Constitutional complaint inadmissible for untimely substantiation

BVerfG 2 BvR 2915/10Bverfg / 2. Senat 3. Kammer14 nov. 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Constitutional Court did not admit the constitutional complaint for decision. The complainant had invoked a violation of the right to be heard but failed to submit within time the OLG decision on the hearing complaint. The Court held that a constitutional complaint must be both filed and substantiated within the one-month period, and that substantiation requires showing exhaustion of remedies, including the hearing complaint where applicable. Because this was not done in time, the complaint was inadmissible.

Regeste Omnilex

Art. 93 Abs. 1 S. 1, Art. 103 Abs. 1 GG; § 23 Abs. 1 S. 2, § 92 BVerfGG, § 93d Abs. 1 S. 3 BVerfGG; Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerde bei Erschöpfung des Rechtswegs durch Anhörungsrüge. Die Verfassungsbeschwerde ist innerhalb der Monatsfrist nicht nur einzulegen, sondern auch substantiiert zu begründen. Gehört zur Rechtswegerschöpfung die Anhörungsrüge, muss der Beschwerdeführer dem Bundesverfassungsgericht innerhalb der Monatsfrist den Inhalt der über die Anhörungsrüge ergangenen Entscheidung mitteilen; andernfalls fehlt es an einer fristgemäßen Begründung. Dies gilt unabhängig davon, ob der Anhörungsrügebeschluss selbst angegriffen wird (vgl. consid. 3).

Texte intégral

BVerfG — 2 BvR 2915/10, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2012-11-14

Aktenzeichen: 2 BvR 2915/10

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2012:rk20121114.2bvr291510

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 103 Abs 1 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 93 Abs 1 S 1 BVerfGG

Vorinstanz: vorgehend OLG München, 19. November 2010, Az: 4 Ws 156/10 (R), Beschlussvorgehend LG Augsburg, 17. September 2010, Az: 2 NöStVK 376/10, Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde bei nicht fristgerechter Vorlage der Anhörungsrügeentscheidung

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie unzulässig ist. Sie wurde nicht fristgemäß ausreichend begründet.

2 Der Beschwerdeführer, der substantiiert eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend macht (zur Gehörsverletzung durch Nichtübersendung der Stellungnahme der Gegenseite vgl. BVerfG, Beschlüsse der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 15. November 2010 - 2 BvR 1183/09 -, juris; vom 2. März 2011 - 2 BvR 43/10 u.a. -, juris; vom 21. März 2011 - 2 BvR 301/11 -, juris; vom 6. Juni 2011 - 2 BvR 2076/08 -, juris), hat es versäumt, dem Bundesverfassungsgericht fristgemäß den Beschluss vom 4. Mai 2012 zur Kenntnis zu geben, mit dem das Oberlandesgericht über die Anhörungsrüge entschieden hat.

3 Eine Verfassungsbeschwerde ist innerhalb der Monatsfrist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG nicht nur einzulegen, sondern auch zu begründen (vgl. BVerfGE 21, 359 <361>; stRspr). Zur Begründung einer Verfassungsbeschwerde gehört die Darlegung, dass der Rechtsweg erschöpft und die erstrebte Korrektur des gerügten Verfassungsverstoßes im fachgerichtlichen Verfahren unterblieben ist (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 6. Dezember 2011 - 1 BvR 1681/11 -, juris, Rn. 6). Soweit zur Erschöpfung des Rechtsweges die Erhebung einer Anhörungsrüge gehört, fehlt es demnach an der fristgemäßen Begründung der Verfassungsbeschwerde, wenn der Beschwerdeführer nach Zugang der Entscheidung über die von ihm erhobene Anhörungsrüge dem Bundesverfassungsgericht nicht innerhalb der Monatsfrist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG Mitteilung über den Inhalt dieser Entscheidung macht. Dies gilt unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer den Beschluss über die Anhörungsrüge angreifen will oder nicht (BVerfG, a.a.O.).

4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

5 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Mots-clés

constitutional complaintright to be heardhearing complaintinadmissibilitytime limitsubstantiationexhaustion of remedies

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the constitutional complaint was admissible despite the complainant's failure to timely inform the Federal Constitutional Court of the decision on the hearing complaint.

Solution extraite

No. If exhaustion of legal remedies requires a hearing complaint, the constitutional complaint must be substantiated within the one-month period by notifying the Court of the content of the hearing-complaint decision.

Motifs extraits

A constitutional complaint must not only be filed but also be substantiated within the statutory period. Where a hearing complaint is part of exhaustion, the complainant must timely show that the available correction in the ordinary courts failed; this applies regardless of whether the hearing-complaint decision itself is to be challenged.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.