Confiscation of vehicle omitted after procedural limitation under § 430 StPO

BGH 1 StR 91/17Bgh / Ire chambre pénale26 avr. 2017Modified

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Résumé

The Federal Court rejected the defendant’s revision in substance, but amended the trial judgment by deleting the confiscation of a Citroën C5. The Senate had limited the prosecution under § 430 Abs. 1 StPO to the sanctions other than confiscation. Because the car did not belong to the defendant but to an unidentified Albanian principal, the confiscation order could not remain in force. The defendant was ordered to bear the costs of the appeal.

Regest

§ 430 Abs. 1 StPO; limitation of prosecution to consequences other than confiscation; if the prosecution is validly restricted, a confiscation order under § 74 StGB cannot be maintained. The revisional court need not decide the more general question whether confiscation may be ordered only in proceedings against the person owning or otherwise entitled to the object, if the confiscation issue has been removed from the scope of the review by procedural limitation (consid. 2).

Texte intégral

BGH — 1 StR 91/17, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-04-26

Aktenzeichen: 1 StR 91/17

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:260417B1STR91.17.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 74 Abs 1 StGB, § 74 Abs 2 Nr 1 StGB, § 430 Abs 1 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Traunstein, 24. November 2016, Az: 2 KLs 110 Js 42282/16

Spruchkörper: 1. Strafsenat

Titelzeile

Strafverfahren wegen Betäubungsmitteldelikten: Einziehung eines zur Tatbegehung verwendeten Kraftfahrzeugs

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Traunstein vom 24. November 2016 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass der Ausspruch über die Einziehung des Pkw Citroen C5, amtliches Kennzeichen , entfällt.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt und seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt nebst dem Vorwegvollzug eines Teils der Freiheitsstrafe angeordnet. Hiergegen wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Sachrüge gestützten Revision.

2 Der Senat beschränkt mit Zustimmung des Generalbundesanwalts die Verfolgung der Tat auf die vom Landgericht mit Ausnahme der angeordneten Einziehung festgesetzten Rechtsfolgen (§ 430 Abs. 1 StPO). Nach den Urteilsfeststellungen gehörte das Fahrzeug nicht dem Angeklagten, sondern seinem namentlich nicht bekannten albanischen Auftraggeber. Das Landgericht hat die Einziehung auf § 74 Abs. 1 und 2 Nr. 1 StGB gestützt, da dieser Auftraggeber Täter oder Teilnehmer der Anknüpfungstat gewesen sei. Ob eine Einziehung nur in dem Strafverfahren angeordnet werden kann, das gegen den tatbeteiligten Eigentümer geführt wird (so Fischer, StGB, 64. Aufl., § 74 Rn. 21; Schönke/Schröder-Eser, StGB, 29. Aufl., § 74 Rn. 43; MüKo-StGB-Joecks, 3. Aufl., § 74 Rn. 59; NK-StGB-Herzog/Saliger, 4. Aufl., § 74 Rn. 44; aA LK-Schmidt, 12. Aufl., § 74 Rn. 24; offen gelassen von BGH, Beschluss vom 14. Oktober 1997 – 4 StR 442/97) und inwieweit dies auf Revision des von der Einziehung nicht betroffenen Angeklagten der revisionsrechtlichen Prüfung unterliegt, bedarf im Hinblick auf die Verfahrensbeschränkung nach § 430 Abs. 1 StPO keiner Entscheidung.

RaumBellayCirener
RadtkeFischer

Mots-clés

confiscationvehicledrug offencesrevisionprocedural limitationcosts