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BVerfG 1 BvR 3049/13 ΓÇó Non-admission of constitutional complaint; compensation for unlawful detention conditions
BVerfG 1 BvR 3049/13Bverfg / 1. Senat 3. Kammer8 oct. 2015Dismissed
The First Senate's Third Chamber of the Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint. It held that the challenged civil-court decisions denying compensation for the conditions of preventive detention stayed within the ordinary courts' scope of assessment. A constitutional duty to pay money for non-pecuniary harm requires a particularly serious constitutional breach; it is not enough that rights violations were merely found. Because the intended complaint had no sufficient chance of success, legal aid and appointment of counsel were also refused.
Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG; § 90 BVerfGG; compensation for immaterial damage arising from unconstitutional conditions of detention: a constitutional duty to pay money exists only where the detention regime departs from constitutional requirements in a qualified and particularly serious manner. It is not triggered by any established rights violation as such. In proceedings concerning legal aid for intended compensation claims, the prospects of success must be assessed on this basis; if the ordinary courts' evaluation remains within their margin of appreciation and no such qualified breach is apparent, the constitutional complaint is inadmissible or not admitted (consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2015-10-08
Aktenzeichen: 1 BvR 3049/13
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2015:rk20151008.1bvr304913
Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss
Normen: Art 2 Abs 1 GG, Art 2 Abs 2 S 2 GG, § 90 BVerfGG, § 253 Abs 2 BGB, § 839 BGB, § 66 StGB
Vorinstanz: vorgehend OLG Köln, 23. September 2013, Az: 7 U 144/13, Beschlussvorgehend LG Aachen, 2. Juli 2013, Az: 12 O 478/12, Urteil
Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer
Nichtannahmebeschluss: Geldentschädigung wegen immaterieller Schäden durch rechtswidrige Umstände einer Freiheitsentziehung nur bei hinreichender Schwere der Rechtsverletzung
Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung von Herrn Rechtsanwalt T. wird abgelehnt, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet.
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
1 Die Verfassungsbeschwerde, die sich einerseits gegen die Versagung von Entschädigung aus Amtshaftung wegen der Umstände der Sicherungsverwahrung des Beschwerdeführers und andererseits gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe zur weiteren Rechtsverfolgung richtet, wird nicht zur Entscheidung angenommen.
2 Die Verfassungsbeschwerde hat keine Aussicht auf Erfolg. Die angegriffenen Entscheidungen halten sich im fachgerichtlichen Wertungsrahmen. Dabei kommt es nicht auf die fachgerichtlich unterschiedlich beurteilte Frage an, welche Anforderungen in Konkretisierung der verfassungsrechtlichen Maßgaben für die Vollzugspraxis im Einzelnen aus dem Abstandsgebot folgen und ob diese Bedingungen gegenüber dem Beschwerdeführer in jeder Beziehung erfüllt sind. Diese Frage ist nicht im Rahmen eines Prozesskostenhilfeverfahrens über Entschädigungspflichten zu klären. Vorliegend ist jedoch nicht erkennbar, dass die Umstände der Unterbringung in einer solch qualifizierten Weise verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht genügen, dass die besonderen Voraussetzungen für eine von Verfassungs wegen gebotene Entschädigungspflicht wegen eines immateriellen Schadens vorliegen, die nicht schon immer dann gegeben ist, wenn Rechtsverletzungen festgestellt werden (vgl. hierzu BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 11. November 2009 - 1 BvR 2853/08 -, NJW 2010, S. 433 <434 f.>).
3 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
4 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.