Allocation of authority to choose a child’s secondary school

34 F 303/18Tribunal de première instance13 févr. 2018Droit de la familleAdmis

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In an urgent written interim proceeding, the Bielefeld District Court transferred to the mother the authority to choose a secondary school for her son AA. The divorced parents had been unable to agree, and the approaching enrollment deadline required a decision. The mother credibly stated that the father had delayed joint registration by imposing further conditions and failing to provide a date. The court found no clear school-specific advantages for either option. Given that the children lived with the mother and she was the primary caregiver, the shorter school journey and her capacity for more personal care favored allocating the decision to her. Costs were set off against each other.

Regeste Omnilex

§ 1628 BGB; allocation of parental decision-making authority where separated or divorced parents cannot agree on an important matter concerning a child. The court may transfer authority over the specific matter to one parent where the parents’ disagreement prevents a necessary decision and the transfer is expected to serve the child’s best interests. In making that assessment, the court considers the circumstances of the child’s care and the practical consequences of the alternatives; where no objective, fundamental advantage of one option is established, the caregiving arrangement and the parent’s ability to address the child’s everyday needs may be given particular weight. An urgent interim decision may be made following a summary assessment where a pending deadline requires prompt action.

Texte intégral

Amtsgericht Bielefeld — 34 F 303/18 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2018-02-13

Aktenzeichen: 34 F 303/18

ECLI: ECLI:DE:AGBI:2018:0213.34F303.18.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: Richter

Tenor

Die Entscheidungskompetenz für die Auswahl der weiterführenden Schule für das Kind AA, geb. am XX.XX.XXXX wird im Wege der einstweiligen Anordnung der Kindesmutter übertragen.

Gründe

34 F 303/18
Amtsgericht Bielefeld

Familiengericht

Beschluss | | | | | |

In der einstweiligen Anordnungssache

betreffend das minderjährige Kind AA, geboren am XX.XX.XXXX, XYZ-Straße XX, XXXXX Ort,

an der weiter beteiligt sind:

Antragstellerin und Kindesmutter,

Verfahrensbevollmächtigte:

Antragsgegner und Kindesvater,

Verfahrensbevollmächtigte:

  1. Jugendamt

,

hat das Amtsgericht Bielefeld durch den Richter am Amtsgericht im Wege der einstweiligen Anordnung wegen der Dringlichkeit ohne vorherige Anhörung am 13.02.2018 beschlossen:

Die Entscheidungskompetenz für die Auswahl der weiterführenden Schule für das Kind AA, geb. am XX.XX.XXXX wird im Wege der einstweiligen Anordnung der Kindesmutter übertragen.

Die Kosten des Verfahrens werden gegeneinander aufgehoben.

Verfahrenswert: 1.500,00 EUR.

Gründe:

I.

Die Entscheidung beruht auf § 1628 BGB. Die Beteiligten sind geschiedene Eheleute. Aus der Ehe sind die Kinder AA, geb. am XX.XX.XXXX, und BB, geb. am XX.XX.XXXX, hervorgegangen. Beide Kinder leben bei der Kindesmutter in Ort / Ortsteil.

(Text entfernt Anm. d. Redaktion).

II.

Wegen der ablaufenden Anmeldefristen und der daraus resultierenden Dringlichkeit war im schriftlichen Verfahren zu entscheiden. Der Kindesmutter war auf ihren Antrag die Entscheidungsbefugnis für die weiterführende Schule für den gemeinsamen Sohn AA zu übertragen. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen ist zu erwarten, dass die Übertragung der Entscheidung auf die Mutter dem Wohl des Kindes am besten entspricht, § 1628 BGB.

Die Kindesmutter hat glaubhaft gemacht, dass sich der Kindesvater im Gespräch (Text entfernt, Anmeldung der Redaktion) einverstanden erklärt habe, die Umsetzung der Anmeldung jedoch verhindert habe, indem er bis zum Ablauf der Anmeldefrist weitere Bedingungen gestellt und einen Termin zur gemeinsamen Anmeldung auch auf mehrfaches Bitten der Kindesmutter nicht genannt habe.

Nachdem sich die Kindeseltern nunmehr nicht auf eine andere Schule einigen können, war daher die Entscheidungsbefugnis bezüglich dieser - das Sorgerecht betreffenden - Entscheidung auf einen Elternteil zu übertragen.

Im Rahmen der im einstweiligen Anordnungsverfahren vorzunehmenden summarischen Prüfung konnten aus der jeweiligen Schule selbst bzw. dem Schulsystem resultierende, eindeutige, grundsätzliche Vor- oder Nachteile einer der beiden Schulen nicht festgestellt werden. Bei der vorliegenden Betreuungskonstellation im Haushalt der Kindesmutter sind die von ihr genannten Umstände des einfacher zu bewerkstelligenden Schulweges und der Wunsch nach einer, durch den Beruf der Kindesmutter möglichen, umfangreicheren persönlichen Betreuung anstatt einer Ganztagsbetreuung in besonderem Maße zu berücksichtigen, zumal die Kindesmutter als Hauptbetreuungsperson im Alltag zukünftig den größeren Anteil an Berührungspunkten mit der Schule haben wird.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 81 FamFG.

Rechtsbehelfsbelehrung:

Gegen diesen Beschluss ist ein Rechtsmittel nicht gegeben. Auf Antrag ist eine mündliche Verhandlung durchzuführen und aufgrund dieser erneut zu entscheiden.

Richter

Mots-clés

parental responsibilityschool choicechild’s best interestsinterim measuresdecision-making authority

The mother was granted authority to decide which secondary school AA would attend.

The parents could not agree, and the father had impeded registration before the deadline. No clear school-specific advantages were established; the mother’s primary caregiving role, easier school journey, and ability to provide more personal care favored her.

The costs were set off against each other.

The court allocated costs under § 81 FamFG.

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