Inadmissible complaint against LSG decision by incapacitated applicant

BSG B 5 R 3/17 SBsg / 5e division23 févr. 2017Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The applicant filed a self-prepared complaint against a Thüringer LSG order that had refused higher pension interim relief, while stating that he was incapable of litigation and asking for a special representative. The BSG did not decide the incapacity question, because the chosen remedy was inadmissible in any event. The challenged LSG order was not among the decisions that may be attacked before the BSG by complaint. The court therefore rejected the complaint without hearing lay judges and ordered that no costs be reimbursed.

Regeste Omnilex

§ 160a Abs. 1 SGG, § 17a Abs. 4 Satz 4 GVG, § 177 SGG; unstatthafte Beschwerde gegen einen LSG-Beschluss ist als unzulässig zu verwerfen, wenn keiner der gesetzlich abschließend geregelten Beschwerdefälle vorliegt. Die behauptete Prozessunfähigkeit braucht ausnahmsweise nicht geprüft zu werden, wenn selbst bei Annahme fehlender Prozessfähigkeit die begehrte Rechtsverfolgung keinen Erfolg haben könnte; bis zur abschließenden Klärung ist der Betroffene im Grundsatz als prozessfähig zu behandeln. Die Bestellung eines besonderen Vertreters kann die Statthaftigkeit eines unzulässigen Rechtsbehelfs nicht begründen. Die Kostenentscheidung folgt in entsprechender Anwendung von § 193 SGG.

Texte intégral

BSG — B 5 R 3/17 S, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-02-23

Aktenzeichen: B 5 R 3/17 S

ECLI: ECLI:DE:BSG:2017:230217BB5R317S0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 72 Abs 1 SGG, § 151 SGG, § 160a Abs 1 SGG, § 17a Abs 4 S 4 GVG

Vorinstanz: vorgehend SG Altenburg, 30. August 2016, Az: S 2 R 3652/05vorgehend Thüringer Landessozialgericht, 12. Dezember 2016, Az: L 6 R 1280/16 ER, Beschluss

Spruchkörper: 5. Senat

Titelzeile

Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Einlegung eines unstatthaften Rechtsbehelfs durch einen Prozessunfähigen

Tenor

Die "Nichtzulassungsbeschwerde" des Antragstellers gegen den Beschluss des Thüringer Landessozialgerichts vom 12. Dezember 2016 wird als unzulässig verworfen.

Die Beteiligten haben einander für das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erstatten.

Gründe

1 Durch Beschluss vom 12.12.2016 hat es das Thüringer LSG abgelehnt, dem Antragsteller im Wege des Erlasses einer einstweiligen Anordnung eine höhere Rente zu gewähren.

2 Der Antragsteller hat mit einem von ihm selbst verfassten und unterzeichneten Schreiben vom 10.1.2017, hier eingegangen am 12.1.2017, gegen den vorbezeichneten Beschluss des LSG ausdrücklich "Nichtzulassungsbeschwerde" eingelegt und gleichzeitig geltend gemacht, dass er prozessunfähig sei und die Bestellung eines besonderen Vertreters angeregt.

3 Der Senat kann vorliegend ausnahmsweise auf eine Prüfung der behaupteten Prozessunfähigkeit verzichten. Selbst wenn dies zuträfe, wäre der Antragsteller bis zur abschließenden Entscheidung hierüber als prozessfähig zu behandeln (BSG vom 3.7.2003 - B 7 AL 216/02 B - BSGE 91, 146 ff = SozR 4-1500 § 72 Nr 1 mwN) . Von der Bestellung eines besonderen Vertreters nach § 72 Abs 1 SGG könnte jedenfalls in Fällen der vorliegenden Art abgesehen werden. Auch dessen Genehmigung könnte der unstatthaften "Nichtzulassungsbeschwerde" gegen den Beschluss des Thüringer LSG vom 12.12.2016 keinesfalls zum Erfolg verhelfen. Entscheidungen des LSG können nur in den Fällen des § 160a Abs 1 SGG und des § 17a Abs 4 S 4 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) mit der Beschwerde an das BSG angefochten werden. Weder ein Fall des § 17a Abs 4 GVG (Beschwerde gegen einen Beschluss über die Zulässigkeit des Rechtswegs) noch ein Fall des § 160a SGG (Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in einer Entscheidung des LSG) ist hier gegeben. Der Beschluss des LSG kann daher - worauf dieses bereits selbst zutreffend hingewiesen hat - gemäß § 177 SGG nicht mit der Beschwerde zum BSG angefochten werden.

4 Die nicht statthafte Beschwerde des Antragstellers gegen den vorbezeichneten Beschluss des LSG ist daher in entsprechender Anwendung des § 169 SGG ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter als unzulässig zu verwerfen.

5 Die Kostenentscheidung beruht auf der entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.

Mots-clés

social insurancenon-admission complaintinadmissibilitylitigation capacityspecial representativeinterim reliefcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint against the LSG order was procedurally admissible before the BSG.

Solution extraite

The complaint was not admissible because the challenged LSG order was not one that could be attacked by complaint to the BSG under the cited statutory exceptions.

Motifs extraits

LSG decisions are only appealable to the BSG in the cases of Art. 160a SGG or Art. 17a para. 4 sentence 4 GVG; neither applied here. Under Art. 177 SGG the order was therefore not challengeable by complaint.

Question juridique clé

Whether alleged incapacity or appointment of a special representative could cure the defective remedy.

Solution extraite

No. Even assuming incapacity, the applicant would be treated as capable until the issue was finally decided, and appointment of a special representative could not make an unavailable remedy admissible.

Motifs extraits

The court relied on its prior case law and held that the asserted incapacity did not affect the inadmissibility of the chosen remedy.

Question juridique clé

Costs of the complaint proceedings

Solution extraite

No reimbursement of costs between the parties.

Motifs extraits

The cost order followed the corresponding application of the SGG cost provisions.

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