Insolvency plan may not exclude unregistered creditors from quota

BGH IX ZA 32/14Bgh / Civil Chamber 93 déc. 2015Dismissed

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Résumé

The Federal Court of Justice refused the debtor’s request for legal aid for a proposed appeal against the refusal of an insolvency plan. It held that the intended appeal had no sufficient prospect of success because a plan clause excluding creditors who had not filed their claims from the quota is impermissible. This remains true even if the debtor has applied for discharge from residual debt, since such discharge would apply to all creditors and does not justify a selective preclusion in the plan.

Regest

§ 222 Abs. 1, § 226 Abs. 1, § 231 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 InsO; insolvency plan, exclusion of creditors with unregistered claims from the dividend, admissibility notwithstanding application for residual debt discharge: an insolvency plan may not provide that creditors who failed to file their claims are excluded from participation in the planned quota. The impermissibility of such a self-created preclusion is not affected by the debtor’s application for discharge from residual debt, because residual debt discharge, if granted, extends to all creditors regardless of participation in the proceedings (consid. 2). A different treatment of unregistered creditors is therefore not justified; the plan is properly rejected for this reason.

Texte intégral

BGH — IX ZA 32/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-12-03

Aktenzeichen: IX ZA 32/14

ECLI: ECLI:DE:BGH:2015:031215IXZA32.14.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 222 Abs 1 InsO, § 226 Abs 1 InsO, § 231 Abs 1 S 1 Nr 1 InsO

Vorinstanz: vorgehend LG Darmstadt, 4. September 2014, Az: 5 T 410/14vorgehend AG Offenbach, 19. Mai 2014, Az: 8 IN 2/13

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzplan: Ausschlussregelung für Gläubiger mit nicht angemeldeten Forderungen

Leitsatz

Eine Regelung im Insolvenzplan, nach der Gläubiger, die ihre Forderung nicht im Verfahren angemeldet haben, in Höhe der vorgesehenen Befriedigungsquote ausgeschlossen sind, ist auch dann unzulässig, wenn der Schuldner Restschuldbefreiung beantragt hat (Ergänzung zu BGH, Beschluss vom 7. Mai 2015, IX ZB 75/14, ZIP 2015, 1346).

Tenor

Der Antrag der Schuldnerin auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 5. Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt vom 4. September 2014 wird abgelehnt.

Gründe

1 Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Die Vorinstanzen haben den von der Schuldnerin vorgelegten Insolvenzplan im Ergebnis mit Recht zurückgewiesen.

2 Der Senat hat mit Beschluss vom 7. Mai 2015 (IX ZB 75/14, ZIP 2015, 1346 Rn. 14 ff) entschieden, dass ein Insolvenzplan keine Präklusionsregeln vorsehen darf, durch welche die Insolvenzgläubiger, die sich am Insolvenzverfahren nicht beteiligt haben, mit ihren Forderungen auch in Höhe der vorgesehenen Quote ausgeschlossen sind. Dies gilt auch dann, wenn der Schuldner einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt hat. Zwar müssen Gläubiger in einem solchen Fall - anders als im Regelfall (§ 201 Abs. 1 InsO) - ohnehin mit dem Verlust ihrer Forderung rechnen (§ 286 InsO). Entscheidend für die Unzulässigkeit einer gewillkürten Präklusion im Insolvenzplan ist jedoch, dass Gläubiger, die ihre Forderungen nicht rechtzeitig im Insolvenzverfahren anmelden, auch von einer Beteiligung an der vorgesehenen Befriedigungsquote ausgeschlossen werden. Insoweit rechtfertigt die Möglichkeit einer späteren Restschuldbefreiung keine andere Beurteilung. Die Restschuldbefreiung erstreckt sich auf sämtliche Gläubiger, gleichviel ob sie sich am Insolvenzverfahren beteiligt haben oder nicht (§ 301 Abs. 1 InsO). Eine unterschiedliche Rechtsstellung, die es zuließe, diejenigen Gläubiger, die ihre Forderung nicht rechtzeitig angemeldet haben, im Insolvenzplan von einer Beteiligung an der vorgesehenen Befriedigungsquote auszuschließen, besteht deshalb nicht (vgl. § 222 Abs. 1 Satz 1, § 226 Abs. 1 InsO). Die Begründung im Beschluss vom 7. Mai 2015 (aaO Rn. 15 f) gilt auch in einem solchen Fall.

Kayser Gehrlein Pape

Grupp Möhring

Mots-clés

insolvency plancreditor participationquotaresidual debt dischargelegal aidpreclusion clause