Non-admission of constitutional complaint on family foundation inheritance tax

BVerfG 1 BvR 2570/10Bverfg / 1. Senat 1. Kammer22 août 2011Inadmissible

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Résumé

The First Senate, First Chamber of the Federal Constitutional Court refused to admit a constitutional complaint against BFH decisions concerning inheritance tax on a family foundation. The Court held that the constitutional permissibility of the inheritance surtax for family foundations is settled and that no need for admission to enforce rights existed. It further found no surprise-decision violation under Art. 103(1) GG and held that the remaining constitutional grievances were insufficiently substantiated under §§ 23(1) sentence 2 and 92 BVerfGG. The decision is final.

Regest

Art. 93a Abs. 2 BVerfGG; §§ 23 Abs. 1 Satz 2, 92 BVerfGG; constitutional complaint against inheritance taxation of a family foundation: A complaint is not to be admitted where the constitutional question raised is already settled and no further need for enforcement of fundamental rights exists. In reviewing specialized-court interpretation and application of ordinary law, the Federal Constitutional Court intervenes only in cases of arbitrary interpretation or a fundamentally mistaken appreciation of the significance of fundamental rights. A decision is not a surprise decision if the parties had the opportunity to address the decisive legal and factual aspects. Allegations of violations of Art. 2 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1 and Art. 3 Abs. 1 GG must be substantiated in a manner satisfying the statutory requirements; otherwise the complaint is inadmissible.

Texte intégral

BVerfG — 1 BvR 2570/10, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2011-08-22

Aktenzeichen: 1 BvR 2570/10

ECLI: ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20110822.1bvr257010

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: Art 103 Abs 1 GG, Art 14 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 3 Abs 1 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 1 Abs 1 Nr 4 ErbStG 1974

Vorinstanz: vorgehend BFH, 19. August 2010, Az: II S 3/10, Beschlussvorgehend BFH, 18. November 2009, Az: II R 46/07, Urteil

Spruchkörper: 1. Senat 1. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: teils unzulässige, teils unbegründete Urteilsverfassungsbeschwerde bzgl Erbersatzbesteuerung einer Familienstiftung

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen. Der Verfassungsbeschwerde kommt keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zu, denn die verfassungsrechtliche Zulässigkeit der Erbersatzsteuer für Familienstiftungen als solche ist geklärt (vgl. BVerfGE 63, 312).

2 Ihre Annahme ist auch nicht zur Durchsetzung der als verletzt gerügten Rechte angezeigt. Mit ihrer Verfassungsbeschwerde wendet sich die Beschwerdeführerin in erster Linie gegen die Auslegung und Anwendung des Erbschaftsteuerrechts und hier vor allem gegen die Bestimmung der Voraussetzungen einer Familienstiftung durch den Bundesfinanzhof. Im Rahmen der dem Bundesverfassungsgericht vorbehaltenen eingeschränkten Kontrolle der Auslegung und Anwendung des einfachen Rechts durch die Fachgerichte (vgl. BVerfGE 18, 85 <92 f.>; stRspr) lässt sich weder feststellen, dass der Bundesfinanzhof das Erbschaftsteuerrecht willkürlich ausgelegt (vgl. zu diesem Maßstab BVerfGE 87, 273 <278 f.>; 89, 1 <13 f.>), noch dass er dabei die Bedeutung der Grundrechte, insbesondere von Art. 2 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 GG, grundlegend verkannt hat.

3 Das angegriffene Urteil des Bundesfinanzhofs stellt sich schon mit Rücksicht auf die Einlassungen des beklagten Finanzamts im Ausgangsverfahren nicht als eine gegen Art. 103 Abs. 1 GG verstoßende Überraschungsentscheidung dar.

4 Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen eine Verletzung der allgemeinen Handlungsfreiheit durch Nichtbeachtung des Stifterwillens, der Eigentumsfreiheit durch den Zugriff auf das Vermögen der Stiftung und des Art. 6 Abs. 1 GG wegen der Besteuerung unter Bezugnahme des Steuertatbestands auf die Familie sowie des Art. 3 Abs. 1 GG wegen Inländerdiskriminierung rügt, genügt sie nicht den Anforderungen von § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG an eine hinreichend substantiierte Begründung.

5 Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Mots-clés

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