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BGH IX ZR 102/15 ΓÇó Insolvency avoidance: knowledge of impending insolvency by creditor's insolvency administrator
BGH IX ZR 102/15Bgh / Civil Chamber 93 déc. 2015Dismissed
The Federal Court of Justice rejected a complaint against denial of leave to appeal in an insolvency avoidance dispute. It held that whether a creditor-side insolvency administrator knew of the debtor's impending insolvency is a question of the конкретe circumstances of the case. The administrator's role alone does not lower the knowledge threshold. The lower courts had found no sufficient knowledge or indications, and no admissible ground for leave to appeal or procedural defect was established. Costs were imposed on the complainant.
§ 543 Abs. 2 ZPO; § 17 Abs. 2 InsO, § 133 Abs. 1 InsO; leave to appeal may not be granted merely because the avoidance opponent acts as insolvency administrator for a creditor. Knowledge of actual or impending insolvency, and thus of prejudicial intent, is generally a question of the specific circumstances of the individual case. The function of the opponent is not निर्णisive; what matters are concrete indicia such as prior business relations or other case-specific knowledge sources (consid. 2). Mere invocation of procedural rights does not establish a ground for leave absent a relevant, decisive legal question or a material procedural defect (consid. 3-4).
Entscheidungsdatum: 2015-12-03
Aktenzeichen: IX ZR 102/15
ECLI: ECLI:DE:BGH:2016:031215IXZR102.15.0
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 17 Abs 2 InsO, § 133 Abs 1 InsO
Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 2. April 2015, Az: 26 U 40/14, Urteilvorgehend LG Frankfurt, 6. November 2014, Az: 2-12 O 261/13
Spruchkörper: 9. Zivilsenat
Insolvenzanfechtung: Kenntnis einer drohenden Zahlungsunfähigkeit bei einem für den Gläubiger eingesetzten Insolvenzverwalter
Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 26. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 2. April 2015 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.
Der Streitwert wird auf 20.572,58 € festgesetzt.
1 Die Beschwerde deckt keinen Zulassungsgrund auf.
2 Die von der Beschwerde aufgeworfenen Frage, ob bei einem für den Gläubiger eingesetzten Insolvenzverwalter unter erleichterten Umständen eine Kenntnis der Tatsachen und Indiztatsachen der (drohenden) Zahlungsunfähigkeit (§ 17 Abs. 2 Satz 1 und 2 InsO) und damit der Kenntnis eines Benachteiligungsvorsatzes (§ 133 Abs. 1 Satz 2 InsO) anzunehmen ist, hat keine grundsätzliche Bedeutung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO). Die Feststellung, ob dem Anfechtungsgegner die (drohende) Zahlungsunfähigkeit des Schuldners bekannt ist, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten des konkreten Einzelfalls ab. Dabei kommt der Funktion des Anfechtungsgegners als Insolvenzverwalter keine ausschlaggebende Bedeutung zu. Maßgeblich kann vielmehr sein, ob der Anfechtungsgegner im Einzelfall etwa aufgrund einer ständigen Geschäftsbeziehung nähere Kenntnisse über die Vermögenslage des Schuldners erlangt hat. Dies haben die Vordergerichte verneint, ohne dass insoweit ein Zulassungsgrund durchgreift.
3 Die geltend gemachten Verletzungen von Verfahrensgrundrechten hat der Senat geprüft, aber für nicht durchgreifend erachtet.
4 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist.
Kayser Gehrlein Pape
Grupp Möhring