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CH_VB_001Ch Vb14 mars 1984Ouvrir la source →
Budget de la Confédération 1984 (150 millions) 164 N 14 mars 1984 Oehen: Ich möchte zuerst im Namen unserer Fraktion den Kommissionsreferenten für ihre ausserordentlich klare Dar- stellung zu Beginn dieser Debatte danken. Eine derart klare Auflistung der Fakten ist für uns, die wir ja nach wie vor keine Möglichkeit haben, an der Kommissionsarbeit teilzu- nehmen, von doppelter Wichtigkeit. Ich danke auch der Kommission für ihren Antrag, dass über das Paket nur in globo abgestimmt werden soll. Wir glauben, dass es effektiv unmöglich wird, etwas Vernünftiges herauszubringen, wenn man jetzt noch Filigranarbeit am vorliegenden Entwurf machen würde. Der Entschluss unserer Fraktion ist also ganz klar. Wir werden diesem Paket zustimmen. Im Parla- ment ist unsere traditionelle Haltung gegen die Politik des Schuldenmachens in Zeiten, die man doch immerhin als normal und als gut betrachten darf, bekannt. Wir haben schon den Ausdruck gebracht - und ich wage es heute wieder, diesen zu gebrauchen -, dass wir eine Konkursiten- Politik betreiben, da wir ja bereits seit mehreren Jahren jährlich Schulden machen müssen lediglich, um die Schul- denzinsen noch bezahlen zu können. Wir sind unglücklich, dass es allzuoft in unserem Parlament bei der Sanierung der Bundesfinanzen nur bei Lippenbekenntnissen geblieben ist. Soeben hat Herr Kollega Biel auf unsere gestrigen Beschlüsse hingewiesen, die im Grunde der Dinge wie- derum eine Unterminierung des erklärten Willens des Parla- mentes darstellen. Das Gleichgewicht des Budgets wird so in absehbarer Zeit nicht zu erreichen sein. Ich habe in diesem Rate während zwölf Jahren ungezählte Male an Sie appelliert, mitzuhelfen, dass wir tatsächlich gesunde Bundesfinanzen erreichen können, weil wir die grössten Befürchtungen haben für die Zukunft. Die Aufga- ben, die auf uns zukommen aus ökologischen Gründen, aus weltpolitischen Gründen, aus wirtschaftspolitischen Gründen, verlangen, dass wir uns finanziellen Spielraum verschaffen. Wenn wir diesen Spielraum nicht realisieren, werden wir eines nicht allzu fernen Tages hilflos den Proble- men gegenüberstehen. Am 14. Dezember hat sich der neu- gewählte Rat - finden wir - zu einer mutigen Tat aufgerafft und dem Bundesrat einen Auftrag erteilt. Wir beschlossen, das zu tun, was wir x-mal gesagt, aber nie gehalten haben, nämlich die Führungsaufgaben in finanzpolitischer Hinsicht dem Bundesrat zu übertragen. Der Bundesrat hat gegen- über massiven Kritiken in der Vergangenheit berechtigter- weise oft gesagt: «Entweder überlassen Sie uns die Führung oder dann sagen Sie uns, wo wir kürzen sollen, in welchen Gebieten des Staatsbudgets wir Abstriche vornehmen sol- len.» Man hat sich immer geweigert, dies zu tun, hat einfach immer wieder befohlen: «Bundesrat, Du musst ein besseres Budget vorlegen!» Der Bundesrat hat nun seine Hausaufgabe, die wir ihm im Dezember mitgegeben haben, gelöst. Vielleicht nicht so, wie viele von uns sich das vorgestellt haben; aber die realisti- scherweise gehegten Erwartungen hat er erfüllt. Jetzt scheint vielen der Mut abhanden gekommen zu sein, die Konsequenz zu ziehen. Natürlich, es ist sehr leicht, die heutige Vorlage zu kritisieren. Auch wir sind nicht über alle Punkte glücklich, und ich möchte zwei davon erwähnen. Wir sind nicht glücklich, dass wieder bei den Militärausgaben derart massiv zur Ader gelassen wird, wir sind nicht glück- lich, dass die landwirtschaftliche Bevölkerung einmal mehr unverhältnismässig zur Kasse gebeten wird. Aber hier geht es um die Glaubwürdigkeit unseres Parlamentes und unse- res Willens, die Bundesfinanzen besser ins Lot zu bringen. Wir können doch nicht dauernd - entschuldigen Sie den Vergleich - «Stägeliuf-Stägeliab-Politik» betreiben und heute sagen, wir wollen sparen, Bundesrat, bring uns eine vernünftige Vorlage, und morgen wieder das Gegenteil tun. Wir verlieren die Glaubwürdigkeit besonders auf finanzpoli- tischem Gebiet bei unserem Volk. Das kann nicht in unse- rem Interesse liegen. Wir bitten Sie deshalb, auch wenn Sie in einzelnen Punkten - genau wie wir - ein Unbehagen empfinden, der Vorlage, so wie sie der Bundesrat präsentiert hat, zuzustimmen. Herr Biel hat es vorhin richtig gesagt: Behalten Sie die Proportionen. Schauen Sie nicht nur die Einzelzahlen an, sondern vergleichen Sie die Zahlen mit den geplanten Aus- gabensteigerungen unter den entsprechenden Positionen, und Sie werden sehen, dass Sie ohne allzu grosse Bauch- schmerzen zum Ja sich bekennen dürfen. Herczog: Im Namen der POCH/PSA/PdA/-Fraktion bitte ich Sie, dem Ständerat und der Kommissionsminderheit zuzu- stimmen, d. h. Nichteintreten zu beschliessen. Mit dieser Sparübung gehört nun die durchdachte und begründete Finanzpolitik und Budgetierung endgültig der Vergangenheit an. Gleichzeitig erleben wir hier ein sehr seltsames bürgerliches Spartrauerspiel. Die Bürgerlichen müssen jetzt plötzlich selber zugeben, dass so nicht politi- siert werden kann, weil sie plötzlich die Konsequenzen ihres Handelns sehen. Nur müssen gerade jene, die jetzt da so die Hände verwerten und sagen: «Das haben wir nicht gewollt!», nicht so tun, als ob nicht diese Sparübung gerade die Konsequenz ihrer bisherigen Spar- und Finanzpolitik wäre. Ich möchte Sie an die berühmten vier Dogmen erin- nern, die Herr Oehen teilweise wiederholt hat und die wir permanent und seit Jahren vorwiegend von freisinniger und liberaler