Requirements for a divergence complaint

BVerwG 8 B 100/09Bverwg / Division 812 juil. 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court rejected the plaintiff’s complaint against denial of leave to appeal. It held that the filing did not properly present a ground of fundamental importance because it only attacked the lower court’s interpretation and application of § 7a VermG, § 48 VwVfG, and related provisions. The asserted divergence was also insufficient because no decisive abstract legal proposition conflicting with Federal Administrative Court case law was identified. The plaintiff was ordered to bear the costs, and the value of the matter was set at EUR 44,579.46.

Regeste Omnilex

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 VwGO; Anforderungen an die Grundsatz- und Divergenzrüge im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren: Eine Grundsatzrüge setzt die Formulierung einer konkreten, revisiblen und höchstrichterlich ungeklärten Rechtsfrage von allgemeiner Bedeutung voraus; die bloße Rüge fehlerhafter Auslegung oder Subsumtion genügt nicht. Eine Divergenzrüge ist nur hinreichend bezeichnet, wenn ein tragender abstrakter Rechtssatz des angefochtenen Urteils einem ebenso tragenden Rechtssatz der höchstrichterlichen Rechtsprechung in Anwendung derselben Norm widerspricht; die bloße Behauptung fehlerhafter oder unterlassener Anwendung von Rechtssätzen begründet keine Divergenz (vgl. consid. 3-5).

Texte intégral

BVerwG — 8 B 100/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-07-12

Aktenzeichen: 8 B 100/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 132 Abs 2 Nr 2 VwGO, § 133 Abs 3 S 3 VwGO

Vorinstanz: vorgehend VG Chemnitz, 3. Juli 2009, Az: 1 K 15/04, Urteil

Spruchkörper: 8. Senat

Titelzeile

Anforderungen an Divergenzrüge

Tenor

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Verwaltungsgerichts Chemnitz vom 3. Juli 2009 wird zurückgewiesen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 44 579,46 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg.

2 1. Die geltend gemachte grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache nach § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO ist der Beschwerdebegründung nicht zu entnehmen.

3 Die Grundsatzrüge setzt die Formulierung einer bestimmten, höchstrichterlich noch ungeklärten und für die Revisionsentscheidung erheblichen Rechtsfrage des revisiblen Rechts voraus, der eine allgemeine, über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zukommt (stRspr, vgl. u.a. Beschlüsse vom 2. Oktober 1961- BVerwG 8 B 78.61 - BVerwGE 13, 90 <91 f.>, vom 19. August 1997 - BVerwG 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 26 S. 14 und vom 28. Mai 2010 - BVerwG 8 B 121.09 -). Diesen Anforderungen genügt die Beschwerdebegründung nicht.

4 Soweit sie im Stile einer Berufungsbegründung die Anwendung der Vorschriften des § 7a VermG und des § 48 Abs. 4 VwVfG sowie des „Vertrauensschutzes des Bürgers in den Fortbestand eines Verwaltungsaktes“ im angegriffenen Urteil rügt, arbeitet sie keine (im angestrebten Revisionsverfahren) klärungsbedürftigen und klärungsfähigen Rechtsfragen heraus. Sie zeigt nicht auf, dass sich bei der Anwendung dieser und der vom Verwaltungsgericht herangezogenen Vorschriften des § 48 Abs. 1, 3 und 4 VwVfG sowie der §§ 7 und 18 VermG im konkreten Fall entscheidungserhebliche, in der bisherigen revisionsgerichtlichen Rechtsprechung aber noch nicht geklärte Rechtsfragen stellten. Stattdessen beanstandet sie nur, das Verwaltungsgericht habe diese Vorschriften rechtsfehlerhaft ausgelegt, das tatsächliche Vorliegen der Tatbestandsvoraussetzungen verkannt und daher fehlerhaft unter die genannten Vorschriften subsumiert. Subsumtionsfehler können jedoch nicht Gegenstand der Grundsatzrüge sein.

5 2. Soweit in der Beschwerdebegründung hinsichtlich der "Anwendung des § 7a VermG" eine Abweichung des Urteils des Verwaltungsgerichts von den Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. August 2006- BVerwG 7 C 19.05 -, vom 23. Februar 2005 - BVerwG 8 C 18.03 -, vom 24. Juli 2003 - BVerwG 7 C 60.02 - und vom 6. April 1995 - BVerwG 7 C 5.94 - sowie hinsichtlich der "Anwendung des § 48 Abs. 4 VwVfG" eine Abweichung von den Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts "vom 19.12.1984 in BVerwGE 70, 356ff, 362f" und vom "20.09.2001, Buchholz 316 § 48 VwVfG Nr. 103" gerügt wird, wird ebenfalls nicht in der erforderlichen Weise ein Zulassungsgrund im Sinne von § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO dargelegt. Eine die Revisionszulassung gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO rechtfertigende Divergenz ist nur dann im Sinne des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO hinreichend bezeichnet, wenn die Beschwerde einen inhaltlich bestimmten, die angefochtene Entscheidung tragenden abstrakten Rechtssatz benennt, mit dem die Vorinstanz einem in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (oder des Bundesverfassungsgerichts oder des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes) aufgestellten ebensolchen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts tragenden Rechtssatz in Anwendung derselben Rechtsvorschrift widersprochen hat (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 21. Juni 1995 - BVerwG 8 B 61.95 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 18 und vom 19. August 1997 - BVerwG 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 26). Das Aufzeigen einer fehlerhaften oder unterbliebenen Anwendung von Rechtssätzen, die das Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung aufgestellt hat, genügt den Zulässigkeitsanforderungen einer Divergenzrüge nicht (vgl. BVerwG, Beschluss vom 17. Januar 1995 - BVerwG 6 B 39.94 - Buchholz 421.0 Prüfungswesen Nr. 342 S. 55).

6 3. Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO. Die Streitwertfestsetzung ergibt sich aus § 47 Abs. 1 und 3, § 52 Abs. 3 GKG.

Mots-clés

non-admission of revisionfundamental importancedivergence complaintabstract legal principlesubsumption errorcostsstreitwert

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint showed a ground of fundamental importance under § 132(2) No. 1 VwGO.

Solution extraite

No. The complaint did not formulate a specific, unresolved question of revisable law of general importance.

Motifs extraits

It merely criticized the lower court's interpretation and subsumption under § 7a VermG and § 48 VwVfG, which is insufficient for a fundamental-importance complaint.

Question juridique clé

Whether the complaint sufficiently alleged a divergence under § 132(2) No. 2 VwGO in conjunction with § 133(3) sentence 3 VwGO.

Solution extraite

No. It failed to identify a decisive abstract legal principle of the lower court that contradicted a corresponding principle of Federal Administrative Court case law.

Motifs extraits

Pointing out an allegedly incorrect or omitted application of existing case-law principles does not meet the requirements of a divergence complaint.

Question juridique clé

Costs of the complaint proceedings.

Solution extraite

The plaintiff bears the costs of the complaint proceedings.

Motifs extraits

Cost allocation follows the unsuccessful complaint under § 154(2) VwGO.

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