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BGH VII ZR 168/09 ΓÇó Suspension of limitation by independent evidence proceedings
BGH VII ZR 168/09Bgh / Civil Chamber 710 mars 2011Dismissed
The Federal Court rejected defendant 2’s request for legal aid and defendant 1’s complaint against non-admission of revision. It adhered to its earlier case law that a request for an independent evidence procedure must be formally served, but an informally transmitted request can nevertheless suspend limitation. On that basis, the Schleswig-Holstein Higher Regional Court had correctly denied limitation of the claimant’s warranty claims. The complaint therefore lacked sufficient prospects of success, and defendant 1 had to bear the costs of the complaint proceedings, including the intervenor’s out-of-court costs.
§ 204 Abs. 1 Nr. 7 BGB; self-standing evidence proceedings and suspension of limitation: the limitation period is suspended not only by formal service of the application for independent evidence proceedings, but also by informal transmission of the application to the opposing party; formal service requirement concerns the procedural initiation, not the suspensive effect. Legal aid under § 166 Abs. 1 ZPO is to be refused where the intended legal remedy lacks sufficient prospects of success. A complaint against non-admission of revision may be rejected if, in light of intervening case law, admission is no longer warranted despite the initial existence of the statutory conditions (consid. 46 f.).
Entscheidungsdatum: 2011-03-10
Aktenzeichen: VII ZR 168/09
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 166 Abs 1 ZPO, § 189 ZPO, § 270 S 1 ZPO, § 204 Abs 1 Nr 7 BGB
Vorinstanz: vorgehend Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, 27. August 2009, Az: 5 U 49/08, Urteilvorgehend LG Flensburg, 27. Februar 2008, Az: 4 O 14/06, Urteil
Spruchkörper: 7. Zivilsenat
Selbstständiges Beweisverfahren: Hemmung der Verjährung
Der Senat hat in seinem Urteil vom 27. Januar 2011 (BGH, Urteil vom 27. Januar 2011 - VII ZR 186/09, Rn. 46 f., zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen) entschieden, dass einerseits zwar der Antrag auf Durchführung eines selbständigen Beweisverfahrens dem Antragsgegner förmlich zuzustellen ist, aber andererseits die Hemmung des Ablaufs der Verjährungsfrist auch durch einen lediglich formlos übersandten Antrag auf Durchführung eines selbständigen Beweisverfahrens bewirkt wird. An dieser Rechtsprechung hält der Senat fest.
Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, denn der 5. Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts in Schleswig hat in seinem Urteil vom 27. August 2009 im Ergebnis zutreffend die Hemmungswirkung des selbständigen Beweisverfahrens bejaht und die Verjährung der durch die Klägerin geltend gemachten Gewährleistungsansprüche verneint. Die Zulassung der Revision wäre wegen fehlender Erfolgsaussicht nicht veranlasst (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. September 2010 - 1 BvR 2649/06, Rn. 23, bei juris).
Von einer weiteren Begründung wird abgesehen.
Der Beschluss ergeht insoweit kostenfrei; Auslagen werden nicht erstattet.
Zwar lagen die Voraussetzungen zur Zulassung der Revision gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO bei Eingang der Beschwerde des Beklagten zu 1 vor. Nach der Entscheidung des Senats vom 27. Januar 2011 ist aber eine Zulassung der Revision wegen fehlender Erfolgsaussicht nicht mehr veranlasst (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. September 2010 - 1 BvR 2649/06, aaO).
Von einer weiteren Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist (§ 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO).
Der Beklagte zu 1 trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens einschließlich der außergerichtlichen Kosten des Streithelfers (§ 97 Abs. 1, § 101 Abs. 1 ZPO).
Gegenstandswert: 134.000 €
Kniffka Kuffer Eick
Halfmeier Leupertz