Drug possession: substitute confiscation or extended forfeiture

BGH 2 StR 67/10Bgh / IIe chambre pénale17 mars 2010Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The BGH partly upheld the defendant’s revision against the LG Gera judgment. It removed the separate conviction and sentence for unlawful possession of narcotics in case II.5 because the drugs formed one unitary stock with earlier personal-use drugs. It also annulled the EUR 4,200 substitute forfeiture order, because the defendant had only obtained possession of the drugs themselves, not proceeds; confiscation and, as a substitute, forfeiture of value were therefore not available on the existing findings. The matter was remitted to another criminal chamber for a new decision on the forfeiture question, including whether extended forfeiture of the seized cash could be considered. The remainder of the revision was dismissed.

Regeste Omnilex

§§ 29 BtMG, 73a, 73d, 74c Abs. 1 StGB; simultaneous possession of narcotics for personal use and competition; substitute forfeiture. The simultaneous possession of several, also different, narcotics intended for self-consumption constitutes only one offence if the substances merge into a single stock. If the offender has obtained merely possession of the narcotic substances as relationship objects, forfeiture and substitute forfeiture under §§ 73a, 73d StGB are excluded; only confiscation under § 33 Abs. 2 BtMG may be considered. Substitute confiscation under § 74c Abs. 1 StGB presupposes that the objects belong to or are due to the offender. Where the forfeiture order cannot stand on the findings, the matter may be remitted for examination of extended forfeiture, provided the accused is granted the corresponding right to be heard (consid. 2-3).

Texte intégral

BGH — 2 StR 67/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-03-17

Aktenzeichen: 2 StR 67/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 73a StGB, § 73d StGB, § 74c Abs 1 StGB, § 33 Abs 2 BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Gera, 28. Oktober 2009, Az: 221 Js 16105/09 - 1 KLs (38) / 33, Urteil

Spruchkörper: 2. Strafsenat

Titelzeile

Besitz von Betäubungsmitteln: Wertersatzverfall oder Einziehung des Wertersatzes

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Gera vom 28. Oktober 2009

a) im Schuld- und Strafausspruch dahin geändert, dass die Verurteilung des Angeklagten wegen "unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge" im Fall II.5. und die für diesen Fall verhängte Einzelstrafe entfallen,

b) im Ausspruch über den Verfall von Wertersatz mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben; insoweit wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  1. Die weitergehende Revision wird verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in drei Fällen, wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und wegen Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt und seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt sowie den Verfall von Wertersatz in Höhe von 4.200 Euro angeordnet. Die hiergegen gerichtete Revision des Angeklagten hat mit der Sachrüge in dem aus der Beschlussformel ersichtlichen Umfang Erfolg; im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 1. Keinen Bestand hat die Verurteilung im Fall II.5. wegen eines weiteren Falles des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Die Strafkammer hat dem Schuldspruch insoweit den Besitz des Angeklagten an einer Restmenge von 112,4 Gramm Haschisch und 156 Gramm Marihuana zugrunde gelegt (UA 13), dabei aber verkannt, dass diese zum Eigenverbrauch bestimmten Betäubungsmittel mit bereits im Fall II.4. zum Eigenverbrauch erlangten Marihuana zu einem einheitlichen Vorrat zusammengeflossen waren. Der gleichzeitige Besitz zum Eigenverbrauch bestimmter - auch verschiedenartiger - Betäubungsmittel verletzt das Gesetz aber nur einmal (BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 3 Konkurrenzen 2; BGH NStZ 2005, 228). Der Schuldspruch und die Einzelstrafe im Fall II.5. entfallen daher. Im Hinblick auf den Unrechts- und Schuldgehalt der verbleibenden Taten und die Höhe der hierfür verhängten Einzelstrafen schließt der Senat aus, dass sich der nur durch eine andere Bewertung des Konkurrenzverhältnisses bedingte Wegfall der im Fall II.5. verhängten Einzelstrafe auf den Ausspruch über die Gesamtstrafe ausgewirkt hätte.

3 2. Auch soweit die Strafkammer 4.200 Euro als Ersatz für den Wert des in den Fällen II.2. und 3. erlangten Marihuanas für verfallen erklärt hat, hält dies rechtlicher Nachprüfung nicht stand. Denn insoweit hatte der Angeklagte aus den Taten nicht einen Erlös, sondern lediglich den Besitz an den Betäubungsmitteln selbst erlangt. Diese unterlagen als Beziehungsgegenstände nur der Einziehung nach § 33 Abs. 2 BtMG, nicht aber dem Verfall. Damit scheidet auch die ersatzweise Anordnung des Wertersatzverfalls nach § 73 a StGB aus, die nur an Stelle des Verfalls in Betracht kommt (BGH NStZ-RR 2002, 118 f.; Senatsbeschluss vom 13. Januar 2010 - 2 StR 519/09). Die Voraussetzungen für eine Einziehung des Wertersatzes nach § 74 c Abs. 1 StGB liegen ebenfalls nicht vor, da die Betäubungsmittel dem Angeklagten nicht gehörten oder zustanden (vgl. BGH NStZ-RR 2009, 320). Der neu zur Entscheidung berufene Tatrichter wird aber zu prüfen haben, ob die Anordnung des erweiterten Verfalls nach § 73 d StGB hinsichtlich des bei dem Angeklagten sichergestellten Bargeldes in Höhe von 4.200 Euro in Betracht kommt; insoweit erhält der Angeklagte durch die neue Hauptverhandlung das rechtliche Gehör.

Rissing-van SaanFischerAppl
CierniakRiBGH Prof. Dr. Schmitt
ist wegen Urlaubs an der
Unterschrift gehindert
Rissing-van Saan

Mots-clés

narcotics possessioncompetitionforfeituresubstitute forfeitureextended forfeitureconfiscationrevisioncriminal sentencing

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the separate conviction for unlawful possession of narcotics in non-negligible quantity in case II.5 could stand.

Solution extraite

No. The possessed drugs formed a single stock with earlier self-consumption drugs from case II.4, so the law was violated only once.

Motifs extraits

Simultaneous possession of drugs intended for personal use, even of different kinds, constitutes only one offense. The separate count and the associated single sentence had to be removed.

Question juridique clé

Whether the EUR 4,200 forfeiture of substitute value could stand for the marihuana obtained in cases II.2 and II.3.

Solution extraite

No. The defendant had obtained only possession of the drugs themselves, which are physical objects subject to confiscation, not proceeds subject to forfeiture.

Motifs extraits

Forfeiture and substitute forfeiture under §§ 73a, 73d StGB require proceeds or a forfeitable asset; here only the drugs as relationship objects were obtained. Substitute confiscation under § 74c(1) StGB also failed because the drugs did not belong to or were not due to the defendant.

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