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BGH V ZB 175/11 ΓÇó Prior involvement in another case does not justify recusal
BGH V ZB 175/11Bgh / Ve chambre civile27 déc. 2011Dismissed
The BGH rejected a recusal motion against five judges of the Senate. The motion was based solely on their prior participation in another case involving the same factual background (V ZR 8/10). The court held that such ordinary prior judicial involvement does not, without additional circumstances, create an appearance of bias. Because the relevant participation was undisputed from the record, no service statements were needed.
§ 42 ZPO; recusal based on prior judicial involvement in another proceeding: a judge is not biased merely because he or she has already been involved in a previous case concerning the same or related facts. Typical procedural prior exposure to the subject matter, without additional circumstances capable of creating an objective appearance of partiality, is insufficient to justify a rejection request. If the decisive prior participation is already documented in the record, no separate dienstliche Äußerung is required (consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2011-12-27
Aktenzeichen: V ZB 175/11
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 42 ZPO
Vorinstanz: vorgehend OLG Hamm, 31. Januar 2011, Az: 31 U 143/07
Spruchkörper: 5. Zivilsenat
Besorgnis der Befangenheit des Richters wegen Vorbefassung mit dem Sachverhalt in einem anderen Verfahren
Das Ablehnungsgesuch des Klägers gegen die Richter Prof. Dr. Krüger, den Richter Dr. Lemke und Prof. Dr. Schmidt-Räntsch, die Richterin Dr. Stresemann und den Richter Dr. Czub wegen Besorgnis der Befangenheit wird als unbegründet zurückgewiesen.
I.
1 Mit dem angefochtenen Beschluss vom 6. Januar 2011 hat der 31. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm ein Befangenheitsgesuch gegen Mitglieder des Senats als unzulässig zurückgewiesen; die Rechtsbeschwerde hat es nicht zugelassen. Das dagegen gerichtete Rechtsmittel des Klägers hat es als Gegenvorstellung behandelt und diese am 31. Januar 2011 zurückgewiesen. Der Kläger will eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs herbeiführen und hat zunächst die in dem Tenor genannten Richter wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt.
II.
2 Das Befangenheitsgesuch ist unbegründet. Der Einholung von dienstlichen Äußerungen der abgelehnten Richter bedurfte es nicht, weil die Ablehnung ausschließlich auf deren Vorbefassung mit dem Sachverhalt in dem Verfahren V ZR 8/10 gestützt wird. Eine dienstliche Äußerung könnte ersichtlich nicht zur Aufklärung des erheblichen Sachverhalts beitragen, weil die Beteiligung der abgelehnten Richter an dem Verfahren V ZR 8/10 aktenkundig feststeht (vgl. OLG Köln, JMBlNW 2009, 89, juris Rn. 34; Zöller/Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 45 Rn. 4). Ein Ablehnungsgrund besteht nicht. Allein eine - wie hier - prozessrechtlich typische Vorbefassung mit dem Sachverhalt in einem anderen Verfahren begründet nicht die Besorgnis der Befangenheit (vgl. Zöller/Vollkommer, aaO, § 42 Rn. 15 f.). Darüber hinaus ist das Befangenheitsgesuch in dem Verfahren V ZR 8/10 inzwischen zurückgewiesen worden.
Brückner Weinland Eick
Halfmeier Leupertz