Value of non-admission appeal in land restitution claim

BGH V ZR 9/16Bgh / Ve chambre civile25 août 2016Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court of Justice dismissed the plaintiff's counsel's objection to the value fixed for the unsuccessful non-admission appeal. For the claim to return the property, the appellate value is the property's market value under § 48(1) GKG in conjunction with § 6 ZPO; because the property had been sold for EUR 45,000, that price was taken as the market value. The defendants' vague allegations of material expenditures did not justify a higher value. For the monetary claim, only the amount still lost on appeal, EUR 249.90, was counted.

Regeste Omnilex

§ 47 Abs. 3 GKG, § 48 Abs. 1 GKG, § 6 ZPO; Streitwert der Nichtzulassungsbeschwerde bei Klage auf Herausgabe eines Grundstücks. Für die Wertbemessung des Rechtsmittelverfahrens ist hinsichtlich des Herausgabeanspruchs der Verkehrswert des Grundstücks maßgebend; bei einem synallagmatischen Austauschverhältnis spricht die Vermutung für die Gleichwertigkeit von Leistung und Gegenleistung, sodass der vereinbarte Kaufpreis regelmäßig den Verkehrswert indiziert. Unsubstantiiertes Vorbringen zu angeblichen Aufwendungen oder Wertsteigerungen genügt nicht, um einen höheren Verkehrswert anzunehmen (vgl. consid. 4 f.). Hinsichtlich eines Zahlungsanspruchs ist nur der Betrag einzustellen, mit dem der Rechtsmittelführer in der Vorinstanz unterlegen ist.

Texte intégral

BGH — V ZR 9/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2016-08-25

Aktenzeichen: V ZR 9/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:250816BVZR9.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 47 Abs 3 GKG, § 48 Abs 1 GKG, § 6 ZPO, § 985 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Dresden, 17. Dezember 2015, Az: 9 U 1121/15vorgehend LG Dresden, 19. Juni 2015, Az: 5 O 2853/11

Spruchkörper: 5. Zivilsenat

Titelzeile

Streitwert der Nichtzulassungsbeschwerde bei Klage auf Grundstücksherausgabe

Tenor

Die Gegenvorstellung des Prozessbevollmächtigten des Klägers gegen die Streitwertfestsetzung in dem Beschluss des Senats vom 30. Juni 2016 wird zurückgewiesen.

Gründe

I.

1 Der Kläger, der an die Beklagten ein bebautes Grundstück für 45.000 € veräußert hatte, klagte auf Räumung und Herausgabe des Grundstücks sowie auf Zahlung von 1.002,79 €. Die Klage hatte im Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht nur in Höhe von 752,89 € Erfolg.

2 Den von dem Landgericht mit 46.002,79 € bezifferten Streitwert hat das Oberlandesgericht auf die Beschwerde des Klägervertreters auf 151.002,79 € festgesetzt.

3 Der Senat hat den Gegenstandswert des Verfahrens der von dem Kläger gegen das Berufungsurteil erfolglos eingelegten Nichtzulassungsbeschwerde auf 45.249,90 € festgesetzt. Dagegen wendet sich der Prozessbevollmächtigte des Klägers mit seiner Gegenvorstellung und beantragt, den Gegenstandswert auf 150.249,90 € festzusetzen.

II.

4 Die Gegenvorstellung gibt keine Veranlassung, den Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens auf einen Betrag von 150.249,90 € zu ändern. Der gemäß § 47 Abs. 3 GKG für das Rechtsmittelverfahren maßgebende Wert bestimmt sich hinsichtlich der verlangten Grundstücksherausgabe nach dem Verkehrswert des Grundstücks (§ 48 Abs. 1 GKG i.V.m. § 6 ZPO) und hinsichtlich des geltend gemachten Zahlungsbetrages nach dem Betrag, mit dem der Kläger in dem Berufungsverfahren unterlegen war (249,90 €).

5 Da bei einem synallagmatischen Austauschverhältnis die Vermutung besteht, dass Leistung und Gegenleistung gleichwertig sind (Senat, Urteil vom 31. März 2006 - V ZR 51/05, BGHZ 167, 108, 116 Rn. 24), hat der Senat den Verkehrswert des Grundstücks entsprechend dem gezahlten Kaufpreis mit 45.000 € bemessen. Das - von dem Kläger bestrittene - erstinstanzliche Vorbringen der Beklagten, sie hätten „ca. 60.000 € Materialaufwendungen in dem Objekt verbaut“, wodurch „Wertsteigerungen und -Aufwendungen in einer Höhe von 105.000 €“ erfolgt sein dürften, stellt keine hinreichende Grundlage für die Annahme eines 45.000 € überschreitenden Verkehrswertes des Grundstücks dar. Die Beklagten haben nicht näher präzisiert, worin die behaupteten „Materialaufwendungen“ bestehen. Da ein Materialeinbau nicht zwangsläufig mit einer Erhöhung des Verkehrswertes eines Hausgrundstücks verbunden sind, lässt das Vorbringen der Beklagten keine Rückschlüsse darauf zu, ob und inwieweit sich ihre Maßnahmen tatsächlich werterhöhend ausgewirkt haben.

Stresemann Schmidt-Räntsch Weinland

Göbel Haberkamp

Mots-clés

amount in disputeproperty returnmarket valuenon-admission appealpurchase price presumptionsynallagmatic exchangecosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

How is the amount in dispute for the non-admission appeal calculated for the claim for return of the property?

Solution extraite

For the property return claim, the amount in dispute is based on the property's market value; the Senate set it at EUR 45,000, matching the purchase price.

Motifs extraits

Under § 47(3) GKG the appellate value is decisive. For a claim to surrender real property, § 48(1) GKG in conjunction with § 6 ZPO looks to market value. In a reciprocal exchange, price and value are presumed equivalent, and the defendants' vague assertions of material expenditures did not establish a higher market value.

Question juridique clé

How is the amount in dispute calculated for the monetary claim?

Solution extraite

It is based only on the amount still lost in the appeal instance, namely EUR 249.90.

Motifs extraits

For the monetary part, the relevant appellate value is the amount by which the plaintiff remained unsuccessful in the appeal proceedings.

Question juridique clé

Whether the objection against the Senate's prior value determination should lead to a higher amount in dispute of EUR 150,249.90.

Solution extraite

No. The objection did not justify any change to the value already fixed at EUR 45,249.90.

Motifs extraits

The Senate found no sufficient basis to infer a market value above EUR 45,000 from the defendants' unparticularized allegations of material investments and alleged value increases.

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