Seite immer wieder gehört haben. Erstes Dogma: Die undifferenzierten Sparbefehle zum soge- nannten «Ausgleich des Bundeshaushaltes». Das zweite Dogma: Sozialabbau als sogenannte «Ausga- benstabilisierung». Das dritte Dogma: Die permanente Verhinderung von Mehr- einnahmen. Als letztes unrühmliches Beispiel ist die Verhin- derung und Ablehnung der Bankkundensteuer zu nennen. Das vierte Dogma: Die absolute Tabuisierung der horrenden Rüstungsausgaben - ich sage nicht Militärausgaben, son- dern Rüstungsausgaben, damit Sie mich auch richtig ver- stehen. Alle bisherigen Sparübungen seit 1975, d. h. seit acht Jah- ren, bauen auf diesen «Weniger-Sozialstaat-Prinzipien» auf. Seit 1975 - ich möchte Sie nochmals kurz daran erinnern - sind bekanntlich allein bei den Sozialleistungen über 5 Mil- liarden Franken abgebaut worden, den öffentlichen Verkehr und die Berufsbildung nicht eingerechnet. Das macht etwa einen Viertel eines jährlichen Bundesbudgets aus. Demge- genüber beschloss hier dieselbe Parlamentsmehrheit in der gleichen Periode beinahe 9 Milliarden Franken Ausgaben für Kriegsmaterial -wiederum unterstrichen: «Kriegsmate- rial» und nicht Militärausgaben. Der Artikel 2 im Budgetbeschluss des letzten Jahres-dieser Beschluss wurde ja hier von der bürgerlichen Ratsmehrheit durchgesetzt - ist nichts anderes als die formallogische Konsequenz der bisherigen einäugigen Sparpolitik. In den vorliegenden Kürzungsanträgen des Bundesrates zeigt sich nun allerdings, in welchem Ausmasse diese Sparpolitik in der Sackgasse gelandet ist und dass diese Sparpolitik prak- tisch zum reinen Selbstzweck geworden ist.
Die Streichungen hier sind-das haben auch bürgerliche Sprecher zum Ausdruck gebracht- unseriös und sozusagen aus dem Handgelenk heraus gemacht. Der Bundesrat sagt das praktisch selbst auf Seite 2 seines kurzen Berichtes: «Es geht hier leider nicht mehr darum, sinnvolle Kürzungen namhaft zu machen, sondern vielmehr um die Frage, wo überhaupt noch gekürzt werden kann.»
Diese Streichungen sind politisch einseitig, sie treffen die Entwicklungshilfe, sie treffen die Landwirtschaft, sie treffen den Umweltschutz, den Natur- und Heimatschutz und die Hochschulförderung. Und ich frage wiederum: Wo bleiben die Streichungen bei den Rüstungsausgaben? Nicht wahr- Herr Feigenwinter- Sie haben gestern gesagt, unser Parlament mache sich lächerlich mit der Zickzackpoli- tik, die wir hier betreiben. Ich möchte sagen, das macht gar nicht mehr so viel aus, daran hat man sich nachgerade schon gewöhnt. Wo man sich aber lächerlich macht, ist, wenn man mit einem Kraftakt an die Presse gelangt und sagt: Wir wollen 150 Millionen Franken sparen. In der glei- chen Zeitungsausgabe kann man dann aber lesen, dass 2,4 Milliarden für den neuen NATO-Panzer Leopard vorgesehen sind. Das ist natürlich für die Bevölkerung wirklich lächer- lich.
März 1984 N 165 Voranschlag der Eidgenossenschaft (150 Millionen)
Die Streichungen sind finanzpolitisch nicht relevant, dar- auf wurde bereits hingewiesen. Es sind lediglich verscho- bene Ausgaben, und sie werden als Sparmassnahmen gar nie zum Tragen kommen.
Diese Streichungen stehen diametral den hier beschlos- senen Krediten zur Beschäftigungsförderung entgegen.
Die Streichungen stellen die Aufgabenerfüllung des Bun- desrates in Frage. Auf Seite 2 der Vorlage schreibt der Bundesrat selber: «In wichtigen Bereichen wird die Aufga- benerfüllung beeinträchtigt.» Und er zitiert dann die glei- chen Aufgaben, wie ich sie eigentlich zitieren möchte: in erster Linie die Entwicklungshilfe, aber nicht nur diese. Zusammenfassend: Diese Streichungsanträge sind in ihrer Gesamtheit unannehmbar. Alle vorliegenden Detailanträge mögen zwar gut gemeint sein, sie nützen aber nichts, und sie sind im besten Fall Kosmetik. Dieses Gesamtpaket muss abgelehnt werden. Ich bitte Sie, darauf nicht einzutreten. Und gleichzeitig muss dieses Nichteintreten auch bedeuten, dass man jetzt endlich, endlich dieser Wildwest-Sparpolitik von bürgerli- cher Seite her Einhalt gebietet und sich einmal wieder ein bisschen überlegt, in welcher Richtung man Finanzpolitik betreiben möchte. Ich bitte Sie, dem Nichteintretensantrag zuzustimmen. Bremi: Die freisinnig-demokratische Fraktion stimmt dem Antrag des Bundesrates über die Budgetkürzung von 150 Millionen Franken zu. Die Zustimmung erfolgt vorab, weil wir den dadurch ausgelösten Effekt begrüssen. Wir entscheiden über einen Betrag von 0,8 Promille unseres schweizerischen Bruttosozialproduktes. Diese Verhältnis- zahl zeigt, dass wir damit keinerlei Einfluss auf unsere schweizerische Wirtschaftskonjunktur nehmen. Gemessen also an dem, was in diesem Land wirtschaftlich geschieht, haben diese 150 Millionen keine Auswirkungen. Ich sage dies, weil es wieder einmal Sprecher gab, die glauben, wir Sassen hier und jetzt am «Armaturenbrett» der schweizeri- schen Konjunktur. In einem Drittel eines Arbeitstages vollbringen die Schwei- zer eine Leistung, die etwa 150 Millionen Franken entspricht: Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht länger darüber sprechen, als es dauern würde, bis diese Leistung von 150 Millionen im Schweizerland erbracht wird. Anderer- seits aber tragen wir mit dem Entscheid spürbar bei, dass sich der Bund, für dessen Kasse wir hier verantwortlich sind, nicht zusätzlich verschuldet. Wir haben in den letzten sechs Jahren auf diesem Weg schon einiges erreicht, um aus der finanziellen Schuldenwirtschaft herauszukommen. Wir sollten bald in der Lage sein, auch