Bankruptcy of spouse in community of property: joint estate liability

BGH IX ZA 13/11Bgh / Civil Chamber 912 mai 2011Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court of Justice refused legal aid for a proposed appeal in insolvency proceedings concerning a husband living in marital community of property. It held that the intended appeal had no prospect of success and would in any event be inadmissible. The lower court had correctly treated the joint estate as liable for business-related debts because the wife knew of her husband's business activity and raised no objection; her employment in the business reinforced that conclusion. The wife's argument that the couple lived from the business income was irrelevant.

Regeste Omnilex

§§ 1460, 1456 BGB; joint-estate liability in marital community of property for debts incurred in a spouse’s business; consent and acquiescence. A liability of the joint estate arises where one spouse enters into a transaction during the community and the other spouse consents, or where consent is unnecessary because the spouse had agreed to the independent operation of a business and the transaction falls within the ordinary course of that business. Knowledge of the business activity without objection is equivalent to consent (cf. consid. 3). For legal aid, the intended remedy must have sufficient prospects of success; where the proposed appeal is plainly inadmissible and raises no admissibility-worthy legal question, aid is to be refused.

Texte intégral

BGH — IX ZA 13/11, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-05-12

Aktenzeichen: IX ZA 13/11

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 14 BGB, § 15 BGB, § 1460 BGB, § 1456 BGB, § 11 InsO

Vorinstanz: vorgehend LG Duisburg, 17. Januar 2011, Az: 7 T 210/10, Beschlussvorgehend AG Duisburg, 13. August 2010, Az: 63 IN 176/09

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzverfahren gegen einen in Gütergemeinschaft lebenden Ehegatten: Haftung des Gesamtgutes für die Verbindlichkeiten aus einem Gewerbebetrieb

Tenor

Der Antrag der Beteiligten auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Rechtsbeschwerdeverfahren gegen den Beschluss der 7. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg vom 17. Januar 2011 wird abgelehnt.

Gründe

1 Der Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe ist abzulehnen, weil die beabsichtigte Rechtsbeschwerde keine Aussicht auf Erfolg hätte (§ 4 InsO, § 114 ZPO).

2 Eine gemäß §§ 7, 6 Abs. 1, 34 Abs. 2 InsO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO statthafte Rechtsbeschwerde wäre unzulässig, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts erfordert (§ 574 Abs. 2 ZPO).

3 Gemäß § 1460 BGB fällt eine Verbindlichkeit aus einem Rechtsgeschäft, das ein Ehegatte während der Gütergemeinschaft vornimmt, dann dem Gesamtgut zur Last, wenn der andere Ehegatte dem Rechtsgeschäft zustimmt oder wenn das Rechtsgeschäft ohne seine Zustimmung für das Gesamtgut wirksam ist. Einer Zustimmung bedarf es nach § 1456 BGB nicht, wenn der Ehegatte darin eingewilligt hat, dass der andere Ehegatte selbständig ein Erwerbsgeschäft betreibt und es um ein Rechtsgeschäft geht, das der Geschäftsbetrieb mit sich bringt. Weiß der Ehegatte, dass der andere ein Erwerbsgeschäft betreibt, und hat er hiergegen keinen Einspruch eingelegt, so steht dies einer Einwilligung gleich (vgl. BGH, Urteil vom 4. Februar 1982 - IX ZR 96/80, BGHZ 83, 76, 78). Entsprechend diesen Grundsätzen hat das Beschwerdegericht eine Verpflichtung des Vermögens der Gütergemeinschaft für die Verbindlichkeiten des Ehemannes der Beschwerdeführerin, über dessen Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, angenommen. Rechtsfragen, die zur Zulässigkeit einer Rechtsbeschwerde führen könnten, stellen sich insoweit nicht.

4 Zwar meint die Beschwerdeführerin, das Beschwerdegericht sei zu Unrecht davon ausgegangen, die Ehegatten hätten ihren Lebensunterhalt von den Einnahmen aus dem Gewerbebetrieb des Ehemannes bestritten. Hierauf kommt es jedoch nicht an. Die Beschwerdeführerin wusste, dass ihr Ehemann einen Gewerbebetrieb unterhalten hat. Sie legt sogar selbst einen Anstellungsvertrag vor, auf dessen Grundlage sie in diesem Betrieb als kaufmännische Angestellte beschäftigt worden ist. Damit ist die vom Beschwerdegericht angenommene Haftung des Gesamtguts für die Verbindlichkeiten aus dem Insolvenzverfahren über das Vermögen ihres Ehemannes, die nach den Feststellungen des Beschwerdegerichts aus dessen gewerblicher Tätigkeit stammen, gegeben.

Kayser Vill Lohmann

Pape Möhring

Mots-clés

insolvencymarital propertyjoint estatebusiness debtsconsentlegal aidadmissibilityappeal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted for the intended appeal on joint-estate liability under marital community of property.

Solution extraite

Legal aid was refused because the intended appeal had no prospect of success and the proposed appeal would also be inadmissible.

Motifs extraits

Under §§ 1460, 1456 BGB, debts from a transaction carried out by one spouse during marital community of property may bind the joint estate if the other spouse consented or consent can be equated from acquiescence. The wife knew of the husband's business and did not object; her own employment in that business supported the conclusion that the joint estate was liable. No issue warranting admission of a further appeal arose.

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