfGG; Ablehnungsgesuch offensichtlich unzulässig, wenn der vorgebrachte Sachverhalt zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit gänzlich ungeeignet ist; bei offensichtlicher Unzulässigkeit bedarf es keiner dienstlichen Stellungnahme des abgelehnten Richters, und dieser ist an der Entscheidung nicht gehindert. Ein richterliches Berichterstatterschreiben, das lediglich eine vorläufige Rechtsauffassung in sachlicher Form mitteilt, begründet für sich allein keine Besorgnis der Befangenheit; Gleiches gilt für bloße Parteizugehörigkeit oder die Wahl auf Vorschlag einer Partei. Prozesskostenhilfe setzt nach §§ 114, 121 ZPO hinreichende Erfolgsaussicht der Rechtsverfolgung voraus. Ist eine Wahlprüfungsbeschwerde aus den mitgeteilten Gründen erfolglos, kann nach § 24 Satz 2 BVerfGG von weiterer Begründung abgesehen werden.

Texte intégral

BVerfG — 2 BvC 52/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-09-29

Aktenzeichen: 2 BvC 52/14

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2016:cs20160929.2bvc005214

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 19 Abs 1 BVerfGG, § 19 Abs 2 S 1 BVerfGG, § 24 S 2 BVerfGG, § 48 BVerfGG

Spruchkörper: 2. Senat

Titelzeile

Verwerfung (a-limine-Abweisung) einer Wahlprüfungsbeschwerde ohne weitere Begründung - Verwerfung eines offensichtlich unzulässigen Ablehnungsgesuchs

Tenor

Das Ablehnungsgesuch gegen den Richter Müller wird als unzulässig verworfen.

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgelehnt.

Die Wahlprüfungsbeschwerde wird verworfen.

Gründe

1 1. Das Ablehnungsgesuch gegen den Richter Müller ist offensichtlich unzulässig.

2 Ein Ablehnungsgesuch, das lediglich Ausführungen enthält, die zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit gänzlich ungeeignet sind, ist offensichtlich unzulässig. Bei offensichtlicher Unzulässigkeit bedarf es keiner dienstlichen Stellungnahme des abgelehnten Richters; dieser ist auch von der Entscheidung über das offensichtlich unzulässige Ablehnungsgesuch nicht ausgeschlossen (vgl. BVerfGE 11, 1 <3>; BVerfGK 8, 59 <60>).

3 So liegt der Fall hier. Das Berichterstatterschreiben vom 20. Juli 2016 bietet keinen Anlass, an der Unvoreingenommenheit und objektiven Einstellung des Richters Müller zu zweifeln. Es gibt seine vorläufige Rechtsauffassung in sachlicher Form wieder und ist als im Rahmen einer zulässigen richterlichen Aufklärungstätigkeit getroffene Maßnahme üblich und nicht geeignet, eine Besorgnis der Befangenheit zu begründen (vgl. BVerfGE 4, 143 <144>; 42, 88 <90>). Auch vermag die Zugehörigkeit des Richters Müller zur CDU für sich allein ebensowenig die Besorgnis der Befangenheit zu rechtfertigen (vgl. BVerfGE 2, 295 <297>; 11, 1 <3>; 43, 126 <128>) wie dessen Wahl auf Vorschlag dieser Partei (BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 28. Februar 2012 - 2 BvC 10/11 -, juris, Rn. 4). Aus dem übrigen, teilweise aus nicht belegten Vermutungen und Behauptungen bestehenden Vorbringen des Beschwerdeführers ist bereits nicht im Ansatz ersichtlich, inwiefern hieraus bei vernünftiger Würdigung aller Umstände des Falls Anlass besteht, an der Unvoreingenommenheit und objektiven Einstellung des Richters Müller zu zweifeln.

4 2. Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgelehnt, weil die Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (vgl. §§ 114, 121 ZPO).

5 3. Der Wahlprüfungsbeschwerde bleibt aus den im Schreiben des Berichterstatters vom 20. Juli 2016 genannten Gründen der Erfolg versagt. Gemäß § 24 Satz 2 BVerfGG wird von einer weiteren Begründung abgesehen.

Mots-clés

recusalbiaslegal aidelectoral reviewmanifest inadmissibilitysummary dismissal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the recusal motion against Justice Müller was admissible

Solution extraite

The motion was manifestly inadmissible because the asserted reasons were plainly incapable of establishing bias.

Motifs extraits

A recusal request based only on arguments wholly unsuitable to justify concern about impartiality is manifestly inadmissible; no statement from the challenged judge is required, and the judge may participate in deciding it. The Berichterstatter letter merely stated a preliminary legal view in an ordinary judicial clarification measure and did not objectively create doubt about impartiality.

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted for the complaint

Solution extraite

Legal aid was denied because the intended legal action had no sufficient prospect of success.

Motifs extraits

Under the applicable civil-procedure standards, legal aid requires a reasonable chance of success, which the complaint lacked.

Question juridique clé

Whether the electoral review complaint had merit

Solution extraite

The complaint was rejected without further reasons because it was unsuccessful on the grounds already stated in the rapporteur's letter.

Motifs extraits

The court saw no need for additional reasoning under § 24 sentence 2 BVerfGG after the complaint was found to lack merit.

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