Requirements for substantiating a complaint under Section 243(4) StPO

BGH 3 StR 24/14Bgh / IIIe chambre pénale29 avr. 2014Dismissed

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Résumé

The Federal Court of Justice dismissed the defendant’s revision against the Koblenz Regional Court judgment. The defendant argued that the trial court had insufficiently disclosed plea-related discussions under Section 243(4) sentence 2 StPO. The court held that the complaint was inadmissibly pleaded under Section 344(2) sentence 2 StPO because it did not state the concrete content of the discussions. Abstract descriptions of the supposed plea setting were insufficient. Costs of the revision and the private complainant’s necessary expenses were imposed on the defendant.

Regest

§ 243 Abs. 4 Satz 2, § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; Anforderungen an die Verfahrensrüge wegen unzureichender Mitteilung von Erörterungen über eine Verständigung: Die Rüge ist nur zulässig, wenn der Revisionsführer den konkreten Inhalt der außerhalb der Hauptverhandlung geführten Gespräche darlegt. Die Mitteilungspflicht betrifft nur solche Erörterungen, in denen die Möglichkeit einer Verständigung Gegenstand war, also Fragen des prozessualen Verhaltens des Angeklagten in Konnex zum Verfahrensergebnis gestellt wurden. Eine bloß abstrakte Umschreibung der Voraussetzungen einer Verständigung genügt nicht. Ob die Mitteilungspflicht verletzt ist, kann daher nur anhand des konkret mitgeteilten Gesprächsinhalts überprüft werden (vgl. BGH, Erwägungen zum Formerfordernis; BVerfG NJW 2013, 1058).

Texte intégral

BGH — 3 StR 24/14, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-04-29

Aktenzeichen: 3 StR 24/14

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 243 Abs 4 S 2 StPO, § 257c Abs 2 StPO, § 344 Abs 2 S 2 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Koblenz, 2. September 2013, Az: 2070 Js 13344/13 - 1 KLs

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Revision in Strafsachen: Anforderungen an die Begründung der Rüge des Verstoßes gegen die Mitteilungspflicht über Erörterungen zu Verständigungsmöglichkeiten

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Koblenz vom 2. September 2013 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend zu der Begründung der Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Die Rüge, der Strafkammervorsitzende habe die Mitteilungspflicht nach § 243 Abs. 4 Satz 2 StPO nur unzureichend erfüllt, weil er weder mitgeteilt habe, welche Standpunkte in dem außerhalb der Hauptverhandlung geführten Gespräch von den einzelnen Beteiligten vertreten worden sind, noch von welcher Seite die Frage einer Verständigung aufgeworfen worden und ob diese bei den einzelnen Gesprächsteilnehmern auf Zustimmung oder Ablehnung gestoßen ist, ist nicht zulässig erhoben.

Der Revisionsführer trägt insoweit folgende Verfahrenstatsachen vor: Nachdem der Vorsitzende eingangs der Hauptverhandlung gemäß § 243 Abs. 4 Satz 1 StPO mitgeteilt gehabt habe, dass Verständigungsgespräche im Vorfeld nicht stattgefunden hatten, und nach der Belehrung des Angeklagten nach § 243 Abs. 5 Satz 1 StPO habe der Verteidiger ein "Rechtsgespräch" angeregt. Die Hauptverhandlung sei deshalb für 35 Minuten unterbrochen worden. Nach deren Fortsetzung habe der Vorsitzende bekannt gegeben, dass es zwischen dem Verteidiger, den Vertretern der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage sowie dem Gericht zu einem Gespräch gekommen sei, in dem die Sach- und Rechtslage erörtert worden sei. Zu einer Verständigung sei es nicht gekommen.

Dies genügt den Anforderungen des § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO nicht. Die Mitteilungspflicht des § 243 Abs. 4 Satz 2 StPO besteht nur hinsichtlich solcher Erörterungen der Verfahrensbeteiligten, deren Gegenstand die Möglichkeit einer Verständigung war, in denen also ausdrücklich oder konkludent Fragen des prozessualen Verhaltens des Angeklagten in Konnex zum Verfahrensergebnis gebracht wurden (BVerfG, Urteil vom 19. März 2013 - 2 BvR 2628/10 u.a., NJW 2013, 1058, 1065). Für die Beurteilung der Frage, ob der Mitteilungspflicht genügt wurde, ist deshalb von maßgebender Bedeutung, welchen Inhalt die zwischen den Verfahrensbeteiligten stattgefundenen Erörterungen hatten. An Angaben hierzu fehlt es. Soweit die Revision anführt, im Rahmen der Erörterung sei die Frage nach dem Aussageverhalten des Angeklagten im Zusammenhang mit der Straferwartung thematisiert worden, umschreibt sie nur abstrakt die Voraussetzungen der Mitteilungspflicht. Eine Wiedergabe des konkreten Gegenstandes der Erörterungen vermag dies nicht zu ersetzen. Hatte das Gespräch den Inhalt, wie ihn der Vorsitzende der Strafkammer in seiner dienstlichen Erklärung vom 9. Dezember 2013 dargestellt hat, so hat er durch die knappe Mitteilung in der Hauptverhandlung nicht gegen § 243 Abs. 4 Satz 2 StPO verstoßen.

Becker Pfister Schäfer

Gericke Spaniol

Mots-clés

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