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BGH 2 ARs 180/13 ΓÇó Competent common superior court in prison-law jurisdiction dispute
BGH 2 ARs 180/13Bgh / IIe chambre pénale21 mai 2013Granted
The Federal Court of Justice resolved a jurisdiction dispute between the Strafvollstreckungskammer of the Landgericht Lüneburg, sitting in Celle, and the Landgericht Braunschweig over an inmate’s application for judicial review under Section 109 StVollzG. It held that the Oberlandesgericht Celle is the common superior court within the meaning of Section 14 StPO because Lower Saxony assigned decisions on the relevant legal remedy for all OLG districts to that court. The matter was therefore transferred to the OLG Celle.
§ 14 StPO; Zuständigkeit des gemeinsamen oberen Gerichts bei Zuständigkeitsstreit über einen Antrag nach § 109 StVollzG. Ist für die Rechtsbeschwerde nach §§ 116, 119 StVollzG in einem Land mit mehreren Oberlandesgerichten kraft § 121 Abs. 3 GVG nur ein Oberlandesgericht zuständig, so ist dieses auch gemeinsames oberes Gericht i.S.d. § 14 StPO für die Entscheidung eines Kompetenzkonflikts zwischen Gerichten verschiedener OLG-Bezirke. Maßgeblich ist die landesrechtliche Zuweisung der Beschwerdezuständigkeit; eine frühere inhaltsgleiche Regelung bleibt für die Auslegung bedeutsam (vgl. Consid. 2).
Entscheidungsdatum: 2013-05-21
Aktenzeichen: 2 ARs 180/13
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 14 StPO, § 19 Abs 4 JusGerZustV ND 2010, § 121 Abs 1 Nr 3 GVG, § 121 Abs 3 GVG, § 109 StVollzG
Spruchkörper: 2. Strafsenat
Strafvollzug: Gemeinschaftliches oberes Gericht bei Zuständigkeitsstreit über Antrag auf gerichtliche Entscheidung
Die Sache wird an das Oberlandesgericht Celle abgegeben.
1 Die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Lüneburg mit Sitz in Celle und das Landgericht Braunschweig streiten darüber, wer über den Antrag des Verurteilten auf gerichtliche Entscheidung (§ 109 StVollzG) zu befinden hat.
2 Der Generalbundesanwalt hat hierzu in seiner Antragsschrift ausgeführt:
„Gemeinsames oberes Gericht im Sinne des § 14 StPO ist hier das Oberlandesgericht Celle. Die beteiligten Landgerichte gehören zwar zu den Bezirken verschiedener Oberlandesgerichte (Celle und Braunschweig). Als Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Strafvollstreckungskammer (§ 110, 115 StVollzG) kommt die Rechtsbeschwerde (§§ 116, 119 StVollzG) in Betracht. Nach § 121 Abs. 1 Nr. 3 GVG entscheiden über diese Rechtsbeschwerden die Oberlandesgerichte, wobei gemäß § 121 Abs. 3 GVG ein Land, in dem mehrere Oberlandesgerichte errichtet sind, die Entscheidung einem Oberlandesgericht zuweisen kann.
Die niedersächsische Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten in der Gerichtsbarkeit und der Justizverwaltung (ZustVO-Justiz) vom 18. Dezember 2009 (Nds. GVBl. 2009, 506) weist (aber) in § 19 Abs. 4 die Entscheidungen über die in § 121 Abs. 1 Nr. 3 GVG bezeichnete Rechtsbeschwerde für die Bezirke aller Oberlandesgerichte dem Oberlandesgericht Celle zu. Dieses ist deshalb insoweit gemeinschaftliches oberes Gericht für die streitenden Landgerichte und somit für die Entscheidung des Zuständigkeitsstreits zuständig (vgl. auch Senatsbeschluss vom 7. September 2005 - 2 ARs 313/05 - zur damals gültigen - insoweit inhaltsgleichen - niedersächsischen Verordnung vom 22. Januar 1998 - Nds. GVBl. Nr. 3/1998 S. 66 f.).“
3 Dem schließt sich der Senat an.
Fischer Appl Berger
Eschelbach Ott