projets
BVerfG 1 BvR 3457/14 ΓÇó Constitutional complaint dismissed; abuse fee imposed
BVerfG 1 BvR 3457/14Bverfg / 1. Senat 3. Kammer15 janv. 2015Dismissed
The Federal Constitutional Court did not accept a constitutional complaint against a decision of the Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen because the complaint was insufficiently substantiated and manifestly inadmissible. As a result, the request for interim relief was moot. Legal aid and appointment of counsel were refused for lack of any prospect of success. In addition, the Court imposed an abuse fee of EUR 200 because the inadequately reasoned complaint was combined with a standard-form urgent request seeking priority treatment.
§ 93a Abs. 2, § 23 Abs. 1 sentence 2, § 92, § 34 Abs. 2 BVerfGG; constitutional complaint not accepted for decision for manifest lack of substantiation; if the pleading does not set out the challenged violation and the facts supporting it in a manner meeting the statutory requirements, the complaint is inadmissible. The non-acceptance renders an accompanying application for interim relief moot. Legal aid and appointment of counsel require a sufficient prospect of success. A clearly unsubstantiated complaint, coupled with a standard-form urgent request seeking priority treatment, may constitute abusive use of the Court's procedures and justify an abuse fee (consid. 1, 3-5).
Entscheidungsdatum: 2015-01-15
Aktenzeichen: 1 BvR 3457/14
ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2015:rk20150115.1bvr345714
Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss
Normen: § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 34 Abs 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG
Vorinstanz: vorgehend Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, 17. Dezember 2014, Az: L 15 AS 344/14 B ER, Beschluss
Spruchkörper: 1. Senat 3. Kammer
Nichtannahmebeschluss: Offensichtliche Unzulässigkeit mangels hinreichend substantiierter Begründung - Missbrauchsgebühr iHv 200 Euro bei Verbindung einer offensichtlich unzulässigen Verfassungsbeschwerde mit einem Eilantrag
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Damit erledigt sich zugleich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.
Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt.
Dem Beschwerdeführer wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 200 € (in Worten: zweihundert Euro) auferlegt.
1 1. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil Gründe für ihre Annahme nicht vorliegen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG). Die Verfassungsbeschwerde hat weder grundsätzliche Bedeutung noch ist ihre Annahme zur Durchsetzung der vom Beschwerdeführer als verletzt bezeichneten Verfassungsrechte angezeigt. Sie ist mangels hinreichender Begründung (§ 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1, § 92 BVerfGG) offensichtlich unzulässig.
2 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
3 2. Durch die Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.
4 3. Mangels Erfolgsaussicht der Verfassungsbeschwerde liegen die Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe und damit für die Beiordnung nicht vor.
5 4. Die Auferlegung der Missbrauchsgebühr erfolgt auf der Grundlage des § 34 Abs. 2 BVerfGG. Die erkennbar unzureichend begründete Verfassungsbeschwerde, die mit dem formularmäßig gestellten Eilantrag zudem einen Bearbeitungsvorrang beansprucht, stellt einen Missbrauch dar. Durch Verfahren dieser Art wird das Bundesverfassungsgericht gehindert, seine Aufgaben zu erfüllen, wodurch anderen Rechtsuchenden der ihnen zukommende Grundrechtsschutz nur verzögert gewährt werden kann (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 25. Mai 2010 - 1 BvR 690/10, 1 BvR 901/10 -, juris, Rn. 5). Dem Beschwerdeführer ist bereits mit Beschluss der Kammer vom 8. Oktober 2014 - 1 BvR 2390/14 -, juris, die Auferlegung einer Missbrauchsgebühr angedroht worden.
6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.