Specificity of assets in supplementary insolvency distribution

BGH IX ZR 186/13Bgh / Civil Chamber 912 févr. 2015Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court dismissed the plaintiff’s non-admission complaint in an insolvency matter. It held that an order for supplementary distribution under Section 203(1) No. 3 InsO must itself sufficiently identify the assets affected, because the order produces insolvency attachment and transfers disposal power to the insolvency administrator. If assets are not precisely designated, those effects do not arise. The later concretization of the order after the appellate judgment did not justify admission of the revision. The complaint was therefore unsuccessful, and the plaintiff was ordered to pay the costs.

Regeste Omnilex

Art. 203 Abs. 1 Ziff. 3 InsO; Bestimmtheit der von der Nachtragsverteilung erfassten Gegenstände: Wird die Nachtragsverteilung wegen nachträglich ermittelter Massegegenstände angeordnet, erfasst die Anordnung diese Gegenstände mit Insolvenzbeschlag und bewirkt den Übergang der Verfügungsbefugnis auf den Insolvenzverwalter. Wegen dieser unmittelbaren Rechtswirkungen müssen die betroffenen Gegenstände im Anordnungsbeschluss selbst hinreichend bestimmt bezeichnet werden; fehlt es daran, treten die Wirkungen insoweit nicht ein. Eine erst nach Erlass des Berufungsurteils vorgenommene Konkretisierung vermag die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung grundsätzlich nicht zu begründen.

Texte intégral

BGH — IX ZR 186/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2015-02-12

Aktenzeichen: IX ZR 186/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 203 Abs 1 Nr 3 InsO

Vorinstanz: vorgehend BGH, 21. November 2013, Az: IX ZA 20/13, Beschlussvorgehend OLG Celle, 18. Juli 2013, Az: 16 U 35/13, Urteilvorgehend LG Hannover, 5. Februar 2013, Az: 20 O 120/12

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzverfahren: Bestimmtheit der betroffenen Gegenstände bei Anordnung der Nachtragsverteilung

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 16. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 18. Juli 2013 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Wert des Beschwerdeverfahrens wird auf 45.000 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Entgegen der Ansicht der Beschwerde erfordert die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung keine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

2 Wird die Nachtragsverteilung angeordnet, weil nachträglich Gegenstände der Masse ermittelt worden sind (§ 203 Abs. 1 Nr. 3 InsO), werden die betroffenen Gegenstände mit der Anordnung vom Insolvenzbeschlag erfasst. Die Verfügungsbefugnis geht vom Schuldner auf den Insolvenzverwalter über (BGH, Beschluss vom 6. Dezember 2007 - IX ZB 229/06, WM 2008, 305 Rn. 7; vom 26. Januar 2012 - IX ZB 111/10, WM 2012, 366 Rn. 16). Wegen dieser Wirkungen müssen die betroffenen Gegenstände im Anordnungsbeschluss selbst ausreichend bestimmt bezeichnet werden (BGH, Beschluss vom 26. Januar 2012, aaO Rn. 9). Soweit Gegenstände nicht bestimmt bezeichnet sind, treten die Wirkungen der Anordnung nicht ein. Mit diesen Grundsätzen stimmt die Entscheidung des Berufungsgerichts überein. Die erst nach der Verkündung des Berufungsurteils erfolgte Konkretisierung des Anordnungsbeschlusses macht eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nicht erforderlich.

3 Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist.

Kayser Lohmann Pape

Grupp Möhring

Mots-clés

insolvency proceedingssupplementary distributionspecificityinsolvency attachmentdisposition powernon-admission complaintrevisioncosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the non-admission complaint justified review to clarify the specificity required for assets in an order for supplementary distribution under Section 203(1) No. 3 InsO.

Solution extraite

No. The appellate judgment accorded with established case law: the affected assets must be sufficiently designated in the order itself; later concretization does not require revision.

Motifs extraits

An order for supplementary distribution brings the affected assets under insolvency attachment and transfers disposition power to the insolvency administrator. Because of these effects, the assets must be precisely identified in the order; otherwise the effects do not arise. The appealed decision complied with these principles.

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