Non-admission complaint dismissed for inadequate reasoning

BSG B 5 RE 3/14 BBsg / 5e division27 févr. 2014Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The claimant filed a non-admission complaint against the LSG Hamburg’s judgment. He relied on an alleged procedural defect, arguing that the lower court should have decided the merits rather than treating the case as resolved. The BSG held that the complaint did not meet the statutory requirements for substantiation under § 160a(2) sentence 3 SGG. In particular, the claimant failed to show how the alleged procedural error could have affected the outcome. The complaint was therefore dismissed as inadmissible, and the parties were ordered to bear their own costs.

Regeste Omnilex

§ 160 Abs. 2 Nr. 3, § 160a Abs. 2 S. 3 SGG; non-admission complaint based on an alleged procedural defect; substantiation requirements and challenge to a finding of mootness. A complaint relying on a procedural defect must identify the defect by concrete facts and additionally explain, in light of the appellate court’s substantive legal view, why the defect may have influenced the decision. If the lower court declares the dispute resolved, the complaint may not merely argue that another ground for resolution existed; it must attack the absence of any procedural basis for the declaration of mootness. No special duty exists to state the ground for mootness in the operative part as a necessary component of the decision (consid. 6-8).

Texte intégral

BSG — B 5 RE 3/14 B, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-02-27

Aktenzeichen: B 5 RE 3/14 B

ECLI: ECLI:DE:BSG:2014:270214BB5RE314B0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 160 Abs 2 Nr 3 SGG, § 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 160a Abs 2 S 3 SGG, § 123 SGG

Vorinstanz: vorgehend SG Hamburg, 29. August 2011, Az: S 9 R 1061/10vorgehend Landessozialgericht Hamburg, 24. April 2013, Az: L 2 R 136/11, Urteil

Spruchkörper: 5. Senat

Titelzeile

Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Feststellung der Erledigung eines Verfahrens - Verfahrensmangel

Tenor

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Hamburg vom 24. April 2013 wird als unzulässig verworfen.

Die Beteiligten haben einander für das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erstatten.

Gründe

1 Mit Urteil vom 24.4.2013 hat das LSG Hamburg die Berufung des Klägers gegen den Gerichtsbescheid des SG Hamburg vom 29.8.2011 als unzulässig verworfen. Das SG habe dem Begehren des Klägers voll entsprochen, daher liege keine Beschwer vor.

2 Gegen die Nichtzulassung der Revision in diesem Urteil hat der Kläger Beschwerde beim BSG eingelegt. Er beruft sich auf Verfahrensfehler iS von § 160 Abs 2 Nr 3 SGG.

3 Die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers ist unzulässig, weil sie nicht formgerecht begründet ist.

4 | | | | | --- | --- | --- | | Die Revision ist nur zuzulassen, wenn | | | | | - | die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) , | | | - | das Urteil von einer Entscheidung des BSG, des GmSOGB oder des BVerfG abweicht und auf dieser Abweichung beruht (aaO Nr 2) oder | | | - | ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird, auf dem die angefochtene Entscheidung beruhen kann (aaO Nr 3) . |

5 Derartige Gründe werden in der Beschwerdebegründung nicht nach Maßgabe der Erfordernisse des § 160a Abs 2 S 3 SGG dargetan. Die Beschwerde ist daher gemäß § 160a Abs 4 S 1 iVm § 169 SGG zu verwerfen.

6 Wird eine Nichtzulassungsbeschwerde darauf gestützt, dass ein Verfahrensmangel vorliege, auf dem die angefochtene Entscheidung beruhen könne (§ 160 Abs 2 Nr 3 Halbs 1 SGG) , so müssen bei der Bezeichnung des Verfahrensmangels (§ 160a Abs 2 S 3 SGG) zunächst die den Verfahrensmangel (vermeintlich) begründenden Tatsachen substantiiert dargetan werden. Darüber hinaus ist die Darlegung erforderlich, dass und warum die Entscheidung des LSG ausgehend von dessen materieller Rechtsansicht auf dem Mangel beruhen kann, also die Möglichkeit einer Beeinflussung des Urteils besteht. Gemäß § 160 Abs 2 Nr 3 Halbs 2 SGG kann der geltend gemachte Verfahrensmangel nicht auf eine Verletzung der §§ 109 und 128 Abs 1 S 1 SGG und auf eine Verletzung des § 103 SGG nur gestützt werden, wenn er sich auf einen Beweisantrag bezieht, dem das LSG ohne hinreichende Begründung nicht gefolgt ist.

7 Der Kläger rügt, das LSG habe gegen das in § 123 SGG enthaltene Gebot verstoßen, über die vom Kläger erhobenen Ansprüche zu entscheiden und es habe zu Unrecht ein Prozessurteil erlassen.

8 Der Streit über die fortbestehende Rechtshängigkeit der Streitsache kann nur in der Weise beendet werden, dass entweder die Erledigung festgestellt oder das Verfahren in der Sache fortgeführt wird. Wird daher eine Entscheidung im ersten Sinne getroffen, könnte sie nur mit der Begründung angegriffen werden, dass ein prozessualer Grund für die Annahme der Erledigung überhaupt fehlt, nicht aber unter Hinweis darauf, dass statt des vom Gericht angenommenen in Wahrheit ein anderer Grund zur Erledigung geführt habe. Die Beschwerdebegründung legt indessen nicht dar, warum der Kläger vorliegend dennoch verfahrensentscheidend durch einen Verfahrensfehler ("error in procedendo") belastet sein könnte, obwohl seiner eigenen Auffassung nach die Erledigung des Rechtsstreits eingetreten war und das SG dies auch antragsgemäß festgestellt hatte. An diesem Ergebnis würde sich auch dann nichts ändern, wenn die Erledigung auf der Grundlage eines anderen als des vom SG angenommenen Umstandes eingetreten wäre. Eine zwingende verfahrensrechtliche Vorgabe des Inhalts, dass der Erledigungsgrund als deren notwendiger Bestandteil im Tenor der die Erledigung feststellenden Entscheidung festzustellen wäre, hat der Kläger nicht benannt.

9 Von einer weiteren Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen der Revisionszulassung beizutragen.

10 Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 Abs 1 SGG.

Mots-clés

non-admission complaintprocedural defectmootnesssubstantiation requirementssocial court procedurecosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the non-admission complaint was properly substantiated under Section 160a(2)(3) SGG.

Solution extraite

No. The complaint did not set out the alleged procedural defect and its possible relevance to the judgment in the required manner.

Motifs extraits

A complaint based on a procedural defect must substantiate the facts constituting the defect and explain why the decision could have been influenced by it. The claimant failed to do so.

Question juridique clé

Whether a violation of Section 123 SGG justified review because the LSG allegedly issued a procedural judgment instead of deciding the merits.

Solution extraite

No. The claimant did not show that the assumed error could have affected the outcome, especially since he himself considered the dispute resolved and the SG had already declared it so.

Motifs extraits

If a court decides that a case has become moot, it is only open to challenge for lack of any procedural basis for mootness, not because another mootness ground may have existed. No mandatory rule required the mootness ground itself to be stated in the operative part.

Question juridique clé

Costs of the non-admission complaint proceedings.

Solution extraite

Each party bears its own costs for the complaint proceedings.

Motifs extraits

The cost order follows an analogous application of Section 193(1) SGG.

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