in diesem Rat wieder vermehrt über inspirierendere Dinge zu sprechen als über Geld! Aber hierfür braucht es konsequente Entscheide. Alle Parteien versprachen vor den Wahlen eine Gesundung der Kasse. Wir haben jetzt solche Versprechen einzuhalten. Wir hören natürlich die Stimmen, die uns vorwerfen, wir würden einen «finanzpolitischen Slalom» fahren. Herr Herczog hat das vorher gerade auch getan. Es besteht überhaupt kein Zweifel darüber, dass unsere Bürger heute noch der Ansicht sind, der Bund müsse endlich und aus eigener Kraft die Defizite beseitigen. Deshalb wird er diese Vorlage als konse- quent betrachten. Dies im Gegensatz zu vielen Zusatzkredi- ten, die wir in den letzten Tagen und Wochen hier bespro- chen haben; diese wird er als unverständlich bezeichnen. Dieser Rat hat im Dezember beschlossen, das Ausgaben- wachstum in diesem Umfang zu bremsen, und so ist es denn sicher nur konsequent, wenn wir es heute auch tun. Auch wenn das ein Widerspruch zum Beschäftigungspro- gramm ist, so braucht das deshalb nicht unbedingt gegen das Beschäftigungprogramm zu sprechen. Es ist vielleicht auch ein Widerspruch zum Forschungsförderungs- Entscheid, den wir hier gestern getroffen haben. Aber falls wir endlich aus der Defizitwirtschaft herauskommen, dann können wir auch wieder eine Forschungsförderung betrei- ben, ohne die Mittel hiezu zuerst dieser Wirtschaft wegzu- nehmen, d. h. sie von der Wirtschaft - gegen Zins - zu borgen, um ihr nachher wieder zu helfen! Im Dezember haben wir es ausdrücklich dem Bundesrat überlassen, die seiner Ansicht nach wichtigsten Anträge, richtigsten Anträge, zu stellen. Das hat er getan. Jeder von uns hätte diese Aufgabe anders gelöst. Die Finanzkommis- sion wie auch unsere Fraktion vertreten aber die Auffas- sung, dass wir den Entscheid des Bundesrates integral akzeptieren sollten, weil wir ihn ja auch so integral gefordert haben. Den Betrag haben wir vorgegeben, die Einzelheiten kann der Bundesrat besser beurteilen. Zum Inhalt nur zweierlei: Zum einen handelt es sich fast ausschliesslich nicht um Einsparungen, sondern um eine gewisse Reduktion des Wachstums. Das trifft auch für die Investitionen zu. Wir investieren nach diesem Budget immer noch mehr, als wir im Vorjahr investiert haben. Zum zweiten handelt es sich bei einigen Positionen nicht um eigentliche Kürzungen, sondern vielmehr um Schätzungs- änderungen oder um die Einsicht, dass vorher vorgesehene Projekte noch gar nicht ausgeführt werden können. Zum ersten Fall gehören Beiträge im Bereiche der Landwirt- schaft. Zum zweiten Strassenführungsprojekte, deren Pro- jektierung noch gar nicht abgeschlossen ist. Die Finanzkommission hat dem Bundesrat in den vergange- nen zwei Jahren eine grosse Zahl von Vorschlägen gemacht
Budget de la Confédération 1984 (150 millions) 166 N 14 mars 1984 unserer Finanzen besser in die Hand zu nehmen. Als einen Schritt dazu betrachten wir dieses vorliegende Programm. Ich darf Sie im Namen unserer Fraktion bitten, darauf einzu- treten und es gutzuheissen. M. Frey-Neuchâtel: Nous sommes au début de la législature, au commencement de la période de planification financière et déjà le Parlement entre dans ses propres contradictions. Les volontés fortement affirmées en décembre s'estompent déjà et on s'apprête, par facilité, à manquer de rigueur. En décembre de l'année passée, le président de la Commis- sion des finances, M. Hofmann, déclarait-et il avait raison - que les possibilités d'économies de la Confédération n'étaient pas épuisées, d'où l'opportunité et la nécessité de la diminution supplémentaire de 150 millions au budget. Le rapporteur de langue française, M. Bonnard, rappelait que la Commission des finances n'admettait pas que, la première année d'une législature qui s'annonce difficile, les dépenses prennent un rythme de croissance qui dépasse et celui des recettes et celui du produit national brut. Un effort d'écono- mies supplémentaire de 150 millions était donc souhaitable. Il a été jugé indispensable par la majorité du Parlement. Quant au Conseil fédéral, il ne voulait pas de cet exercice complémentaire de compression des dépenses et, fidèle à lui-même, il n'a pas exécuté le mandat qui lui a été confié en décembre. Le programme d'économies - nous devrions dire le pro- gramme (sic) d'économies (sic) - qui nous est proposé constitue une illusion. On rabote les investissements, les crédits de construction au moment où l'on examine le deuxième train de mesures destinées à relancer l'économie des cantons en difficulté, ce qui n'est ni logique ni cohérent. On réduit encore l'aide au développement, ce qui est con- traire aux intérêts généraux de notre pays qui fait déjà très peu dans ce domaine. On se contente de reporter d'un an ou deux des dépenses, ce qui n'est ni sérieux ni propre à améliorer, à moyen terme, la situation budgétaire de la Confédération. En décembre, une majorité claire de notre Parlement a demandé au Conseil fédéral un effort d'économies supplé- mentaire dans les dépenses courantes d'exploitation. Il s'agissait d'augmenter ainsi les possibilités d'investissement de la Confédération, sans aggraver son endettement ce qui, du point de vue conjoncturel et structurel, demeure oppor- tun et nécessaire. Aujourd'hui, cet objectif n'a pas été atteint. Les économies qui nous sont proposées ne sont pas des économies vérita- bles. Je refuserai donc l'entrée en matière. Bühler-Tschappina: Dieses Geschäft ist alles andere als erfreulich. Es bedeutet eine