Theft of a safe requires intent to appropriate container and contents

BGH 4 StR 609/16Bgh / Criminal Chamber 427 avr. 2017Modified

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Résumé Omnilex

The Federal Court of Justice partially granted the defendant’s revision against the Bochum Regional Court judgment. In the safe-theft count, the court held that taking a closed safe while searching for cash did not show intent to appropriate the safe itself; since the contents were also not intended to be appropriated, the facts disclosed only attempted aggravated gang theft. The court therefore amended the conviction in that count and reduced the individual sentence from three years and six months to two years and six months. The remainder of the revision was dismissed, and the defendant had to bear the costs of the appeal.

Regeste Omnilex

§ 242 StGB; Zueignungsabsicht on taking a container and its contents: if the offender does not intend to appropriate the container itself, but merely expects valuable contents, the subjective element is lacking as to the container at the time of taking. Where neither the container nor its contents are intended to be appropriated, the act constitutes only an attempt. A correction of the conviction and sentence is permissible on revision; a reduction of an individual sentence need not affect the total sentence where the overall penalty would remain unaffected (consid. 2-4).

Texte intégral

BGH — 4 StR 609/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-04-27

Aktenzeichen: 4 StR 609/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:270417B4STR609.16.2

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 22 StGB, § 242 StGB

Vorinstanz: vorgehend LG Bochum, 22. April 2016, Az: 9 KLs 3/15

Spruchkörper: 4. Strafsenat

Titelzeile

Entwendung eines Tresors: Zueignungsabsicht hinsichtlich Behältnis und Inhalt

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Bochum vom 22. April 2016 im Schuld- und Strafausspruch im Fall III.2.34 der Urteilsgründe (Fallakte 42) dahin geändert, dass der Angeklagte wegen versuchten schweren Bandendiebstahls zu einer Einzelfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt ist.

  2. Die weiter gehende Revision wird verworfen.

  3. Der Angeklagte hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren Bandendiebstahls in zehn Fällen und wegen versuchten schweren Bandendiebstahls in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Im Übrigen hat es ihn freigesprochen. Gegen diese Verurteilung wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die allgemeine Sachrüge gestützten Revision. Das Rechtsmittel führt im Fall III.2.34 der Urteilsgründe zu der aus der Beschlussformel ersichtlichen Änderung; im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 1. Das Landgericht hat insoweit festgestellt, dass der Angeklagte am 2. Oktober 2014 zwischen 00.30 und 02.00 Uhr zusammen mit anderen Bandenmitgliedern aus der B. apotheke in R. auf der Suche nach Bargeld einen geschlossenen Tresor entwendete. In dem Tresor befanden sich lediglich Medikamente, an denen die Bandenmitglieder kein Interesse hatten.

3 2. a) Das Landgericht hat angenommen, der Angeklagte habe den Tatbestand eines vollendeten schweren Bandendiebstahls im Sinne des § 244a Abs. 1 StGB verwirklicht; es hat insoweit eine Einzelstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verhängt.

4 b) Damit ist die subjektive Tatseite eines vollendeten Vergehens des Diebstahls des Tresors nicht belegt. Will sich der Täter, wie hier festgestellt, nicht das Behältnis, sondern in der Hoffnung auf möglichst große Beute allein dessen vermuteten Inhalt aneignen, fehlt es hinsichtlich des Behältnisses am Zueignungswillen zum Zeitpunkt der Wegnahme (vgl. BGH, Beschlüsse vom 10. Mai 2012 - 4 StR 42/12; vom 11. Januar 2011 - 4 StR 633/10, BGHR StGB § 242 Abs. 1 Zueignungsabsicht 14; vom 8. September 2009 - 4 StR 354/09, StV 2010, 22). Da der Angeklagte und seine Mittäter auch hinsichtlich der Medikamente keine Zueignungsabsicht hatten (UA 41), liegt insoweit lediglich ein - aus Sicht des Täters fehlgeschlagener - Versuch des Diebstahls vor.

5 3. Der Senat ändert den Schuldspruch entsprechend. § 265 StPO steht nicht entgegen, da sich der Angeklagte gegen diesen Vorwurf nicht anders als geschehen hätte verteidigen können. Der Senat erkennt für diese Tat analog § 354 Abs. 1 StPO auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Einzelstrafen in dieser Höhe hat das Landgericht in drei ähnlich gelagerten Fällen des versuchten schweren Bandendiebstahls verhängt. Im Hinblick auf die Summe der vom Landgericht in insgesamt 13 Fällen verhängten Einzelstrafen schließt der Senat einen Einfluss der Herabsetzung einer Einzelstrafe um ein Jahr auf den Ausspruch über die Gesamtstrafe aus.

6 4. Wegen des nur geringfügigen Teilerfolgs ist es nicht unbillig, den Angeklagten mit den gesamten Kosten des von ihm eingelegten Rechtsmittels zu belasten.

Sost-ScheibleRoggenbuckFranke
BenderFeilcke

Mots-clés

theftattemptintent to appropriatesafecontentsgang theftrevisionsentencingcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether removing the safe constituted completed aggravated gang theft or only attempted theft

Solution extraite

Because the offenders intended to appropriate only the expected cash, not the safe itself, there was no intent to appropriate the container at the time of taking; as to the medicines, they also lacked intent to appropriate them, so only an attempted theft was established.

Motifs extraits

A completed theft requires intent to appropriate the taken item. If the offender does not want the container but only hopes for its contents, the subjective element is missing for the container. Since the contents were not intended to be taken either, the taking remained an unsuccessful attempt.

Question juridique clé

Whether the sentence for this count had to be reduced

Solution extraite

The court reduced the individual sentence for this count to two years and six months' imprisonment.

Motifs extraits

The Senate fixed the sentence analogously under § 354(1) StPO, noting that the trial court had imposed similar sentences in comparable attempted-gang-theft cases and that the reduction did not affect the overall sentence.

Question juridique clé

Whether the remaining appeal had any merit

Solution extraite

The remainder of the appeal was unfounded.

Motifs extraits

Apart from the corrected count, no reversible error was shown.

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