Interim procedural orders on capacity to litigate are not independently challengeable

37/93Cour constitutionnelle15 juin 1993Droits fondamentauxIrrecevable

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The applicant challenged two orders of the Tempelhof-Kreuzberg District Court in civil proceedings 11 C 518/91, directing him to establish his capacity to litigate, and also sought interim relief. The Constitutional Court of the State of Berlin held the application inadmissible. The challenged directions were procedural measures preparing the eventual decision, not final judgments or interlocutory decisions on a material legal question that could no longer be reviewed and corrected in later instances. The court therefore did not need to decide whether the filing deadline had been met or whether the special requirements for interim relief had been shown. The decision was final and unappealable.

Regeste Omnilex

§ 50 in conjunction with § 31(1) VerfGHG; independent constitutional challenge to judicial decisions: A judicial decision may be challenged by constitutional complaint only if it concludes proceedings as a final decision of the court competent at last instance, or if it determines an issue of law material to the further proceedings and can no longer be reviewed and corrected in a further instance. Procedural directions made in the course of managing proceedings and intended to prepare the final decision do not satisfy these requirements. An order requiring a party to establish capacity to litigate is such a case-management direction and is therefore not independently challengeable. The applicant's doubts about their own capacity to litigate do not, by themselves, bar admissibility where that capacity is itself the subject of the application.

Texte intégral

Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin — 37/93 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 1993-06-15

Aktenzeichen: 37/93

ECLI: ECLI:DE:VERFGBE:1993:0615.37.93.0A

Dokumenttyp: Beschluss

Rechtskraft: ja

Orientierungssatz

  1. Eine gerichtliche Entscheidung kann mit der Verfassungsbeschwerde nur angegriffen werden, wenn sie als rechtskräftige Entscheidung des jeweils in letzter Instanz zuständigen Gerichts ein Verfahren abschließt oder als Zwischenentscheidung über eine für das weitere Verfahren wesentliche Rechtsfrage befindet und in weiteren Instanzen nicht mehr nachgeprüft und korrigiert werden kann.

Hier: Bei Verfügungen, mit welchen dem Kläger eines Verfahrens aufgegeben wird, seine Prozeßfähigkeit nachzuweisen, handelt es sich nicht um solche Entscheidungen.

Gründe

I.

1 Mit seinem am 27. April 1993 beim Verfassungsgerichtshof eingegangenen Antrag wendet sich der Antragsteller gegen zwei Verfügungen des Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg, mit welchen ihm als dem Kläger des Verfahrens 11 C 518/91 aufgegeben wird, seine Prozeßfähigkeit nachzuweisen. Die Verfügungen datieren vom 13 Januar und vom 6. Oktober 1992. Mit Schreiben vom 22. April 1993 gab das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg nochmals Hinweise zur Erfüllung der genannten Auflagen.

2 Der Antragsteller hält den Zweifel des Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg an seiner Prozeßfähigkeit für willkürlich und für unvereinbar mit seinen Menschenrechten und dem Gleichbehandlungsgebot.

II.

3 Der Antrag hat keinen Erfolg.

4 Zwar stehen etwaige Zweifel an der Prozeßfähigkeit des Antragstellers der Zulässigkeit des an den Verfassungsgerichtshof gerichteten Antrags nicht entgegen, da Gegenstand des Antrages gerade das Vorliegen der Prozeßfähigkeit selber ist (vgl. BVerfGE 65, 317, 321 m.w.N.).

5 Nach § 50 VerfGHG in Verbindung mit § 31 Abs 1 VerfGHG ist der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung nur dann zulässig, wenn der Antragsteller behauptet, durch eine Handlung oder Unterlassung der öffentlichen Gewalt des Landes Berlin in einem seiner in der Verfassung von Berlin enthaltenen Rechte verletzt zu sein.

6 Daran fehlt es hier.

7 Eine gerichtliche Entscheidung kann mit der Verfassungsbeschwerde nur angegriffen werden, wenn sie als rechtskräftige Entscheidung des jeweils in letzter Instanz zuständigen Gerichts ein Verfahren abschließt oder als Zwischenentscheidung über eine für das weitere Verfahren wesentliche Rechtsfrage befindet und in weiteren Instanzen nicht mehr nachgeprüft und korrigiert werden kann (vgl BVerfGE 24, 56, 61 m.w.N.).

8 Um solche Entscheidungen handelt es sich bei den vom Antragsteller angegriffenen Verfügungen ersichtlich nicht. Die hier streitigen Auflagen sind vielmehr im Rahmen der Prozeßleitung erlassen worden und dienen der Vorbereitung der Endentscheidung. Damit ist auch der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung unzulässig.

9 Bei dieser Sachlage kann es dahingestellt bleiben, ob der Antragsteller die für die Antragstellung gemäß § 51 Abs. 1 Satz 5 VerfGHG gesetzte Frist von zwei Monaten eingehalten und die für den Erlaß einer einstweiligen Anordnung in § 31 Abs 1 VerfGHG enthaltenen besonderen Voraussetzungen dargelegt hat.

10 Die Akten 11 C 518/81 des Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg sind beigezogen worden.

11 Die Kostenentscheidung beruht auf den §§ 33, 34 VerfGHG.

12 Dieser Beschluß ist unanfechtbar.

Permalink

Mots-clés

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The orders were procedural case-management directions preparing the final decision, not final or unreviewable interlocutory decisions that could be challenged independently.

A judicial decision is independently challengeable only if it concludes proceedings as a final decision or decides a material interlocutory legal question that can no longer be reviewed and corrected in further instances. The challenged directions did not meet those conditions.

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