Hüst-und-Hott-Politik. In einer Session beschliessen wir Beschäftigungsprogramme, und in der nächsten kürzen wir praktisch wieder einen Teil davon. Eine solche Politik wird nirgends mehr verstanden. Diese inkonsequente Haltung des Parlamentes wäre allein schon Grund genug, nicht einzutreten. Wenn man die gekürzten Positionen etwas näher betrachtet, sieht die Sache noch schlimmer aus. Allein im Bereich der Landwirtschaft soll ein Sechstel der Gesamtsumme einge- spart werden, und zwar bei langfristigen Investitionen einer- seits und bei direkt einkommenswirksamen Massnahmen andererseits. Zur letzteren nur folgendes: Entweder bedeutet die Kürzung der 4,8 Millionen bei den Kostenbeiträgen einen direkten Lohnabbau für die Berglandwirtschaft, oder wenn dieser Betrag tatsächlich zu hoch budgetiert wurde, dann ist es gar keine Einsparung; denn bei dieser Position wird kein Fran- ken mehr ausgegeben, als durch die Viehzählung ausgewie- sen wird. Die Gewissheit, ob der Betrag richtig veranschlagt wurde oder nicht, werden wir erst nach der Viehzählung haben. Weil aber mit 100prozentiger Sicherheit feststeht, dass diese Position nicht einfach ausgeschöpft, sondern nur bis zur Limite beansprucht wird, bedeutet dieser Abstrich lediglich eine Papierübung, die nichts bringen kann oder bestenfalls eine Selbsttäuschung darstellt. Die Positionen Bodenverbesserungen und Investitionskre- dite sind Massnahmen, die der Grundlagenverbesserung dienen und als langfristig wichtigste Massnahmen zu bezeichnen sind. Sie lösen ein drei- bis vierfach grösseres Bauvolumen aus. Diese Massnahmen sind seit etwa zwölf Jahren nie einer Bauteuerung angepasst worden, und darum lassen sich heute nur noch etwa 60 Prozent des ursprünglichen Bauvolumens realisieren. Nun wurde im Dezember eine teilweise Anpassung im Voranschlag für 1984 verwirklicht. Soll nun ein Teil davon wieder weggestri- chen werden? Wenn immer wieder behauptet wird, das Baugewerbe sei überdimensioniert und müsse sich den veränderten Verhältnissen anpassen, so mag das gebiets- weise zutreffen. Fest steht jedoch, dass gerade im Bergge- biet bei den Grundlagenverbesserungen für die Landwirt- schaft noch gewaltige Arbeitsreserven vorhanden wären - bei den Güterzusammenlegungen zum Beispiel etwa für 20 Jahre, bei den Hochbauten für 8 bis 10 Jahre. Wenn heute das Auftragsvolumen beim Baugewerbe in den Bergkanto- nen sehr ungünstig aussieht, so fehlt es keineswegs an Arbeit, sondern einzig und allein an der Bereitstellung der finanziellen Mittel. Die uns hier vorgeschlagenen Kürzungen sind einseitig und unausgewogen. Die Landwirtschaft - und es betrifft insbe- sondere die Berglandwirtschaft - wird insgesamt wie erwähnt mit etwa einem Sechstel belastet. Wenn gerecht gekürzt worden wäre, so hätten alle Positionen etwas beitra- gen müssen, und zwar nur etwa 0,7 bis 0,8 Prozent. Zu einer solchen Kürzung wäre auch ich bereit gewesen. Dieser unausgewogenen Übung kann ich jedoch nicht zustimmen. Jetzt, nachdem wir für die Forschung offenbar Geld im Überfluss zur Verfügung haben, wäre es erst recht stossend, wenn auf dem Buckel einiger weniger eine Sparübung durchgezogen würde. Ich bitte Sie, Nichteintreten zu beschliessen. Schnider-Luzern: Trotz Verständnis für die Bundesfinanzen bin ich fest überzeugt davon, dass die vorgesehenen Kür- zungen von 150 Millionen Franken fehl am Platze sind. Es wurde in letzter Zeit geredet und geschrieben von Zickzack- politik, wenn man diesen Kürzungen nicht zustimme. Aber wirken wir denn beim Volk noch glaubwürdig, wenn Investi- tionen ausgebaut und im gleichen Zuge wieder gekürzt werden? Ich erachte es überhaupt als unverantwortlich, bei so wichtigen Investitionskrediten Kürzungen vorzunehmen, werden doch nicht zuletzt auch gute Beschäftigungsmög- lichkeiten weggerissen. Bei den landwirtschaftlichen Bauten ist der Nachholbedarf so gross, dass der gute Wille, der sonst vorhanden ist, nicht unterbrochen werden sollte. Wirtschaftliche Verbesserun- gen sollten nun heranwachsen können. Immer wieder sagt man, es handle sich bloss um kleine Verschiebungen. Dabei werden dringend notwendige Bauvorhaben gestoppt und die berühmten Wartezeiten werden automatisch verlängert. Es handelt sich hier um Kredite und Investitionen, die nicht unter den Hammer kommen sollen. Ich bitte Sie, wie dies der Ständerat getan hat, auf die vorgesehenen Kürzungen nicht einzutreten. Rüttlmann: Herr Bundesrat Friedrich hat uns gestern klar in Erinnerung gerufen, dass wir ja nicht nur als Kantons- und Gemeindevertreter, sondern auch noch als Bundesparla- mentarier in diesem Hause tätig seien und dass wir Finanz- politik nicht nur bei der Budgetberatung, sondern auch während des Jahres betreiben sollten. Konkret heisst dies, dass wir auch an die Sanierung der Bundesfinanzen wäh- rend des Jahres denken müssen. Wir haben in der vergange- nen Wintersession diesen Hasen aufgescheucht, diese 150 Millionen. Es ist also nicht der Hase des Ständerates, auch nicht der Hase des Bundesrates. Dieser hat uns getreulich eine Vorlage unterbreitet, wie es der Auftrag wollte. Hinge- gen ist er nur halbherzig dabei, das spürt man. Dieser Vorschlag ist auch etwas grobschlächtig, das ist zuzugeben. Man konnte auch feststellen, dass der Bundesrat nicht geneigt ist, dafür auf die Barrikaden zu steigen. Ich lasse
