Legal causation in lawyer liability with successive counsel

BGH IX ZR 54/09Bgh / Civil Chamber 926 janv. 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The BGH rejected the plaintiff’s complaint against denial of leave to appeal in a lawyer-liability case. It held that the plaintiff had not shown grounds for admission: the appellate court’s treatment of causation in a case involving both original and successor counsel did not reveal a divergence requiring review, and an alleged obvious error is insufficient by itself. The court also found no violation of the right to be heard because the appellate court had considered the plaintiff’s argument regarding the defendant’s alleged inaction after the seller’s letter of 4 January 2000. Costs were imposed on the plaintiff.

Regeste Omnilex

§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZPO; lawyer liability and successive counsel; a later lawyer’s erroneous assessment does not as such break the chain of causation, but only where the later decision is wholly inexplicable or the damage is no longer inwardly connected with the earlier breach. An alleged merely incorrect application of these standards does not justify admission of the revision. An obvious error of the appellate judgment, without a demonstrated deviation from supreme-court precedent or a concealed abstract legal proposition contrary to that precedent, is insufficient to secure uniform case law. Art. 103 Abs. 1 GG is not violated where the appellate court has taken the relevant submission into account, even if it does not expressly address every aspect in detail.

Texte intégral

BGH — IX ZR 54/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2012-01-26

Aktenzeichen: IX ZR 54/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 249 BGB, § 280 Abs 1 BGB, § 675 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Frankfurt, 27. Februar 2009, Az: 3 U 82/07, Urteilvorgehend LG Frankfurt, 28. Februar 2007, Az: 2/2 O 312/06

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Rechtsanwaltshaftung: Zurechnungszusammenhang bei Pflichtverletzung sowohl des zuerst beauftragten als auch des nachfolgend tätigen Rechtsanwalts

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 27. Februar 2009 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Streitwert wird auf 552.731,60 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Beschwerde deckt keinen Zulassungsgrund auf.

2 1. Im Ergebnis ohne Erfolg beruft sich die Beschwerde auf eine fehlerhafte Kausalitätsbeurteilung durch das Berufungsgericht.

3 a) Die Frage, ob der Kläger die Werkleistung wirksam abgenommen hatte, wurde vorliegend von dem Beklagten wie auch nach der Mandatsniederlegung durch ihn von dem nachfolgenden Anwalt unrichtig gewürdigt. Ein Fehler des neu zugezogenen Anwalts unterbricht zwar grundsätzlich den Zurechnungszusammenhang nicht. Etwas anderes gilt lediglich dort, wo der zweite Anwalt eine Entschließung trifft, die schlechterdings unverständlich, also gemessen an sachgerechter Berufsausübung sachfremd und nicht nachvollziehbar erscheint oder den Geschehensablauf so verändert, dass der Schaden bei wertender Betrachtungsweise in keinem inneren Zusammenhang zu der vom früheren Rechtsanwalt zu vertretenden Vertragsverletzung steht (BGH, Urteil vom 18. März 1993 - IX ZR 120/92, NJW 1993, 1779, 1780; Urteil vom 29. November 2001 - IX ZR 278/00, WM 2002, 504, 508). Ein solcher Ausnahmefall einer Unterbrechung des Kausalzusammenhangs könnte vorliegend gegeben sein, weil es nicht nachvollziehbar erscheint, dass es der neu zugezogene Anwalt nach Stattgabe der Klage durch das Landgericht und auf den Berichterstatterhinweis des Oberlandesgerichts versäumt hat, der streitentscheidenden Rechtsfrage einer wirksamen Abnahme durch Gebrauch des herzustellenden Werks anhand der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 22. Dezember 2000 - VII ZR 310/99, BGHZ 146, 250, 262) nachzugehen.

b) Selbst wenn man mit der Beschwerde unterstellt, das Berufungsgericht habe zu Unrecht einen Kausalzusammenhang zwischen der Pflichtwidrigkeit des Beklagten und dem eingetretenen Schaden verneint, begründet der daraus abzuleitende Rechtsfehler unter dem geltend gemachten Gesichtspunkt der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2 ZPO) nicht die Zulassung der Revision.

4 Die offensichtliche Unrichtigkeit eines Urteils allein ist kein hinreichender Grund, die Revision zuzulassen (BGH, Beschluss vom 19. Dezember 2002 - VII ZR 101/02, WM 2003, 992, 993). Einen auch nur verdeckten Obersatz des Berufungsgerichts, der von der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs abweicht (vgl. BGH, Beschluss vom 23. März 2011 - IX ZR 212/08, WM 2011, 1196 Rn. 3 ff), hat die Beschwerde, die lediglich eine Abweichung des Berufungsgerichts von Obersätzen des Bundesgerichtshofs rügt, nicht herausgearbeitet.

5 2. Der Anspruch des Klägers auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) ist nicht verletzt. Zu Unrecht macht der Kläger geltend, das Berufungsgericht habe sein Vorbringen nicht berücksichtigt, ein weiterer Pflichtverstoß der Beklagten sei darin zu sehen, dass er nach dem Schreiben der Verkäuferin vom 4. Januar 2000 untätig geblieben sei, obwohl dort die Beseitigung aller Mängel angeboten worden sei. Tatsächlich hat der Kläger eine Untätigkeit des Beklagten nur im Blick auf den vermissten Hinweis, die Bauleistungen durch die Nutzung des Hauses abgenommen zu haben, gerügt. Dieses Vorbringen hat das Berufungsgericht ersichtlich zur Kenntnis genommen, weil es insoweit von einer Pflichtwidrigkeit des Beklagten ausgeht.

Kayser Gehrlein Fischer

Grupp Möhring

Mots-clés

lawyer liabilitycausationsuccessor counselright to be heardleave to appealuniform case lawcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal should be admitted because the appellate court allegedly erred in assessing causation in lawyer liability with successive counsel.

Solution extraite

No basis for admission was shown. A later lawyer’s error does not normally break causation, but an exception may exist if the later decision is inexplicable or severs the inner connection to the earlier breach; the complaint did not establish that the appellate court’s view was contrary to settled law.

Motifs extraits

The complaint did not demonstrate a qualifying divergence from BGH case law. Even if the causation assessment were wrong, an obvious error alone does not justify admission on the ground of securing uniform case law.

Question juridique clé

Whether the plaintiff’s right to be heard was violated because the appellate court allegedly ignored his argument about the defendant’s inaction after the seller’s letter of 4 January 2000.

Solution extraite

No violation of the right to be heard occurred; the appellate court had considered the substance of the plaintiff’s argument, but it related only to the alleged failure to point out acceptance by use of the house.

Motifs extraits

The record showed that the appellate court took the argument into account and expressly assumed a breach to that extent.

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