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BGH 1 StR 433/14 ΓÇó Hearing complaints rejected after revision dismissed as unfounded
BGH 1 StR 433/14Bgh / Ire chambre pénale2 sept. 2015Dismissed
The BGH 1st Criminal Senate rejected the hearing complaints of the convicted persons B. and S. against its prior order of 23 June 2015. It held that no right-to-be-heard violation occurred: no undisclosed facts or evidence were used, no decisive submission was ignored, and § 349(2) StPO does not require a reasoned dismissal of a revision. The defendants' objection that only the presiding judge had access to the file was rejected as incorrect. Costs were imposed on the complainants by analogical application of § 465(1) StPO.
§ 356a StPO; hearing complaint against a revision dismissal under § 349 Abs. 2 StPO; no violation of the right to be heard merely because the dismissal order contains no reasons. A hearing complaint is unfounded if the court neither relies on undisclosed facts or evidence nor overlooks decisive submissions. The statutory scheme of § 349 Abs. 2 StPO does not require an explanatory judgment; an alleged internal consultation defect, such as that only the presiding judge knew the file, does not by itself establish a constitutional or statutory hearing violation (consid. 2-4). Costs may be imposed by analogous application of § 465 Abs. 1 StPO (consid. 6).
Entscheidungsdatum: 2015-09-02
Aktenzeichen: 1 StR 433/14
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 349 Abs 2 StPO, § 356a StPO
Vorinstanz: vorgehend BGH, 22. Juli 2015, Az: 1 StR 433/14, Beschlussvorgehend BGH, 23. Juni 2015, Az: 1 StR 433/14vorgehend LG Dresden, 19. Dezember 2013, Az: 5 KLs 395 Js 2/10
Spruchkörper: 1. Strafsenat
Verwerfung der Revision mit Beschluss als unbegründet: Beratungspraxis der BGH-Strafsenate
Die Anhörungsrügen der Verurteilten B. und S. gegen den Beschluss des Senats vom 23. Juni 2015 werden auf ihre Kosten zurückgewiesen.
1 Der Senat hat durch den beanstandeten Beschluss die Revisionen der Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts Dresden vom 19. Dezember 2013 mit Beschluss vom 23. Juni 2015 gemäß § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Hiergegen haben die Verurteilten die Anhörungsrüge erhoben.
2 Eine Verletzung rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Der Senat hat weder zum Nachteil der Verurteilten Tatsachen oder Beweisergebnisse verwertet, zu denen diese nicht gehört worden wären, noch hat er zu berücksichtigendes entscheidungserhebliches Vorbringen der Verurteilten übergangen oder in sonstiger Weise deren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
3 Aus dem Umstand, dass der Senat die Verwerfung der Revisionen nicht ausführlich begründet hat, kann nicht auf einen Verstoß gegen den Grundsatz rechtlichen Gehörs geschlossen werden. § 349 Abs. 2 StPO sieht keine Begründung des die Revision verwerfenden Beschlusses vor (vgl. dazu BVerfG, NJW 2014, 2563, 2564, NJW 2006, 136 und StraFo 2007, 463; vgl. auch EGMR, JR 2015, 95, 102 m. Anm. Allgayer JR 2015, 64).
4 Der Senat hat zudem in gesetzmäßiger Weise über die Revisionen der Verurteilten beraten und entschieden. Ein Anspruch auf ein Verfahren nach dem sog. "Zehn-Augen-Prinzip" besteht nicht. Vielmehr entspricht die bisherige Ausgestaltung der Beratungspraxis der Strafsenate des Bundesgerichtshofs dem Gesetz (vgl. BVerfG, NJW 1987, 2219, 2220 und NJW 2012, 2334, 2336; BGH, Beschlüsse vom 15. Februar 1994 - 5 StR 15/92, NStZ 1994, 353, 354; vom 14. März 2013 - 2 StR 534/12, NStZ-RR 2013, 214; vom 26. März 2014 - 5 StR 628/13 und vom 10. Februar 2015 - 1 StR 640/14; Mosbacher NJW 2014, 124 ff. mwN).
5 Im Übrigen ist das Vorbringen der Beschwerdeführer, wonach nur der Vorsitzende zugleich als Berichterstatter von den Akten Kenntnis gehabt habe (Beschwerdebegründung S. 2), unzutreffend.
6 Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO (vgl. u.a. BGH, Beschluss vom 5. Juni 2013 - 1 StR 81/13).
Graf Cirener Radtke
Mosbacher Fischer