Budget de la Confédération 1984 (150 millions)168N 14 mars 1984 Der dritte Grund - er wurde hier mehrmals erwähnt - ist der offensichtliche Widerspruch zum Beschäftigungspro- gramm, man kann das nicht genug betonen. Dieser Wider- spruch kann natürlich von jenen etwas leichter getragen werden, denen das Beschäftigungsprogramm immer ein Dorn im Auge war und die hier im nachhinein eine gewisse Korrektur glauben vornehmen zu können. Die Mehrheit der CVF ist gesamthaft für Nichteintreten, und diese Mehrheit ist nicht, wie es der etwas vergrämte finanzpolitische Sprecher unserer Fraktion sagte, eine schwache Mehrheit, sondern eine einsichtige. M. Salvioni: II ne s'agit pas d'une épargne, comme l'avait désiré le Conseil national au mois de décembre. En effet, le Conseil national avait pensé à une réduction des dépenses, qui aurait été la prémisse à des économies répétées au cours des prochaines années. Le Conseil fédéral nous pro- pose tout simplement une diminution des investissements, c'est-à-dire un acte qui ne se répétera pas à l'avenir et qui ne constituera pas une amélioration durable du budget de la Confédération. Une réduction des investissements est dis- cutable à divers points de vue. Si ces investissements, qui étaient prévus dans le budget de la Confédération, sont nécessaires et urgents, il n'est pas raisonnable d'y renoncer. Ne pas effectuer les travaux nécessaires signifie tout simple- ment les exécuter plus tard avec des dépenses supérieures. Dans certains cas - je pense aux travaux de canalisation - cela signifie également s'exposer au risque d'assumer des dépenses bien supérieures si des travaux en cours ne sont pas poursuivis et sont exposés à des dommages dus aux alluvions. Si ces investissements n'étaient pas nécessaires et urgents, il aurait été raisonnable d'y renoncer. Dans cette situation, on pourrait se demander pour quelle raison le Conseil fédéral les a inscrits au budget. Toutefois, tel n'est pas le cas. Par conséquent, le retard entraînera une augmentation de coût supérieure aux intérêts que l'on désire éviter. Par ailleurs, tout le programme des investissements de la Confédération sera retardé, car il est impensable de le rattraper sur une seule année. La prétendue épargne est d'autant plus discutable qu'il ne s'agit pas, comme le dési- rait le Parlement, de dépenses courantes d'exploitation qui ne sont pas concernées par cette proposition, mais de •dépenses d'investissement. Il ne nous est même pas donné de savoir avec exactitude si une réduction dans les investis- sements est nécessaire et opportune. Pour ce faire, il fau- drait disposer d'un compte d'exploitation ne comprenant pas les investissements, ce qui n'existe pas. Ce n'est que dans ces conditions que l'on pourrait savoir si un déficit existe dans l'exercice courant et si les investissements sont excessifs. On a parlé de 0,8 pour cent des dépenses totales de la Confédération, mais ce taux n'a aucune signification. Il faudrait examiner le rapport entre l'épargne que l'on nous propose dans les investissements et le total de ceux-ci prévus pour 1984. En outre, cette réduction n'est pas opportune, car les inves- tissements jouent un rôle important dans la relance écono- mique. Les renvois proposés vont à rencontre de la politi- que générale de relance économique du Conseil fédéral. Le total des œuvres qui ne seront pas exécutées représente un montant bien supérieur aux 150 millions, car il faut calculer avec un effet multiplicateur. Comme il s'agit de subventions et de subsides, on peut admettre que la globalité des tra- vaux, qui ne seront pas exécutés, se chiffrera aux environs de 600 à 800 millions. Or, ce montant est très important et a donc une signification dans la relance économique. Une diminution des travaux de construction de cet ordre pourrait avoir des effets sur l'évolution de l'économie interne. Finale- ment, cette mesure d'épargne ne constitue pas un acte qui puisse influencer d'une manière positive l'évolution des comptes de la Confédération et, surtout, qui puisse contri- buer à diminuer les dépenses courantes dans les années à venir. Je suis contre l'entrée en matière. Lüchlnger: Ich möchte mich mit dem Argument auseinan- dersetzen, dass die Zustimmung zu dieser Vorlage im Wider- spruch zum Beschäftigungsprogramm stehe und dass wir uns damit in einer Zickzackpolitik bewegen würden. Rund die Hälfte dieser 150 Millionen Franken Einsparung entfällt auf Bauinvestitionen. Ich habe beruflich mit der Bauwirtschaft zu tun, und wenn es nach Herrn Hans Tschäni ginge, müsste ich aus meinem beruflichen Interesse heraus gegen diese Sparmassnahme stimmen - würde man mei- nen. Für mich geht allerdings mein finanzpolitisches Credo vor. Ich bin aber gleichzeitig auch der Meinung, dass es im Interesse der Bauwirtschaft ist, wenn wir dieser Vorlage zustimmen. Für die Bauwirtschaft ist nämlich eine gewisse Konstanz der Auftragslage entscheidend. Wir müssen verhindern, dass es Höhen und Tiefen im Auftragsvolumen gibt. Das Bundesamt für Konjunkturfragen hat in diesem Zusammenhang das Postulat der Verstetigung der öffentlichen Bauaufwendun- gen aufgestellt. In einer Broschüre vom Jahre 1979 (damals hat man das Gesamtbauprogramm aller öffentlichen und privaten Bauten zusammengestellt) sagte das Bundesamt für Konjunkturfragen zu diesem Postulat der Verstetigung folgendes: «Unter Verstetigung ist nicht eine Konstanz der öffentlichen Baunachfrage, sondern vielmehr die auf einen mittelfristigen Trend ausgerichtete Entwicklung innerhalb einer gewissen Bandbreite zu verstehen. Die jährlichen Schwankungen der Investitionsausgaben sollten bestimmte Schwellenwerte nicht überschreiten.» Den Schwellenwert nimmt man mit plus oder minus 4 bis 5 Prozent an. Die Bauwirtschaft unterstützt dieses Postulat der Verstetigung der Bauausgaben. Nun möchte ich Ihnen die Zahlen der Bauausgaben in diesem Jahr bekanntgeben und sie mit den Zahlen des letzten Jahres vergleichen. Auf Seite 135 der Budgetbot- schaft dieses Jahres finden Sie eine Zusammenstellung aller öffentlichen Bauausgaben unter Einschluss von SBB, PTT usw. Daraus geht folgendes hervor: Im Voranschlag 1983 hatten wir totale Bauausgaben von 3,3 Milliarden Franken, und im Jahre 1984 haben wir budgetierte öffentliche Bau- ausgaben von 3,9 Milliarden Franken. Das entspricht einer Zunahme der öffentlichen Bauausgaben des Bundes um 18 Prozent. Das ist also eigentlich eine positive Verletzung des Postulates der Vestetigung. 