No appeal against ruling on hearing complaint and motion for reconsideration

BGH IX ZA 46/10Bgh / Civil Chamber 99 nov. 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court of Justice rejected the defendant's application for legal aid to challenge a Regional Court order. It held that the intended remedies lacked any prospect of success because an order deciding a hearing complaint is not appealable under § 321a(4) sentence 4 ZPO, and a motion for reconsideration is an extra-statutory remedy that cannot be taken to a higher court. The application therefore failed under § 114 sentence 1 ZPO.

Regeste Omnilex

§ 321a Abs. 4 Satz 4 ZPO; Anfechtbarkeit einer Entscheidung über die Gehörsrüge und Gegenvorstellung; Eine Entscheidung über die Gehörsrüge ist unanfechtbar. Die Gegenvorstellung ist ein außerordentlicher, nicht gesetzlich geregelter Rechtsbehelf, der nur auf eine Selbstkorrektur durch dasselbe Gericht und denselben Spruchkörper zielt; sie eröffnet deshalb keinen Rechtsmittelzug an eine höhere Instanz. Für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe fehlt es an Erfolgsaussicht, wenn das beabsichtigte Rechtsmittel offensichtlich unstatthaft ist (vgl. § 114 ZPO).

Texte intégral

BGH — IX ZA 46/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-11-09

Aktenzeichen: IX ZA 46/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 321a Abs 4 S 4 ZPO

Vorinstanz: vorgehend LG Münster, 23. September 2010, Az: 6 S 65/09, Beschlussvorgehend LG Münster, 6. Juli 2010, Az: 6 S 65/09, Urteilvorgehend AG Ahaus, 27. Mai 2009, Az: 16 C 7/08

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Anfechtbarkeit der Entscheidung über eine Gehörsrüge; Gegenvorstellung

Tenor

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für die Einlegung von Rechtsmitteln gegen den Beschluss der 6. Zivilkammer des Landgerichts Münster vom 23. September 2010 wird abgelehnt.

Gründe

1 Die Prozesskostenhilfe ist zu versagen, weil die in Aussicht genommene Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg hat (§ 114 Satz 1 ZPO).

2 Jegliches Rechtsmittel gegen den angegriffenen Beschluss wäre unstatthaft. Durch den angegriffenen Beschluss hat das Berufungsgericht über die Gehörsrüge und Gegenvorstellung des Beklagten entschieden, die dieser am 14. September 2010 gegen das Berufungsurteil vom 6. Juli 2010 und gegen die am selben Tage verkündete Beschwerdeentscheidung über das erstinstanzliche Prozesskostenhilfegesuch erhoben hatte. Die Entscheidung über eine Gehörsrüge ist gemäß § 321a Abs. 4 Satz 4 ZPO unanfechtbar. Eine Gegenvorstellung ist ein außergesetzlicher Rechtsbehelf, der auf die Überprüfung ergangener gerichtlicher Entscheidungen durch dieselbe Instanz und denselben Spruchkörper zielt, der sie erlassen hat (vgl. BGH, Beschl. v. 17. März 1982 - IVa ZB 5/82, VersR 1982, 598). Die Entscheidung über eine Gegenvorstellung kann daher bereits nach dem Wesen dieses Rechtsbehelfs nicht zur Überprüfung durch eine höhere Instanz gestellt werden.

Kayser Gehrlein Vill

Lohmann Fischer

Mots-clés

legal aidappeal inadmissibilityhearing complaintmotion for reconsiderationcivil procedure

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted for intended appeals against the Regional Court's order

Solution extraite

Legal aid was refused because the intended challenge had no prospects of success.

Motifs extraits

Any remedy against the attacked order would be inadmissible: a decision on a hearing complaint is non-appealable under § 321a(4) sentence 4 ZPO, and a motion for reconsideration cannot be reviewed by a higher court as an extra-statutory remedy directed to the same panel.

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