Defense counsel has no right to inspect the Senate file

BGH 2 ARs 207/13Bgh / IIe chambre pénale19 févr. 2014Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court of Justice rejected the complainant's request for belated hearing under Section 33a StPO as unfounded. It held that the Senate had not considered any undisclosed material and that the complainant had already been given the opportunity to comment on the prosecutor's submission, which the court took into account. The court also denied repeated access to the Senate file, characterizing it as an internal working file not subject to a separate inspection right. Costs were imposed on the complainant.

Regeste Omnilex

§ 33a StPO; right to be heard in criminal appellate proceedings; belated hearing is unfounded where the deciding court did not rely on undisclosed procedural material and the party had an opportunity to comment on the relevant submissions. A Senate file used only as an internal working file does not give rise to a separate right of inspection under § 147 StPO, insofar as it contains only internal notes or material already present in the case file and thus no independent need for access exists (consid. 3-4).

Texte intégral

BGH — 2 ARs 207/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2014-02-19

Aktenzeichen: 2 ARs 207/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 147 StPO, § 33a StPO

Vorinstanz: vorgehend OLG Oldenburg (Oldenburg), 4. April 2001, Az: 1 Ws 136/01vorgehend LG Aurich, 26. Februar 2001, Az: 12 Qs 20/01

Spruchkörper: 2. Strafsenat

Titelzeile

Revision im Strafverfahren: Recht des Verteidigers auf Einsicht in das Senatsheft des Revisionsgerichts

Tenor

Der Antrag des Beschwerdeführers auf Nachholung rechtlichen Gehörs wird auf seine Kosten als unbegründet verworfen.

Gründe

1 Mit Beschluss vom 4. April 2001 hatte das Oberlandesgericht Oldenburg die weitere Beschwerde des Beschwerdeführers gegen den Beschluss des Landgerichts Aurich vom 26. Februar 2001 als unzulässig verworfen. Die Gegenvorstellung des Beschwerdeführers, die auf Feststellung der Nichtigkeit dieses Beschlusses sowie der vorangegangenen Entscheidungen des Amtsgerichts Aurich und des Landgerichts Aurich gerichtet war, hatte das Oberlandesgericht mit Beschluss vom 11. Dezember 2012 zurückgewiesen.

2 Die gegen beide Beschlüsse des Oberlandesgerichts gerichtete Beschwerde hat der Senat mit Beschluss vom 8. Januar 2014 als unzulässig zurückgewiesen. Gegen diesen Beschluss hat der Beschwerdeführer die Nachholung rechtlichen Gehörs gemäß § 33a StPO beantragt.

3 Die Gehörsrüge ist unbegründet. Der Senat hat mit seinem Beschluss vom 8. Januar 2014 die Beschwerde als unzulässig zurückgewiesen, weil gegen Beschlüsse des Oberlandesgerichts eine Beschwerde grundsätzlich nicht zulässig ist und ein in § 304 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 StPO bezeichneter Ausnahmefall nicht vorlag. Bei seiner Entscheidung hat der Senat keinen Verfahrensstoff verwertet, zu dem der Beschwerdeführer nicht gehört wurde. Der entsprechende Antrag des Generalbundesanwalts vom 26. September 2013 ist dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 9. Oktober 2013 zugeleitet worden, und er hat hierzu mit Schreiben vom 16. Oktober 2013 und 15. November 2013 Stellung genommen. Nach erfolgter Akteneinsicht in die Sachakten vom 5. bis 30. November 2013 hat der Beschwerdeführer eine weitere Stellungnahme vom 3. Januar 2014 zu den Akten gereicht. Sein Vorbringen wurde vom Senat umfassend zur Kenntnis genommen und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt.

4 Dem (wiederholten) Antrag auf Einsicht in das als „BGH-Akte" bezeichnete Senatsheft kann nicht entsprochen werden. Dieses stellt eine rein interne Arbeitsgrundlage dar. Abgesehen von Notizen, Bearbeitungshinweisen u.ä. von Senatsmitgliedern, auf die sich das Akteneinsichtsrecht ohnehin nicht beziehen kann, befinden sich im Senatsheft ausschließlich Vorgänge, die im Original oder in Ablichtung auch in den Sachakten enthalten sind oder die zu den Sachakten gelangen, so dass insoweit ein Bedürfnis für ein gesondertes Akteneinsichtsrecht nicht erkennbar ist (vgl. BGH, Beschluss vom 5. Februar 2009 - 1 StR 697/08; Beschluss vom 18. Juni 2009 - 3 StR 89/09; Karlsruher Kommentar - Laufhütte/Willnow, StPO, 7. Aufl., § 147 Rn. 8).

5 Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass unter dem Aktenzeichen 2 AR 151/13 kein weiteres, dem Beschwerdeführer unbekanntes Verfahren geführt wird. Es handelt sich vielmehr um das Aktenzeichen, unter dem der Generalbundesanwalt das hier gegenständliche Beschwerdeverfahren führt.

Fischer Eschelbach Ott

Mots-clés

right to be hearddefense access to filesinternal court fileinadmissibilitycriminal procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the request for belated hearing under Section 33a StPO was well founded

Solution extraite

No. The Senate had not relied on undisclosed material, and the complainant had been heard on the prosecutor's submission and his later statements were considered.

Motifs extraits

The prior dismissal as inadmissible did not violate the right to be heard because no procedural material was used without prior comment opportunity.

Question juridique clé

Whether the complainant was entitled to inspect the Senate file ('BGH file')

Solution extraite

No. The Senate file is an internal working file; it contains no material beyond what is in or will be added to the case files, aside from internal notes not covered by the inspection right.

Motifs extraits

A separate inspection right is not required for an internal file used only for internal deliberation and containing no independent case material.

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