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BGH 2 ARs 324/16 ΓÇó Juvenile enforcement transferred to the local court at new residence
BGH 2 ARs 324/16Bgh / IIe chambre pénale25 oct. 2016Granted
The BGH held that enforcement of the juvenile educational instruction had to be transferred from the juvenile judge in Lüneburg to the juvenile judge in Detmold after the convict moved there. The court emphasized enforcement proximity and the local court’s superior ability to assess the juvenile’s living conditions and educational needs. The lack of detailed findings in the original judgment did not prevent the transfer. The Generalstaatsanwaltschaft Celle had correctly pointed to the possibility of modifying, exempting from, or extending instructions under § 11(2) JGG in the interests of education.
§ 85 Abs. 5 JGG; transfer of execution to the court of the place of residence after a juvenile’s move; § 11 Abs. 2 JGG; educational instructions may be modified, waived, or extended according to educational necessity. The decisive criterion for the allocation of enforcement is practical proximity to execution and the ability of the receiving juvenile judge to assess the current personal and living circumstances of the young offender. Brief or incomplete reasons in the original judgment do not preclude transfer where the receiving court is better suited to implement educational supervision and adapt measures to present circumstances (consid. 2-3).
Entscheidungsdatum: 2016-10-25
Aktenzeichen: 2 ARs 324/16
ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:251016B2ARS324.16.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 11 Abs 2 JGG, § 85 Abs 5 JGG
Spruchkörper: 2. Strafsenat
Vollstreckung gegen Jugendliche: Abgabe der Vollstreckung von Weisungen an das Wohnortgericht
Für die Vollstreckung der Jugendstrafe aus dem Urteil des Amtsgerichts - Jugendrichter - Lüneburg vom 22. Oktober 2015 - 18 Ds 1301 Js 28322/15 (211/15) - ist das
Amtsgericht - Jugendrichter - Detmold
zuständig.
I.
1 Das Amtsgericht - Jugendrichter - Lüneburg hat den Angeklagten H. am 22. Oktober 2015 wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt und ihm gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 5 JGG auferlegt, sich für die Dauer von neun Monaten der Betreuung durch die zuständige Jugendgerichtshilfe zu stellen und insoweit den Erziehungsanordnungen des jeweils befassten Betreuers Folge zu leisten. Nachdem der Verurteilte nach Detmold verzogen war, hat das Amtsgericht - Jugendrichter - Lüneburg am 27. November 2015 beschlossen, die weitere Vollstreckung an das Amtsgericht - Jugendrichter - Detmold abzugeben. Dieses hat mit Beschluss vom 22. April 2016 eine Übernahme des Vollstreckungsverfahrens abgelehnt. Daraufhin hat das Amtsgericht Lüneburg die Sache mit Verfügung vom 29. Juni 2016 über die Generalstaatsanwaltschaft Celle dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorgelegt.
II.
2 Die Abgabe der Vollstreckung nach § 85 Abs. 5 JGG an das Amtsgericht Detmold ist zweckmäßig. Für sie sprechen insbesondere Gesichtspunkte der Vollzugsnähe. Soweit das Amtsgericht Detmold zutreffend bemerkt, dass in den äußerst knappen Urteilsgründen Ausführungen zu den persönlichen Verhältnissen des Verurteilten wünschenswert gewesen wären, vermag dies nichts an dem Umstand zu ändern, dass der Jugendrichter in Detmold nunmehr am besten in der Lage ist, die Situation des Verurteilten einzuschätzen und die erzieherischen Bedürfnisse zu erkennen.
3 Im Übrigen hat die Generalstaatsanwaltschaft Celle mit Recht auf die Vorschrift des § 11 Abs. 2 JGG hingewiesen, wonach der Richter Weisungen ändern, von ihnen befreien oder ihre Laufzeit verlängern kann, wenn dies aus Gründen der Erziehung geboten ist. Hier erscheint es sachgerecht, die konkreten Lebensverhältnisse des Verurteilten nach dem Umzug nach Detmold in den Blick zu nehmen und in seinem Interesse am derzeitigen Wohnort das aus erzieherischer Sicht Notwendige zu veranlassen.
| | | | | RinBGH Dr. Ott ist aus rechtlichen Gründen an der Unterschrift gehindert. | | --- | --- | --- | --- | --- | | Fischer | | Krehl | | Fischer | | | Zeng | | Bartel | |