4 Prozent wären annehmbar. Wenn wir nun die 150 Millionen Franken sparen, so haben wir immer noch eine Zunahme der Bauausgaben um 16 Prozent. Ich bin der Meinung, dass eine vernünftige Beschäftigungspolitik nicht kurzfristig disponieren soll. Man muss auch an das Jahr 1985 denken. Es wäre konjunkturell viel schädlicher, wenn wir jetzt zusätzliches Geld ausgeben, dann aber im Jahre 1985 plötzlich ein grosses Absinken der Bauausgaben hätten. Auf die Verstetigung kommt es in der Beschäftigungspolitik an, und deshalb können Sie - unter Berücksichtigung des Momentes der Beschäftigung - diesen Sparmassnahmen ohne weiteres zustimmen! Eggli-Winterthur: Wenn ich dieser Diskussion zuhöre, dann muss ich mir einfach Fragen stellen, die ich jetzt auch in den Raum stellen möchte. Gestern hat Herr Feigenwinter darauf hingewiesen, dass die Wirtschaft in einem Aufschwung sei und es unserer Wirt- schaft wieder besser gehe. Im Grunde genommen, im Durchschnitt gesehen, ist das sicher nicht zu bestreiten. Festzustellen ist aber, dass - obwohl es den Firmen besser geht-die Zahl der Arbeitslosen in unserem Lande zunimmt. Es ist auch leicht erklärlich, warum das so ist: Die Rationali- sierung in den Betrieben, die erfolgen muss, damit sie konkurrenzfähig bleiben, setzt Arbeitskräfte frei, und wir haben alle Anstrengungen zu unternehmen, um diese Arbeitskräfte zu beschäftigen. Eine gegenteilige Entwicklung ist allerdings in der Maschi- nenindustrie festzustellen, die aber auch noch an Struktur- problemen leidet. Darauf möchte ich jetzt nicht eingehen. Aber, um mit Herrn Lüchinger zu sprechen - wir haben das Pech, immer hintereinander zu sprechen -, möchte ich
Budget de la Confédération 1984 (150 millions) 170N 14 mars 1984 bres. Celui-ci était le fruit d'une improvisation, bien inten- tionnée peut-être, mais d'une improvisation quand même! Il n'y a pas de déshonneur à reconnaître une erreur d'appré- ciation. En revanche, ce serait faire preuve d'inconscience que de persévérer dans une voie que nous sommes tous contraints de reconnaître comme mauvaise. C'est la raison pour laquelle je voterai contre l'entrée en matière et que je vous recommande chaleureusement de me suivre. Weber Leo: Nach dieser Diskussion kann man füglich sagen, dass es nicht um die 150 Millionen, sondern einzig und allein um die finanzpolitische Linie geht. Es geht nicht um die 150 Millionen, weil sie mit einem guten halben Prozent unserer Ausgaben im Schwankungsbereich der jährlichen Budgets liegen. Dieser Schwankungsbereich beträgt 2 bis 4 Prozent. Es erübrigt sich deshalb im Grunde genommen eine Diskussion, ob der Bundesrat die richtigen Kürzungen vorgenommen hat. Ich kann hier immerhin nicht verhehlen, dass der Bundesrat meines Erachtens einen schlauen Antrag gestellt hat. Er hat dort eingespart, wo das Parlament besonders empfindlich ist, nämlich bei den Inve- stitionen. Ich hoffe nur, dass das Parlament auf diese Taktik nicht hereinfällt. Es geht andererseits ganz klar um das Konzept, um die Strategie, um unsere finanzpolitische Linie. In den letzten vier Jahren haben wir versucht, die hohen Defizite systema- tisch abzubauen; wir sind immerhin dazu gelangt, das Gesamtdefizit in den letzten Jahren gegenüber der früheren Legislaturperiode zu halbieren. Das ist nicht alles, aber das ist ein Erfolg. Es geht jetzt darum, einen Rückfall in die alten Zeiten zu verhindern. Diese Gefahr war signalisiert mit den Finanzperspektiven des Bundesrates, der für die nächsten vier Jahre regelmässig wieder Defizite von über 1 Milliarde vorgesehen hat. Diese Gefahr war konkretisiert worden durch das Budget 1984, das ebenfalls ein Defizit von über 1 Milliarde vorsah. Im Gespräch mit dem Bundesrat und im Gespräch mit den Finanzkommissionen haben wir uns dann festgelegt auf ein tragbares Defizit von ungefähr einer hal- ben Milliarde. Was hier vorliegt, ist nun einfach die Konse- quenz aus diesem grundsätzlichen Beschluss. Die Beschlüsse vom Dezember müssen durchgezogen wer- den. Es ist nichts, aber auch gar nichts eingetreten, was ein Abrücken von diesen Beschlüssen nahelegen würde. Im Gegenteil, viele von uns haben ein Wahlversprechen einzu- halten. Wir alle haben dafür zu sorgen, dass die finanzpoliti- schen Ziele des Bundesrates - nämlich die Erreichung des Ausgleiches des Haushaltes in der laufenden Legislaturpe- riode - eingehalten werden kann. Damit das geschieht, müssen die Pflöcke jetzt, am Anfang der Legislaturperiode, eingeschlagen werden. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass man meistens im ersten Jahr der Legis- laturperiode die Sache etwas schleifen liess, um dann nach- her wieder zurückstecken und korrigieren zu müssen. Das sollte dieses Mal nicht geschehen. Ich möchte Sie höflich bitten, wegen eines kleinen Linsen- muses nicht vom eingeschlagenen Wege abzuweichen. Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten und sie zum Beschluss zu erheben. Schwarz, Berichterstatter: Ich habe an sich mit Vergnügen festgestellt, dass aus den meisten Voten ein unbedingter Sparwille erkennbar wurde, mindestens aus dem ersten Satz. In einem zweiten Satz hat man sich dann sehr oft noch dazu bekannt, dass man den Bundesfinanzhaushalt bis zum Ende dieser Legislaturperiode ausgleichen muss. Leider hat man dann nachfolgend sehr oft Ausnahmen festgehalten. Man hat damit begonnen, zu relativieren. Wenn man alle diese Ausnahmen aufaddiert, dann werden wir auch in 20 Jahren noch keinen Haushaltausgleich haben. Wenn wir diesen Haushaltausgleich erzielen wollen, müssen wir eine konsequente, eine beharrliche Sparpolitik betreiben, und diese Konsequenz habe ich doch in vielen Voten vermisst. Ich möchte mir nun gestatten, kritisch auf einige Voten einzutreten. Das ist nicht persönlich gemeint, sondern geschieht der Sache zuliebe. Als Präsident Ihrer Finanzkom- mission fühle ich mich verpflichtet, diesen Haushaltaus- gleich zu erzielen und alle möglichen Anstrengungen vorzu- nehmen, um diesem Ziel zum Durchbruch zu verhelfen. Ich möchte Sie bitten, meine kritischen Äusserungen in diesem Sinne zu verstehen. Herr Meizoz beklagt sich, wie viele andere auch, dass fast ausschliesslich im Investitionsbereich gespart werden soll. An sich steht es dem Bundesrat ja frei, nun in den folgenden Jahren eine entsprechende Kompensation im Konsumbe- reich vorzunehmen. Ich bin sehr gespannt, ob Herr Meizoz stramm mitmachen wird, wenn im Konsumbereich entspre- chend gespart wird. Herr Bonnard will ebenfalls nicht bei den Investitionen spa- ren. Er will auch an anderen Orten nicht sparen, ja er will sogar an anderen Orten - wie er das gestern bewiesen hat - noch mehr investieren, nämlich in die Forschung. Er beru- higt sein finanzpolitisches Gewissen mit dem Hinweis, dass man das im Finanzplan alles wieder ausbügeln könne. Ich glaube, das ist doch ein Missverständnis in der Auffassung der Bedeutung des Finanzplanes. Der Finanzplan ist ein Führungsinstrument. Er gibt uns wertvolle Hinweise, wie die finanzpolitische Entwicklung verlaufen wird, wenn man von gewissen Voraussetzungen ausgeht. Er ist aber nicht ver- bindlich. Der Finanzplan muss uns dazu motivieren, in den Budgets konkret, nämlich in Franken und Rappen, zu spa- ren. Diese Konkretisierung ist beim Finanzplan nicht mög- lich. Wir können gewisse Sparbewegungen einschalten, vor allem auch im gesetzlichen Bereich; das dauert aber sehr lange. Sparen müssen wir konkret bei den entsprechenden Budgets, die auf den unverbindlichen Finanzplan abgestützt werden müssen. Heute haben wir die letzte Gelegenheit, im Rahmen eines solchen Budgets, des Budgets 1984, eine gewisse konse- quente Sparhaltung zum Ausdruck zu bringen. Ich möchte Herrn Bonnard doch einladen, von dieser letzten Gelegen- heit Gebrauch zu machen. Herr Herczog spricht von einem «Spartrauerspiel». Ich gebe ihm recht. Das Sparen ist nicht ein Vergnügen. Ich habe nie die Auffassung vertreten, wie das etwa andere gemacht haben, man werte hier im Bundeshaus das Geld zum Fen- ster hinaus. Ich habe überhaupt noch nie eine Ausgabe festgestellt, wo man nicht in guten Treuen sagen könnte: Das ist an sich eine vernünftige Aufgabe, aber wir müssen, wenn wir unser Ziel des Haushaltausgleiches erreichen wol- len, auch Aufgaben, die an sich berechtigt wären, reduzie- ren. Herr Herzcog ist insofern konsequent, als er uns sagt, wie er dieses Sparziel erreichen will. Er will auf die Rüstungsausgaben verzichten, er will den Leopard nicht anschaffen. Damit wird er hoffentlich keinen Erfolg haben in diesem Gremium. Herr Bühler beanstandet die Kürzung bei der Landwirt- schaft. Ich habe dafür ein gewisses Verständnis. Er ist immerhin bereits von anderen Votanten darauf aufmerksam gemacht worden, dass wir gerade in diesen Bereichen eine ausserordentlich starke Erhöhung gegenüber dem Budget 1983 verzeichnen, nämlich im Bereich der Bodenverbesse- rungen: Trotz der Sparübung bleibt eine Steigerung von 13 Prozent, und bei den Investitionskrediten sind es auch unter Berücksichtigung dieser Streichungen immer noch plus 58 Prozent. Ich glaube, das ist noch verantwortbar, wenn man diesen Bereich so behandelt. Der Bundesrat hat es ja in den Händen, später im Konsumbereich zu kompensieren. Wir haben hier auch eine verhängnisvolle Kettenreaktion fest- stellen können. Verschiedene Vertreter der Landwirtschaft haben gesagt: Wenn wir gestern bei den Forschungskredi- ten derart aufgestockt haben - weit über den Finanzplan hinaus -, dann kann man uns doch heute nicht zumuten, nun Abstriche zu machen. Auch dafür habe ich ein gewisses Verständnis. Die Kollegen, die sich da so stark gemacht haben für die Aufstockung der Forschungskredite in diesem Ausmass, tragen eine gewisse Verantwortung für diese Ket- tenreaktion. Wir haben es auch beim Baugewerbe festge- stellt. Herr Eggli hat mit einer gewissen Logik erwähnt: Nun
