Non-admission complaint inadmissible: value of appeal below threshold

BGH II ZR 4/12Bgh / IIe chambre civile23 avr. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court dismissed the defendants' complaint against non-admission of revision as inadmissible. In a dispute over access to electronically stored business records, the court held that the appeal value is based on the objectively necessary effort and costs of compliance, not on the defendants' preferred or internally chosen procedure. Printing, export by IT staff, paraphing each printout, or use of expensive managerial or legal personnel was not required. The court fixed the value of the burden at EUR 3,000, far below the EUR 20,000 threshold.

Regeste Omnilex

§ 26 Nr. 8 EGZPO, § 544 ZPO; valuation of the burden in a complaint against non-admission of revision where the judgment orders inspection of electronically stored business records. The amount in dispute is determined by the objectively necessary effort and costs required to perform the titulized duty, not by the party’s subjective preferred method of compliance. Technical alternatives sufficient to grant inspection may reduce the value; unnecessary auxiliary steps, such as printing, paraphing, or deployment of high-cost personnel, are disregarded. The same principles apply to inspection claims as to disclosure claims (consid. 1-2).

Texte intégral

BGH — II ZR 4/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-04-23

Aktenzeichen: II ZR 4/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 3 ZPO, § 544 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG

Vorinstanz: vorgehend OLG Köln, 8. Dezember 2011, Az: 18 U 38/11, Urteilvorgehend LG Köln, 27. Januar 2011, Az: 83 O 93/10, Urteil

Spruchkörper: 2. Zivilsenat

Titelzeile

Nichtzulassungsbeschwerde: Revisionssumme bei Verurteilung zur Einsichtsgewährung in elektronisch vorhandene Geschäftsunterlagen

Tenor

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 18. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 8. Dezember 2011 wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.

Streitwert: 3.000 €

Gründe

1 I. Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 18. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 8. Dezember 2011 wird auf ihre Kosten verworfen, weil der Wert der von den Beklagten mit einer Revision geltend zu machenden Beschwer zwanzigtausend Euro nicht übersteigt (§ 26 Nr. 8 EGZPO, §§ 544, 97 Abs. 1 ZPO). Die Beschwer richtet sich nach dem Interesse der Beklagten, die Einsicht nicht gewähren zu müssen, mithin nach dem Aufwand an Zeit und Kosten, den die Erfüllung des titulierten Anspruchs erfordert (st. Rspr., siehe nur BGH, Beschluss vom 24. November 1994 - GSZ 1/94, BGHZ 128, 85, 87 ff.). Dies gilt nicht nur für den Fall der Auskunftserteilung, sondern auch für den hier vorliegenden Fall der Verurteilung zur Einsichtsgewährung (vgl. BGH, Beschluss vom 9. Oktober 1989 - II ZB 4/89, GmbHR 1990, 76, 77; Beschluss vom 15. Juni 2011 - II ZB 20/10, WM 2011, 1335 Rn. 3 mwN).

2 1. Die Beklagten haben eine den Wert von 3.000 € übersteigende Beschwer nicht glaubhaft gemacht. Sie verkennen, dass es nicht auf den Aufwand ankommt, den sie in ihrem eigenen (Beweissicherungs-)Interesse tatsächlich entfalten (wollen), sondern auf den objektiv erforderlichen Aufwand.

3 a) Danach ist es für die geschuldete Einsichtsgewährung weder erforderlich, die E-Mail-Korrespondenz und sonstige elektronisch vorhandene Geschäftsunterlagen durch einen IT-Dienstleister exportieren, ausdrucken und anliefern zu lassen, noch jeden Ausdruck von dem Kläger paraphieren zu lassen. Es ist technisch möglich und für die Gewährung der Einsicht ausreichend, die Daten z.B. auf einen USB-Stick zu übertragen und sie sodann auf einem anderen Rechner/Bildschirm sichtbar zu machen. Auf eine Paraphierung durch den Kläger haben die Beklagten ihm Rahmen der geschuldeten Einsicht schon keinen Anspruch, geschweige denn wirkt der dafür erforderliche Aufwand werterhöhend.

4 b) Selbst wenn den Beklagten das Recht zustehen sollte, den Kläger bei der Einsichtnahme zu überwachen, und die dafür entstehenden Kosten wertmäßig bei der Ermittlung des Aufwands für die Einsichtsgewährung zu berücksichtigen wären (siehe hierzu BGH, Beschluss vom 5. März 2001 - II ZB 11/00, WM 2001, 827, 828), würde das nicht den Einsatz eines Rechtsanwalts mit einem Stundensatz von 190 € rechtfertigen.

5 c) Ebenso wenig ist es erforderlich, die für die Einsicht bereitzustellenden Unterlagen durch Mitglieder der Geschäftsleitung mit einem durchschnittlichen Jahresverdienst von 135.000 € herauszusuchen und aufzubereiten.

6 2. Im Hinblick auf den Umfang der geschuldeten Einsicht (Handelsbücher und Papiere zweier Unternehmen über mehrere Geschäftsjahre) hält der Senat einen Wert von 3.000 € für gerechtfertigt (§ 3 ZPO).

7 II. Im Übrigen wäre die Beschwerde auch zurückzuweisen, weil keiner der im Gesetz (§ 543 Abs. 2 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt, nach denen der Senat die Revision zulassen darf. Der Rechtsstreit der Parteien hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert er eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung.

8 Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Bergmann Caliebe Drescher

Born Sunder

Mots-clés

non-admission complaintvalue of appealinspection rightselectronic recordsobjective effortcost assessmentinadmissibility

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint against non-admission of revision was admissible despite the statutory value threshold.

Solution extraite

The complaint was inadmissible because the defendants' appealable interest did not exceed EUR 20,000.

Motifs extraits

The relevant value is the objective effort required to comply with the ordered inspection, not the defendants' subjective preferred effort. The asserted costs for export, printing, paraphing, monitoring, or use of highly paid staff were unnecessary or overstated.

Question juridique clé

How the value of the burden in an order to grant inspection of electronic business records is to be calculated.

Solution extraite

The value is determined by the time and costs objectively necessary to fulfill the inspection duty; for this case, EUR 3,000 was appropriate.

Motifs extraits

The court relied on settled case law that the same valuation principles apply to inspection as to disclosure and that technologically simple methods, such as copying data to a USB stick and viewing it on another computer, are sufficient.

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