Recusal of court clerk over alleged defects in service copy

BGH IX ZA 5/17Bgh / Civil Chamber 922 mars 2017Dismissed

Ouvrir la source

Résumé

The Federal Court rejected the plaintiff's recusal motion against the court clerk. It held that the alleged defects in the served authenticated copy of the Senate order did not justify doubts about impartiality and were, in any event, unfounded. The copy bore the authentication stamp, the judges had signed the original, no oral hearing or announcement was required, no appeal lay, and no dating of the copy was necessary.

Regest

§§ 42, 49 ZPO; recusal of a court clerk requires objectively justified grounds capable of creating mistrust in impartiality. Alleged defects in the preparation or service of an authenticated copy do not suffice where the copy complies with the statutory requirements and no procedural formality omitted is legally required. Manifestly unfounded accusations connected with the copying process cannot support bias; decisive is whether, from the standpoint of a reasonable party, facts exist that objectively call the official's neutrality into question.

Texte intégral

BGH — IX ZA 5/17, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-03-22

Aktenzeichen: IX ZA 5/17

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:220317BIXZA5.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 317 Abs 4 ZPO, § 329 Abs 1 S 2 ZPO

Vorinstanz: vorgehend LG Würzburg, 22. Dezember 2016, Az: 3 T 2207/16vorgehend AG Kitzingen, 19. November 2015, Az: 3 C 592/15

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Zustellung einer ausgefertigte Abschrift

Tenor

Das Ablehnungsgesuch der Klägerin gegen die Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle wird für unbegründet erklärt.

Gründe

1 Das Ablehnungsgesuch der Klägerin ist gemäß §§ 42, 49 ZPO statthaft, es erweist sich jedoch als unbegründet. Die von der Klägerin behaupteten Mängel der ihr zugestellten Ausfertigung des Senatsbeschlusses vom 7. März 2017 sind nicht geeignet, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit der Urkundsbeamtin zu begründen (§ 42 Abs. 1 Fall 2, Abs. 2, § 49 ZPO). Die Mängel liegen auch nicht vor.

2 Der Klägerin ist, wie sich aus dem Farbstempelabdruck "Ausgefertigt" ergibt, keine (beglaubigte) Abschrift, sondern eine Ausfertigung zugestellt worden, also eine in gesetzlich bestimmter Form gefertigte Abschrift, die dem Zweck dient, die bei den Akten verbleibende Urschrift nach außen zu vertreten (vgl. BGH, Beschluss vom 9. Juni 2010 - XII ZB 132/09, BGHZ 186, 22 Rn. 7). Die Urschrift des Beschlusses ist von den Richtern, die ihn erlassen haben, unterschrieben worden; in der Ausfertigung sind deren Namen in Maschinenschrift ohne Klammern angegeben (vgl. BGH, Beschluss vom 18. Mai 1994 - IV ZR 8/94, VersR 1994, 1495). Der Beschluss ist ohne mündliche Verhandlung erlassen worden (§ 127 Abs. 1 Satz 1 ZPO), er bedurfte auch im Übrigen keiner Verkündung, so dass die Ausfertigung keinen Vermerk hierüber enthält. Gegen den Beschluss ist kein ordentlicher Rechtbehelf eröffnet, so dass eine Rechtsmittelbelehrung nicht erforderlich war. Die Urkundsbeamtin war auch nicht gehalten, ein Ausfertigungsdatum anzubringen (BGH, Beschluss vom 28. Februar 1985 - III ZB 11/84, VersR 1985, 503). Die gegen diese im Zusammenhang mit der Erstellung der Ausfertigung erhobenen strafrechtlichen Vorwürfe treffen offenkundig nicht zu.

KayserGehrleinLohmann
SchoppmeyerMeyberg

Mots-clés

recusalcourt clerkauthenticated copyserviceimpartiality