Budget de la Confédération 1984 (150 millions)17214 mars 1984 überhaupt auf Subventionen verzichten wollen. Das ist dann der Anlass, wo Sie wirklich sagen können, wie die Prioritä- ten gesetzt werden sollen. Aber ich glaube nicht, dass es wichtig ist, das beim Budget zu tun. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es für mich ganz selbst- verständlich - und für den Bundesrat übrigens auch -, dass wir in diesem Bericht keine Vorschläge unterbreiten würden und sollten, die einerseits im Anschlussprogramm oder andererseits im Aufgabenteilungsprogramm l oder II enthal- ten sind. Da sind uns im Moment eben auch die Hände gebunden, und es wäre nicht sinnvoll, dauernd aus den einzelnen Programmen wieder einzelne Stücke herauszu- reissen, um die Sache noch komplizierter zu machen, als sie es schon ist. So gesehen hat man also gar keine grosse Flexibilität, andere Dinge vorzuschlagen, als wir es tatsächlich gemacht haben. Man kann sagen, wir hätten vorwiegend im Investi- tionsbereich gespart. Das ist zweifellos richtig, sofern das Wort «sparen» richtig ist. Wir haben zweifellos gekürzt auch bei Beiträgen. Wenn Sie davon ausgehen, dass der Bundes- rat das Budget einigermassen seriös gemacht hat, dann müssen Sie sich auch bewusst sein, dass mit solchen Kür- zungen nun nicht einfach auf diese Aufgaben verzichtet werden kann, sondern dass sie im wesentlichen hinausge- schoben werden. Man kann sagen, damit wird natürlich auch etwas gespart; denn in den nächsten Jahren müssen wir diese 150 Millionen nicht als zusätzliche Schulden ver- zinsen. Gerade wenn es um Investitionen geht, muss man sich auch bewusst sein, dass keine Folgekosten entstehen im nächsten Jahr. Das ist die effektive Einsparung. Aber diese effektive Einsparung hat auch andere Konsequenzen. Beispielsweise haben wir bei den Baudenkmälern eine Mil- lion gekürzt, obwohl wir genau wissen, dass schon ein heute eingereichtes Subventionsgesuch keine Chance hat, vor 1989 berücksichtigt zu werden. Hier sehen Sie dann die Grenzen solcher Kürzungsübungen. Letztlich wird dann der Bundesrat etwas unglaubwürdig, wenn er Subventionen zusichern kann und muss nach Gesetz, er sie aber erst einige Jahre später bezahlen kann, so dass die Betroffenen dann diese Kredite in dieser Zeit noch zu verzinsen haben. Man hat auch gesagt, es sei willkürlich, wie wir das gemacht hätten. Das ist richtig, leider kann man es gar nicht anders machen. Ich hätte sehr gerne gespart bei anderen Dingen. Aber wenn ich an das eigene Departement denke, bei den steigenden Zinsaufwendungen kann ich beim besten Willen nichtseinsparen. Ich kann auch nichtseinsparen bei zusätz- lichen Aufwendungen, die ebenfalls jedes Jahr automatisch steigen mit steigenden Einnahmen, das sind nämlich die Kantonsanteile. Die steigen auch automatisch. Da kann ich also auch nichts kürzen. Deshalb ist man dann gezwungen, auf relativ wenige Positionen zu greifen und dort Kürzungen durchzuführen. Man kann sagen, 150 Millionen liegen natürlich im Streube- reich, bezogen auf das gesamte Budget. Aber der Streube- reich gilt natürlich nicht mehr für eine einzelne gekürzte Position, also sagen wir einmal bei den Denkmälern. Dort ist es dann ganz einfach eine effektive Kürzung im Moment, aber eine Verschiebung in die Zukunft. Man hat gelegentlich gesagt, diese Übung sei nun ein Test für den Sparwillen in der Zukunft. Ich kann Ihnen versichern, soweit es auf den Bundesrat ankommt: Wir wollen den Finanzplan einhalten, wir wollen den Finanzhaushalt aus- gleichen. Das ist eine klare Zielsetzung, eine Zielsetzung ganz unbekümmert darum, was Sie heute entscheiden. Denn letztlich müssen wir dazu kommen, im Bund etwas mehr Flexibilität und Handlungsspielraum zu bekommen. Ich wäre sehr, sehr froh für den Bundesrat, aber auch für Sie und vor allem für die Kantone und andere Subventionsemp- fänger, wenn sie sich in der Zukunft darauf verlassen könn- ten, dass der Bund auch bei Zahlungen sein Wort einhalten kann. Und deshalb bin ich Ihnen dankbar, wenn Sie in der Zukunft dem ßundesrat keine Aufträge mehr erteilen, die nachher wohl oder übel Qualifikationen bekommen wie zwiespältig, willkürlich und grobschlächtig. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit (Eintreten) 76 Stimmen Für den Antrag der Minderheit (Zustimmung zum Beschluss des Ständerates) 98 Stimmen Detailberatung - Diàcussion par articles Titel und Ingress, Ziff. l, II Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, eh. l, II Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Anträge Nussbaumer (fallen dahin) EVO BLW Fr. 707.433.33 Kostenbeiträge an Viehhalter im Berggebiet 175 000 000 707.433.40 Bodenverbesserungen und landwirtschaftliche Hochbauten 119 400 000 707.603.03 Investitionskredite an die Landwirtschaft 30 000 000 Propositions Nussbaumer (sont caduques) DFEP OFAG Fr. 707.433.33 Contributions aux frais des détenteurs de bétail dans les régions de montagne 175 000 000 707.433.40 Améliorations foncières et constructions rurales 119 400 000 707.603.03 Crédits d'investissement à l'agriculture 30000000 Antrag Oester (fällt dahin) EDI BFF Fr. 315.443.08 Natur-und Heimatschutz 7398000 Proposition Oester (est caduque) DPI OFF Fr. 315.443.08 Protection de la nature et du paysage 7 398 000 Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 92 Stimmen Dagegen • 59 Stimmen An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Voranschlag der Eidgenossenschaft 1984 (150 Millionen) Budget de la Confédération 1984 (150 millions) In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 07 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.052 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.03.1984 - 08:00 Date Data Seite 163-172 Page Pagina Ref. No 20 012 233 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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